Nominierungsversammlung in Osterburken - Kreisverbände Neckar-Odenwald und Main-Tauber bereiten sich auf Bundestagswahlkampf vor / Antrittsrede von Anja Lotz „SPD-Schiff“ hat Platz für alle Demokraten

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Bei der Nominierungskonferenz haben die SPD-Kreisverbände Neckar-Odenwald und Main Tauber unter anderem die Kandidatin für die Bundestagswahl, Anja Lotz nominiert. Das Bild zeigt (von links) Anton Mattmüller, Landtagskandidat SPD Main-Tauber, Thomas Kraft, Kreisvorsitzender SPD Main-Tauber, Anja Lotz, Michael Deuser, Kreisvor-sitzender NOK, Dr. Dorothee Schlegel, Kreisvorsitzende NOK und Landtagskandidatin, MdL Georg Nelius und Leon Köpfle, Zweitkandidat NOK für den Landtag. © SPD

Anja Lotz, die Kandidatin der SPD für den Bundestagswahlkampf im Bezirk Odenwald-Tauber, nahm die Zuhörer mit auf eine rhetorische „Schiffsreise“.

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Osterburken. Die SPD im Wahlkreis Odenwald-Tauber hat Anja Lotz als Kandidatin für die Bundestagswahl nominiert (die FN berichteten). Anja Lotz ist aus Weikersheim und dort Vorsitzende der Gemeinderatsfraktion. Sie verfügt damit über enorme kommunalpolitische Erfahrung. Lotz wurde mit beeindruckenden 58 Stimmen gewählt – bei zwei Enthaltungen.

Die Nominierungskonferenz in Osterburken wurde von Dr. Dorothee Schlegel, der Kreisvorsitzenden aus dem Neckar-Odenwald-Kreis, eröffnet. Die Leitung der Konferenz lag in den Händen von Leon Köpfle, Katrin Rappert und Michael Deuser. Den Wahlvorschlag brachte Thomas Kraft im Namen der beiden Kreisvorstände ein.

Pflegeberufe aufwerten

Anja Lotz nahm die Zuhörer rhetorisch mit auf eine Schiffsreise. An Bord sei Platz für alle Demokraten. Rechtsextremisten dürften nicht an Bord. Zu deren Bekämpfung werden Sonderanwaltschaften eingerichtet. Eine alterswürdige Rente komme durch die Grundrente ab 2021 voran. Gesundheit, Wohnen und Pflege seien Grundrechte. Hier hätten renditegetriebene Investorengruppen nichts zu suchen, so Lotz weiter. Die Pflegeberufe müssten aufgewertet werden.

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Eine familienfreundliche Sozialpolitik und verlässliche kostenfreie Kita- und Schulbetreuungsangebote seien auf diesem Schiff vorzufinden. Konkret forderte sie eine Bäderallianz, die eine tragende finanzielle Unterstützung der Schulschwimmbäder zum Ziel habe. Bezahlbarer Wohnraum sei ihr ebenfalls wichtig. Die Pandemie habe gezeigt, dass Arbeit auch im Homeoffice durchgeführt werden könne. Die Initiative des Bundesarbeitsministers Hubertus Heil begrüßte sie.

Für den ländlichen Raum biete sich damit die Chance, dass junge Menschen dort arbeiten und leben könnten und nicht die Städte abwandern müssten. Männer und Frauen müssten gleichermaßen die Möglichkeit haben, die Gewichtung von Beruf und Familie selbst zu bestimmen. Ehepaare brauchten Rahmenbedingungen, um Mehr-Kind-Familien gründen zu können. Alleinerziehende dürfen nicht alleine gelassen werden. „Kinder sind unsere Zukunft und unser höchstes Gut“, stellte Anja Lotz fest.

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Klimaschutz und Umweltpolitik seien ihr wichtig. Klimaschutz, Regenerative Energien und Vermeidung von Plastik sind Punkte aus diesem Bereich.

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Die Landwirtschaft sieht sie als Partner. Sie brauche gesicherte Einkommen durch Qualitäts- statt Quantitätsproduktion. Die Rolle des ländlichen Raums müsse gestärkt werden. Das gelte gerade auch für Arbeitsmarktchancen.

Programm zur Landtagswahl

Anton Mattmüller unterstützte die Kandidatur und schilderte seine Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Anja Lotz als Zweitkandidatin im Landtagswahlkampf. Er führte gemeinsam mit Dr. Dorothee Schlegel auch in das Programm zu Landtagswahl ein. Diese finde im März 2021, also vor der Bundestagswahl, statt. Hildegard Buchwitz-Schmidt, die Ortsvereinsvorsitzende von Weikersheim, stellte der Kandidatin Anja Lotz ein gutes Zeugnis aus und forderte alle zu engagierter Unterstützung auf.

Delegierte bestimmt

Weiter fanden auf der Wahlkreismitgliederversammlung Wahlen von Delegierten für den Landesparteitag der SPD zur Aufstellung der Bundestagsliste für Baden Württemberg statt. Gewählt wurden für den Main-Tauber-Kreis Thomas Kraft, Markus Herrera Torrez und Lena Brand. Ersatzdelegierte ist Hildegard Buchwitz-Schmidt. Für den Neckar-Odenwald-Kreis sind Benjamin Köpfle, Leon Köpfle, Dr. Dorothee Schlegel, Jürgen Graner, Georg Nelius, Markus Dosch und Heide Lochmann Delegierte. Ersatzdelegierte sind Ralph Gaukel und Michael Deuser. Die Quote der SPD führte im Neckar-Odenwald-Kreis zu einer Verschiebung eines Mandats.

Mit einem Schlusswort von Thomas Kraft endete die Nominierungskonferenz. Kraft führte schlaglicht-artig wichtige Erfolge der SPD in der gegenwärtigen Koalition an und formulierte Fragen an die Zukunft. Werden Arbeitnehmer bei den Veränderungen der Arbeitswelt allein gelassen? Kommt eine Vermögens- und Transaktionssteuer oder die Bürgerversicherung? Das seien hier die Fragen.

Der Markt könne vieles nicht regeln. Die SPD stehe für einen aktiven Staat. Deutlich machte er das mit einem Regenschirm: „Schirm auf, SPD regiert, Schirm zu, die Menschen stehen im Regen.“