In der Pfarrkirche St. Kilian in Osterburken

Traditionelle Hubertusmesse gefeiert

Jagdhornbläsergruppe der Kreisjägervereinigung Buchen sowie die Parforcebläser sorgten für die musikalische Umrahmung.

Von 
Elisabeth Englert
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Die Jagdhornbläsergruppe der Kreisjägervereinigung Buchen flutete mit ihrem imposanten Klang den Kirchenraum. © Elisabeth Englert

Osterburken. Zwei Fichten stehen beidseits des Altars in der Pfarrkirche Sankt Kilian. Nein – die für den Blumenschmuck Verantwortlichen haben sich nicht mit Weihnachten vertan. Vielmehr gelten der grüne Teppich aus Tannenzweigen, die rustikalen Kerzenständer aus Baumstämmen, die Vasen mit buntem Blattwerk und das mächtige Hirschgeweih mit dem Holzkreuz inmitten dem heiligen Hubertus, dem Schutzheiligen der Jäger, zu dessen Ehre die traditionelle Hubertusmesse gehalten wurde.

Eine Miniaturausgabe Wald wurde ins ehrwürdige Gotteshaus geholt, und so zog sich das Grün für Hoffnung, Leben, Natur wie der sprichwörtlich rote Faden durch die von Hauptzelebrant Pfarrer Thomas Kuhn sowie Diakon Andreas Schwarz gelesene heilige Messe.

Musikalisch gestaltet wurde sie, neben dem obligatorischen Orgelklang, von der Jagdhornbläsergruppe der Kreisjägervereinigung Buchen unter Leitung von Hartmut Lang sowie den Parforcebläsern unter Leitung von Dr. Edmund Link. Bereits die ersten Töne zauberten unter dem zeltförmigen hohen Kirchendach eine ergreifende, festliche Atmosphäre.

Hoffnung auf neues Leben

In seinen einleitenden Worten nahm der Geistliche den Herbst mit seiner zurückgehenden Vegetation zum Anlass, die Hoffnung auf neues Leben im Dies- und Jenseits herauszuarbeiten.

Eingehend auf die Legende des Schutzheiligen, dessen insbesondere am dritten November gedacht werde, sah er den vom jagenden Hubertus verschonten Hirschen stellvertretend für die Natur als auch den „Schöpfer, der alles am Leben erhält.“

Kuhn mahnte zum Innehalten und Reflektieren, welch Stellenwert die Natur heutzutage habe. Erinnernd an Umweltskandale fragte er: „Wo gibt’s noch Fasane oder Rebhühner?“ Die Aufgaben der Jäger hätten sich weg von der Jagd, hin zum Erhalt von Wald und Natur gewandelt. Kritisch äußerte er sich zum „Hopplahopp“, das den Zeitgeist widerspiegele. Der Natur werde nicht die Zeit gelassen, die sie benötige. Darum solle der Gottesdienst sensibilisieren, denn „wir haben nur eine Zeit, die unsere. Nur eine Welt, die unsere. Nur eine Möglichkeit, die unsere.“

Die von Hegeringleiter Egon Bermayer vorgetragenen Fürbitten nahmen Bezug zur verantwortungsvollen, gemeinschaftlichen Jagdausübung gerade im Hinblick auf die nun anstehenden Drückjagden.

„Pfarrer Kuhn hat uns aus der Seele gesprochen“, so Kreisjägermeister Roland Braun an dessen applausverdächtige Predigt anknüpfend und freute sich über den gut besuchten Empfang im Bernhardusheim, der offenbarte, wie sehr die Gemeinschaft während der Pandemie gefehlt habe.

Innehalten und Reflektieren

Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und selbst passionierter Jäger, bekräftigte die Verantwortung für den „Lernort Natur.“ In einer Gesellschaft, die sich immer stärker von der Natur entfremde, sei deutlich zu machen, dass die Jagd Teil des natürlichen Zyklus sei, mithin die Entnahme dazu gehöre.

Für Osterburkens Bürgermeister Jürgen Galm stellte seine Teilnahme an der Hubertusmesse trotz etlicher Amtsjahre eine beeindruckende Premiere dar. Der Rathauschef betonte die Wichtigkeit der Jagd, die seitens der Stadt mit der Schießanlage unterstützt werde.

Überdies wertschätzte er die ehrenamtlichen Tätigkeiten der Jägerinnen und Jäger und hegte den Wunsch, „dass die Hubertusmesse wieder einmal nach Osterburken komme.“

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