In Hirschlanden - Am Weg und Fundament zum "Windpark Hirschlanden" wird schon gearbeitet / Bedenken der Bürgerinitiative stehen der Genehmigung nicht entgegen Start der Bauarbeiten trotz Einwendungen

Von 
Daniela Käflein
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Der "Windpark Hirschlanden" wird trotz der Einwendungen der Bürgerinitiative gebaut. Fundamente werden ausgehoben und der Weg planiert.

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Mit dem Bau des "Windparks Hirschlanden", der neben den beiden bestehenden Anlagen im Gewann "Badäcker" entstehen soll, wurde bereits begonnen. Fundamente werden ausgehoben und der Weg gebaut.

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Hirschlanden. Darüber wundert sich Conny Euler von der Bürgerinitiative "Mensch und Natur" in Hirschlanden. Denn dem Landratsamt liege der Einwand der Initiative vor, dass sich im Radius von 1000 Metern um die geplanten Standorte ein Nest des Rotmilans befinde.

Axel Krahl, Geschäftsführer des Bereichs "Bauen und Umwelt" im Landratsamt, erklärt dazu im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten, dass die Einwendungen der Bürgerinitiative im Rahmen des Verfahrens geprüft worden seien. "Zunächst hat so ein Widerspruch auch eine aufschiebende Wirkung", verdeutlicht er.

Parallel dazu habe die Firma ABO-Wind einen Antrag auf Baugenehmigung gestellt. Hier habe das Landratsamt zu entscheiden, ob die Einwendungen der Bürgerinitiative stichhaltiger sind als das öffentliche Interesse zur Gewinnung regenerativer Energie.

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Schließlich sei die Behörde nach ihren Recherchen zu dem Schluss gekommen, dass die Einwendungen einer Genehmigung nicht entgegen stehen und habe der Baugenehmigung letzten Endes den Vorzug gegeben. Dagegen erklären die Mitglieder der Bürgerinitiative, dass man sogar das Naturschutz-Gutachten habe überarbeiten lassen.

"Aber das hat überhaupt keine Beachtung gefunden", ist sich Anja Weiß von der Bürgerinitiative sicher. Auch die Waldrodung sei vom Landratsamt genehmigt worden, ohne das Zielabweichungsverfahren abzuwarten.

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"Daraufhin haben wir das moniert und die fragwürdige Antwort vom Landratsamt bekommen, ein Wald sei erst vollständig gerodet, wenn auch die Wurzeln entfernt seien. Und die seien noch drin."

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Nach der Regel des Sofort-Vollzugs haben Conny Euler und die Bürgerinitiative rechtlich die Möglichkeit, bei Gericht Widerspruch einzulegen. Schon bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Windpark vor einem Jahr hatten die Mitglieder der Bürgerinitiative das Projekt massiv kritisiert.

Die Firma ABO-Wind hatte die Anlagen damals detailliert vorgestellt. Die Nabenhöhe liegt bei rund 140 Metern, die Gesamthöhe bei 199 Metern. Rund 16 000 Einwohner können vom Windpark Hirschlanden mit Strom versorgt werden. Wie die Projektleiterin an diesem Abend betonte, werde der gesetzlich festgelegte Grenzwert zur Wohnbebauung in Hirschlanden mit 752 Metern eingehalten.

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