Ravensteiner Gemeinderat - Ingenieurbüro erstellt Pläne für die Umsetzung der Brandschutzmaßnahmen im Schloss / Bau des Seniorenzentrums soll bald starten Der Schutz der Besucher hat Vorrang

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Die Brandschutzmängel sollen Schritt für Schritt beseitigt werden, um den laufenden Betrieb nicht zu sehr zu beeinflussen. Das Schloss Merchingen muss bereits durch die Corona-Pandemie eine geringe Auslastung hinnehmen. © Helmut Frodl

Oberwittstadt/Merchingen. Mit den im Merchinger Schloss bestehenden Brandschutzmängeln, die nach einer Brandschutzschau des Landratsamtes festgestellt wurden, befasst sich die Ravensteiner Verwaltung und der Gemeinderat schon seit mehr als einem Jahr. Viele geplante Veranstaltungen konnten daher in den beiden Schlosssälen nicht mehr durchgeführt werden. In der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend im Gemeinschaftshaus Oberwittstadt stand dieses brisante Thema erneut auf der Tagesordnung.

Kurze Kommunikationswege

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Bürgermeister Ralf Killian begrüßte hierzu Architekt Gerhard Pfundt vom Ingenieurbüro Bauwerk 4 aus Bad Mergentheim, das sich bei der Begehung vom Schloss konstruktiv und erfahren in die Planung und Umsetzung des Brandschutzes im Gebäude mit einbrachte. Um die notwendigen Maßnahmen im denkmalgeschützten Rahmen umsetzen zu können, hat man es mit mehreren Gewerken zu tun, teilte der Bürgermeister mit. Kurze Kommunikationswege bedeuten eine bessere Planung und Ausführung bei der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen, bei denen die Planung von normgerechten Fluchtwegen der Räumlichkeiten, der Einbau einer kabelgestützten Brandmeldeanlage, die Ertüchtigung und Wartung der Lüftungsanlage und ein Sitzplankonzept durchzuführen sind.

Der Stadt war es laut Bürgermeister Killian ein großes Anliegen, dass man ein „Generalbüro“ bekommt, das für die Umsetzung der Maßnahme allumfassend zur Seite steht. Und das habe man mit Bauwerk 4 auch gefunden. Es gebe schließlich viel zu tun. Die Ergebnisse der erfolgten Untersuchung müssten dann in eine Baugenehmigung umgewandelt werden.

Nach der Vorstellung seiner Firma sagte Architekt Pfundt, dass er schon in vielen Projekten wie hier in Merchingen gearbeitet und diese umgesetzt habe. Nach der Begehung des Gebäudes mit dem Eigentümer werde das Hauptaugenmerk auf die „Befluchtung des Gebäudes“ gerichtet, dabei seien realisierbare Lösungen zu finden. Es funktioniere nicht, verschiedene Gebäudeteile im Brandfall offen zu halten. Vorrang habe „Leib und Leben“ der Besucher.

Bereits angeschlagen

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Durch die Corona-Pandemie sei das Gebäude durch die geringe Auslastung schon wirtschaftlich geschädigt. Man müsse nunmehr bei der erforderlichen Sanierung schrittweise vorgehen und dabei festlegen, welcher Bereich wann und wie saniert werde, um den weiteren Betrieb nicht noch mehr zu beeinträchtigen. Die Umsetzung der Brandschutztechnik sei mit den zuständigen Mitarbeitern des Landratsamtes für den Brandschutz noch abzusprechen. Auf Nachfrage eines Gemeinderates, welche Kosten auf die Stadt zukommen, sagte Killian, dass das Honorar des Ingenieurbüros unter anderem nach Höhe der Bausumme errechnet wird. Es werden jetzt verschiedene Varianten, welche mit Kosten hinterlegt sind, vom Büro erarbeitet und mit den Betroffenen besprochen. „In jedem Fall wird eine wirtschaftliche Lösung gewünscht“, sagte Bürgermeister Killian. Mit zwei Gegenstimmen wurde der Auftrag an das Ingenieurbüro Bauwerk 4 Bad Mergentheim für die Planung der Brandschutzmaßnahmen bis zum Abschluss einer Baugenehmigung erteilt.

Für 60 Bewohner konzipiert

Weiteres Thema der Sitzung war der Neubau des Seniorenzentrums im Stadtteil Merchingen, welcher auf die Zielgerade eingebogen ist. Der Gemeinderat befasste sich mit dem vorgelegen Bauantrag. Den Sachverhalt erläuterte Ratschreiber Anton Friedlein. Wie er sagte, will der Antragsteller im Stadtteil ein Seniorenzentrum für insgesamt 60 Bewohner errichten. Alle Pflegezimmer sind als Einzelzimmer geplant. Die Gebäude werden in zweigeschossiger Bauweise mit begrünten Flachdächern errichtet. Parallel zum Nußbaumweg werden vom Bauherren 15 öffentliche Parkplätze angelegt. Die Fläche wird im Eigentum der Stadt bleiben. An neun verschiedenen Stellen wird jedoch, so Friedlein, die Baugrenze ganz geringfügig überschritten. Es handelt sich jeweils um wenige Quadratmeter.

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Für das Bauvorhaben wurde ein vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt. Die dortigen Festsetzungen sind mit Ausnahme der geringfügigen Überschreitungen der Baugrenze eingehalten. Ein Entwässerungskonzept mit Entwässerungsplan wird noch vor Baubeginn nachgereicht. Der Mischwasserkanal im Nußbaumweg muss auf einer Länge von circa 110 Metern höher dimensioniert werden. Die Sicherung der benötigten Löschwassermenge ist zurzeit in der Überprüfung. Die Baufläche beträgt 23 Ar. Der Ortschaftsrat hat dem Bauvorhaben bereits zugestimmt, doch Diskussionsbedarf gab es dennoch. So schlug Gemeinderat Heiner Hofmann vor, das Dach teilweise begehbar zu gestalten. Ortsvorsteherin Kämmer findet es gut, dass dieses Projekt jetzt umgesetzt wird. Man sollte aber jetzt nicht mehr über die Bauausführung diskutieren, meinten weitere Räte, und Gemeinderat Karlheinz Schaller freute sich, dass dieses Projekt nunmehr vor dem Baubeginn steht.

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Auf Nachfrage aus dem Gremium, wann mit dem Bau begonnen wird, antwortete der Bürgermeister: „Der Bauherr hat starkes Interesse daran, alsbald zu beginnen“. Der Gemeinderat stimmte dem Bauantrag zu. Von den nicht eingehaltenen Festsetzungen des Bebauungsplans wird Befreiung erteilt. F