Leserbrief - Zu „Entscheidung durch die Hintertür“ (FN, 9. Februar) „Insektenschutzpaket eher hinderlich“

Von 
Albert Gramling
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Es ist bemerkenswert, welche Strapazen Landwirte auf sich nehmen, damit sie ihren wichtigen Beruf weiterhin ausüben können – und damit die Bevölkerung mit ausreichend gesunden Nahrungsmitteln aus der Region versorgen. Das macht man wirklich nur, wenn es nicht mehr anders geht.

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Die Mahnwache in Berlin steht bereits seit Ende Januar und dauert noch einige Zeit an. Landwirte sind in ihren Betrieben nicht unbegrenzt abkömmlich. Um auf ihre Lage aufmerksam zu machen, starten ständig Landwirte aus ganz Deutschland mit ihren Schleppern zur Mahnwache nach Berlin und bleiben bis zu drei Tage.

Durch den Beschluss im Bundeskabinett am 10. Februar wird der Anbau in Schutzgebieten massiv eingeschränkt. Dort dürfen dann keine Pflanzenschutzmittel mehr angewandt werden, egal ob Acker, Grünland oder Wald. Dies betrifft konventionelle Betriebe genauso wie Bio-Landwirtschaft.

Einschränkungen verschoben

Im Acker konnte die Einschränkung durch hartes Verhandeln des Bauernverbands und durch die Mahnwache mit zeitweise über 700 Schleppern in Berlin auf das Jahr 2024 verschoben werden. Für die Biodiversität ist das Insektenschutzpaket eher hinderlich als fördernd. Die Einschränkungen machen die Flächennutzung in den Schutzgebieten meist unwirtschaftlich.

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Dies trifft auch auf die FFH-Gebiete (Flora und Fauna Habitate) im Neckar-Odenwald-Kreis zu. Die Folgen werden erst später festgestellt.

Jede Person, oder auch Gemeinde, die eine Fläche in einem Schutzgebiet in Eigentum hat und an Landwirte verpachtet, wird bald feststellen, dass der Pacht- oder Kaufpreis in diesen Flächen massiv fallen wird.

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Viele Eigentümer wissen nicht, dass ihr Flurstück im FFH-Gebiet liegt. Aber es kommt noch dicker. Diese Flächen stehen unter einem Veränderungsschutz.

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Somit können die Schutzgebietsflächen bei einer Baumaßnahme nicht mehr als Ausgleichsfläche herangezogen werden. Noch besteht Hoffnung, dass das Gesetz bei der anstehenden Bundesratsentscheidung wieder gekippt wird.