Vertreterversammlung der Volksbank Kirnau - Bilanzgewinn ging auf 501 000 Euro zurück / Ertrag durch niedriges Zinsniveau geprägt / Vier Prozent Dividende "In schwierigem Umfeld gut gewirtschaftet"

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Rosenberg/Eubigheim. Für die Volksbank Kirnau eG verlief das vergangene Geschäftsjahr, wie Bankvorstand Bernhard Eckert in seinem Geschäftsbericht betonte, wirtschaftlich gesehen zufriedenstellend. In einem schwierigen Umfeld wurde gut gewirtschaftet.

"Tendenz gibt Anlass zur Sorge"

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"Festzuhalten bleibt aber", so Eckert, "dass das klassische und seriöse Bankgeschäft bei Abschaffung der Zinsen betriebswirtschaftlich nur sehr schwer möglich ist. Diese Tendenz gibt Anlass zur Sorge."

Die Volksbank Kirnau hat sich trotzdem wieder gut entwickelt. Die Bilanzsumme stieg erneut von 165,5 Millionen Euro auf nunmehr 168,4 Millionen Euro, wobei der Bilanzgewinn von 603 000 Euro (2014) auf nunmehr 501 000 Euro zurückging.

Mehr als 250 Mitglieder und Ehrengäste, die vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates Gerhard Baar begrüßt wurden, waren in die Festhalle nach Eubigheim gekommen. Besondere Grußworte galten MdB Margaret Horb, Verbandsprüfer Gerhard Schwing, den anwesenden Bürger-meistern, Bankvorständen und Aufsichtsräten sowie den Vertretern der Verbundpartnern.

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Bankvorstand Bernhard Eckert ging in seinem Bericht über die Entwicklung der Volksbank Kirnau auf den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2015 ein. Wie er betonte, berühre das Thema Niederzinsniveau die Bank und die Kunden gleichermaßen. "Der Blick auf diese Zinsentwicklung gibt unter verschiedenen Gesichtspunkten Anlass zur Sorge", betonte er. Vom Zinsniveau, das erkennbar deutlich unterhalb der aktuellen Inflationsrate liege, profitierten die Schuldner, Gläubiger dage-gen seien die Verlierer. "Auch so lassen sich Staatsschulden abbauen, allerdings um den Preis, dass sowohl Banken als auch Sparer Jahr für Jahr weiter geschwächt werden", so Eckert.

Für die Banken werde es immer schwerer, im originären Geschäft mit Einlagen und Krediten auskömmliche Margen zu erzielen. Neben dem niedrigen Zinsniveau beschäftige die Bank ein weiteres Thema: die erhöhte und überbordende Regulatorik, wovon gerade kleine und mittlere Banken, wie die Volksbank Kirnau eG betroffen seien.

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"Die Folge und das Ergebnis aus diesen beiden Faktoren sind, dass die Ertragslage der Bank zunehmend weiter unter Druck gerät", erklärte Eckert.

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Die bei der Bank angelegten Kundengelder seien im vergangenen Jahr um sechs Millionen Euro auf 123,8 Millionen Euro angestiegen. Die Summe der verwalteten Kundengelder bei den Verbundpartnern sei ebenfalls deutlich auf 67,6 Millionen Euro angestiegen, sodass die Gesamtsumme aller Kundengelder zum Jahresende 191,4 Millionen Euro betrugen.

Erfreuliche Mitgliederentwicklung

Das Kreditgeschäft habe sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Zum Stichtag 31. Dezember 2015 wurden Kredite und Darlehen in Höhe von 94,9 Millionen Euro ausgeliehen. Die Ertragslage sei jedoch wesentlich durch das sehr niedrige Zinsniveau und daraus resultierenden niedrigen Margen geprägt. Durch die deutliche Ausweitung des Kundenvolumens konnte der Zinsüberschuss auf 4 577 000 Euro gesteigert werden. Der Bilanzgewinn beläuft sich auf 501 000 Euro.

Aufsichtsrat und Vorstand schlagen eine Dividende von vier Prozent auf die Geschäftsvorhaben vor. Der Be-trag von 458 000 Euro soll den Rücklagen zugewiesen werden. Die Vermögenslage der Bank ist gut und das Eigenkapital konnte weiter verbessert werden. Bei den Mitgliedern konnte Eckert ebenfalls über eine erfreuliche Entwicklung berichten, die zum Jahresende 2015 4174 Personen betrug. Zusammenfassend sagte der Bankvorstand, dass man im vergangenen Jahr, trotz schwierigem Umfeld gut gewirtschaftet habe und eine gute Basis für die Zukunftsfähigkeit der Bank geschaffen habe.

"Das bizarre Zinsumfeld und die ausschweifende Regulierung stellen die Bank zukünftig vor ganz große Herausforderungen", unterstrich er. Dank sagte Eckert auch den Mitgliedern und Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit, die auch den Mitarbeitern der Bank galten.

Auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ging Bankvorstand Dieter Ehmann in seinem Vorstandsbericht ein, der auf die wesentlichen Herausforderungen der Volksbank Kirnau einging. Er stellte zum einen die Auswirkungen des Negativzinses für das Geldinstitut dar, was den deutschen Sparer viel Geld koste.

"Bankstelle Online" Thema

Weitere Themen seines Vortrages war die "Bankstelle Online", auf die täglich 330 Kunden in der Volksbank Kirnau zugreifen. Die Zukunft des Online-Bankings liege, wie Ehmann sagte, im "mobil Banking" im Zusammenhang mit Smartphones. Beleuchtet wurde von Ehmann auch diese digitale Veränderung auf das Verhalten der Kunden im Servicebereich. Durch den Trend der verstärkten Nutzung der Bankstelle Online stehe der zunehmende persönliche Beratungsbedarf der Kunden entgegen. So wurde auch der Servicebereich der Bankstelle in Rosenberg nach erfolgtem Umbau deutlich aufgewertet.

Den Bericht des Aufsichtsrates über seine Tätigkeit sowie über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung erstattete Aufsichtsratsvorsitzender Bürgermeister Gerhard Baar. Der Jahresabschluss wurde geprüft und der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand laufend über die geschäftliche Entwicklung informiert. Prüfungs- und Lagebericht wurden zur Kenntnis genommen sowie das Jahresergebnis vom Aufsichtsrat genehmigt. Die Verhältnisse der Bank sind geordnet.

Eigenkapital über Durchschnitt

Der vereidigte Buchprüfer Gerhard Schwing fasste den Prüfbericht komprimiert zusammen und freute sich über das positive Bilanzergebnis. Die Ertragslage sei zufriedenstellend, das Eigenkapital liege über dem Verbandsdurchschnitt. Die Vermögens- und Finanzlage der Volksbank Kirnau sei geordnet und habe eine gute Weiterentwicklung genommen. Sein Dank galt auch den Mitgliedern und Kunden, die der Bank den Rücken stärken.

Einstimmig erfolgte die Feststellung des Jahresabschlusses sowie die Beschlussfassung über die Gewinnverwendung. Es wird eine Dividende von vier Prozent ausgeschüttet. F