GTO, Realschule und Schule am Limes

Schulen machten sich für Awasa stark

Bei diversen Aktionen kamen 22 118 Euro für Hilfsmaßnahmen zusammen, mit denen ein „Toilettenprojekt“ finanziert wurde

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Die Freude über die Installation einer Handwaschanlage auf dem Schulgelände in Arossa ist groß. Wie die Bilder zeigen, konnte der Zeitrahmen eingehalten und die Baumaßnahme zur Freude der Schüler und Familien rechtzeitig abgeschlossen werden. © Linsler

Osterburken. Die drei Osterburkener Schulen – Ganztagsgymnasium, Realschule und Schule am Limes – haben trotz Corona-bedingter Einschränkungen im vergangenen Schuljahr diverse Aktionen für Awasa durchgeführt und dabei erneut ein starkes Ergebnis erzielt.

Wiederum stand im Frühjahr die Riesen-Spendensumme von 22 118 Euro für Hilfsmaßnahmen in der Diözese Awasa bereit. Dieser Betrag reichte aus, um das wichtige Hygiene Projekt „Bau einer ordnungsmäßigen Latrine und die Installation einer Handwaschanlage auf dem Schulgelände in Arossa“ zu erstellen. Die vorberechneten Baukosten beliefen sich auf 20 000 Euro.

Matewos Dangiso, der zuständige Direktor für das Bildungswesen in der Diözese, begründete die Notwendigkeit der Baumaßnahme sinngemäß: Eine sichere und ausreichende Wasser- und Sanitärversorgung sowie Förderung der Hygiene sind wesentliche Elemente in schulischen Einrichtungen.

Das regelmäßige Händewaschen der Schulkinder nach dem Toilettengang beugt krank machenden Infektionen vor und hilft bei Krankheitsausbrüchen, diese einzudämmen. Darüber hinaus leistet es auch einen wichtigen Beitrag zur Prävention der grassierenden Covid-19 Pandemie.

Stärkeres Bewusstsein schaffen

Die Aufklärung und das Einüben von Hygienepraktiken an der Schule erreicht ferner über die Schüler auch die Eltern und die Öffentlichkeit – mit der Folge, dass bei ihnen und in der Gemeinde ein stärkeres Bewusstsein für die Gesundheit entsteht. So wächst ein Umfeld, das letztlich auch zu einer Verbesserung der sanitären Verhältnisse der Kinder führt.

Angesichts der höchst mangelnden Hygiene an den Schulen, hat die äthiopische Regierung 2014 ein Programm für saubere und sichere Gesundheitsvorrichtungen an Schulen ins Leben gerufen und verfügt: An allen äthiopischen Schulen müssen mindestens drei separate Toiletten für Jungen, Mädchen und Lehrer vorhanden sein.

2017 hatten erst sieben Prozent der Schulen Zugang zu Wasser und Seife! Dank der Kampagne der äthiopischen Regierung ist der Prozentwert inzwischen erheblich gestiegen. Heute haben etwa 60 Prozent der Schulen die geforderten Wasser- und Sanitäreinrichtungen.

30 Prozent der 61 Schulen der Diözese Awasa, die verschiedene Niveaustufen vom Kindergarten bis zum College haben, verfügen noch nicht über fließendes Wasser und Toiletten; dazu zählt auch die Schule von Arossa. Um die Schule auf den geforderten Stand zu bringen, sah die Bauplanung vor, mit den Spendengeldern der Osterburkener Schulen je sechs Fallgruben für Mädchen und Jungen auszuheben, darüber die Toilettenhäuschen zu errichten und ein fließendes Wassersystem mit je sechs Wasserhähnen zu installieren.

Als Bauzeit wurde der Rahmen von März bis Dezember 2022 angenommen.

Die Schule selbst wurde 2003 von der Diözese Awasa gegründet und umfasst die Klassenstufen 1 bis 6. (Grundschule). Im Schuljahr 2022/23 werden 272 Schüler von sieben Lehrern unterrichtet. 56 Prozent der Schüler sind Jungen.

Das Besondere an den meisten Schulen in der Diözese ist es, dass sie den Armen in den abgelegenen, ländlichen Gemeinden dienen, die von staatlichen und privaten Dienstleistern nicht erreicht werden.

Aus Armutsgründen können die Eltern der Schüler in Arossa nur 12 400 Birr, das sind 221 Euro, jährlich zum Schulunterricht beisteuern. nl