Im Regionalen Industriepark Osterburken - Spedition Rüdinger beantragt Genehmigung der Zubringerstrecke von der Autobahn Lang-Lkw wollen künftig RIO ansteuern

Von 
Daniela Käflein
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Mit Lang-Lkw will die Firma Rüdinger in Zukunft auch ihre Niederlassung im Regionalen Industriepark Osterburken (RIO) ansteuern. Die Aufnahme der Zubringerstraße von der A 81 in das Positivnetz, wie die zugelassenen Straßen für Lang-Lkw genannt werden, hat Roland Rüdinger bereits beantragt. © Spedition Rüdinger

Mit Lang-Lkw will die Firma Rüdinger in Zukunft auch ihre Niederlassung im Regionalen Industriepark Osterburken (RIO) ansteuern. Die Genehmigung dafür hat Roland Rüdinger bereits beantragt.

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Osterburken. Als Pionier gilt der Spediteur aus Krautheim für die langen Gefährte schon seit einigen Jahren. „Aber eigentlich sind sie mit 25 Metern gerade mal sechs Meter länger als normale Lkw“, erklärt der Fachmann im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten.

„Effektiver befördern“

Der Vorteil liege einfach darin, dass man 50 Prozent mehr aufladen könne, vor allem, wenn man sperrige Ware habe. „Und dann kann man sie noch effizienter befördern“, weiß der Logistik-Spezialist aus dem Jagsttal, der seit 2016 auch im RIO vertreten ist.

Auch hier sollen seine längsten Züge in Zukunft „starten und landen“ können. Aus diesem Grund macht sich Roland Rüdinger für die Aufnahme der Zubringerstrecke von der Autobahn in das sogenannte „Positivnetz“ stark. Damit ist die Genehmigung gemeint, dass Lang-Lkw diese Straße benutzen dürfen.

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Denn die Speditionen dürfen ihre überlangen Laster, die maximal 25,25 Meter lang sein können, nicht einfach auf jede Straße schicken. Vielmehr darf der Lang-Lkw nur auf den Strecken des sogenannten Positivnetzes eingesetzt werden. Dabei sind die zulässigen Strecken zum Teil hausnummerngenau angegeben.

Roland Rüdinger hat für sein Unternehmen die Ausnahme zweier weiterer Strecken ins Positivnetz beantragt. Zum einen handelt es sich im Main-Tauber-Kreis um die Verbindung zwischen der Autobahn A 81 bei Tauberbischofsheim und dem Grünsfelder Gewerbegebiet Walterberg (die FN berichteten). Im Neckar-Odenwald-Kreis geht es um die Genehmigung für die Abschnitte von B 292 und L 515 zwischen dem Anschluss der A 81 Osterburken und dem RIO.

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Seit dem 1. Januar 2017 können Lang-Lkw mit einer Länge von bis zu 25,25 Metern im streckenbezogenen Dauerbetrieb auf Basis des bestehenden Positivnetzes fahren.

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„Die Bundesländer prüfen dazu kontinuierlich Streckenwünsche interessierter Unternehmen auf Eignung und melden sie dann an den Bund“, erklärt Rüdinger im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Das Streckennetz werde auf dieser Grundlage regelmäßig vom Verkehrsministerium aktualisiert. Dies erfolge im Rahmen einer Änderungsverordnung.

Neue Lang-Lkw, so der Fachmann, müssten mit einem Abbiegeassistenten und mitblinkenden Seitenmarkierungsleuchten ausgestattet sein.

Das ist auch notwendig, denn das Positivnetz ist inzwischen sehr umfangreich und schließt immer mehr Bereiche mit ein, in denen auch Radfahrende verkehren. „Diese Maßnahmen tragen sowohl dem innovativen Konzept der Lang-Lkw als auch der Verkehrssicherheit entsprechend Rechnung“, heißt es auf der Internetseite der Bundesverkehrsministeriums.

Bis Ende 2016 war der Einsatz von Lang-Lkw in einem fünfjährigen Feldversuch vom Bundesverkehrsministerium getestet worden, bei dem die Chancen und Risiken dieser neuen Nutzungskonzepte untersucht wurden.

Aufgrund der Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Feldversuchs durch die Bundesanstalt für Straßenwesen hatte das Verkehrsministerium die überwiegende Zahl der Lang-Lkw in den streckenbezogenen Dauerbetrieb zugelassen.

Wesentliche Ergebnisse seien dabei vor allem, dass zwei Lang-Lkw drei Fahrten mit herkömmlichen Lkw ersetzen, heißt es in der Untersuchung. Daneben lägen die Effizienzgewinne und die Kraftstoffersparnisse zwischen 15 und 25 Prozent, was Roland Rüdinger ebenfalls bestätigt. Außerdem gebe es keinen erhöhten Erhaltungsaufwand für die Infrastruktur und keine Verlagerungseffekte von der Schiene auf die Straße.

„Im Fall von Osterburken geht es für die Lkw direkt von der Autobahn in den nächsgelegenen Gewerbepark. Wer soll da was dagegen haben?“, fragt der Krautheimer Logistiker, der gerade aus einer Videokonferenz mit dem Bundesverkehrsministerium und dem Bundesverband Spedition und Logistik kommt, wo er im Vorstand Verantwortung übernimmt.

Weniger Verkehr auf den Straßen

In der Tat sieht auch der Osterburkener Bürgermeister Jürgen Galm für das Vorhaben der Lang-Lkw im RIO „keine Probleme“, zumal die Römerstadt beim Genehmigungsverfahren auch gar nicht beteiligt sei. „Aber natürlich ist Osterburken auch nicht so tangiert wie der Kollege in Grünsfeld“, sagt er mit einem Blick auf das Taubertal. Klar sei ein längerer Lkw beim Überholen für den Autofahrer schon eine andere Sache. „Ansonsten bieten die Lang-Lkw nur Vorteile. Auch für die Umwelt“, betont er weiter und unterstreicht, dass sie durch das größere Ladevermögen für weniger Verkehr auf den Straßen sorgen.

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