„Faschenacht 2.1“ - Die „Borkemer Wüschele“ veranstalteten ihre Prunksitzung in den Sozialen Netzwerken / Knapp 1500 Personen nahmen teil Kampagnenhöhepunkt digital gefeiert

Da die „Borkemer Faschtnacht“ nicht – wie die Jahre zuvor – in der Baulandhalle veranstaltet werden konnte, wurde die Feier kurzerhand ins Netz verlegt.

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Die Präsidenten Dominik Holderbach und Marcel Zimmermann (von links) leiteten durch den Abend. © „Borkemer Wüschele“

Osterburken. Es war – so hoffen die „Borkemer Faschtnachter“ – das erste und letzte Mal, dass die Präsidenten Dominik Holderbach und Marcel Zimmermann des Elferrats der Stadt Osterburken die Narren aus nah und fern via Online-Live-Stream zur Fastnacht einladen mussten. Eigentlich wäre am vergangenen Wochenende der Höhepunkt der Kampagne mit der eigenen Prunksitzung gewesen. Aber aufgrund der Umstände musste eine Alternative her, die allen die Fastnacht ins Wohnzimmer oder Esszimmer brachte. So startete das Projekt „Faschenacht 2.1“ via Livestream in den sozialen Medien.

Fastnacht nach Hause gebracht

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Nach einer Bildershow und Stimmungsmusik begrüßten die Präsidenten „Werner“ und „Baywatch“ die Zuschauermenge an den heimischen Fernsehern. Zuhause bleiben war das Gebot der Stunde, deshalb brachte man die Fastnacht genau dorthin. Es folgte eine Tanzdarbietung der jungen Elferräte aus dem Jahr 2017. Als Tänzer traten Jan Niklas, Mario Seewald und Dominik Holderbach auf.

Mit digitalen Grüßen des Vorstands hieß man alle Teilnehmer des gemeinsamen Abends willkommen. Dann gab es die Auflösung des Fastnachtsrätsels zum närrischen Schaufenster in der Friedrichstraße. Auch die Malaktion der Kinder mit den Ausmal-Traditionsfiguren fand erfreulich großen Anklang. Alle Kinder erhalten nachträglich ein kleines Dankeschön für die Teilnahme. Die Bilder sind noch bis Aschermittwoch in der Friedrichstraße zu sehen. Es folgte ein Videobeitrag der „Blauen Funken“ mit Ausschnitten der Prunksitzung 1992 sowie der letzten Kampagne.

Auch Bürgermeister Jürgen Galm nahm an der digitalen „Faschenacht“ teil. Aus seinem Wohnzimmer begrüßte er alle Narren und übergab wie gewohnt – nur diesmal digital – die Schlüssel der Stadtkasse. Im Anschluss öffnete sich die Telefonleitung ins Studio und zahlreiche Bilder von verkleideten Narren trudelten in der Regie des Aufnahmestudios ein. Über einen Live-Chat und Whatsapp wurden Grüße und Kommentare hinterlassen.

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Dann war es Zeit für die erste Büttenrede des Abends. Präsident i. R. Andreas „Rossi“ Geiger startete dabei seine Karriere und begrüßte die Menge als „Tanzmariechen Rossi“. Er berichtete aus dem harten Leben eines Tanzmariechens, den Glanzzeiten und den verdrängten Alterserscheinungen.

Wie es die Profis machen, zeigten dann die „Roten Funken“ mit Blick zurück in die „410. Borkemer Faschenacht“ 1992, sowie den aktuellen Tänzen der letzten Kampagnen, was sie können. Darauf folgte eine Vorstellung aller Traditionsfiguren: den Hexen, den „Strohbären“, „Herrle und Fräle“ sowie den „Wüschele“. Präsi „Werner“ hatte nun das Vergnügen die „Fit for Faschenacht“ Büttenrede von Tamara Belz alias „Frau Vogel“ anzukündigen. Diese zeigte sich in sportlichem Dress im heimischen Sportstudio. Sie beleuchtete sportliche Aktivitäten und berichtete von ihren Erfahrungen beim „Bodybuilding“. Tamara Belz als Frau Vogel ist in der „Borkemer Faschenacht“ bereits ein bekanntes „Urgestein“ und durfte deshalb auf der Bühne oder im Livestream nicht fehlen.

Letzte Tanzdarbietung

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Der letzte Tanzbeitrag des Abends setzte die Sitzung fort. Die „Grünen Funken“ des Elferrats der Stadt Osterburken zeigten sich zunächst in der Zeit von 1993, ehe sie dann einen aktuellen Corona-konformen Tanz „gemeinsam“ auf der Bühne tanzten. Ein großes Lob ging hier an Trainerin Patricia Letzgus, welche das Video in mühevoller Arbeit geschnitten und zusammengefügt hat. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Beitrag des Musikvereins Osterburken, welcher mit einer digitalen Aufnahme von allen Akteuren aus deren Zuhause das „Borkemer Lied“ zum Mitsingen spielte.

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Von den „Schneeberger Krabbe“ war es nun „Zack Zang“ mit Tochter Lina von den „Höhgöiker Glashofe“ die das Publikum mit ihrer „Doppelbütt“ unterhielten. Mit einem Rückblick berichtete er von einem kuriosen Jahr, auch neben dem „blöden Corona“. Auch die Flaschengeister von Zack sorgten mit deren Namen für mächtig Verwirrung.

Aus der Nachbarschaft grüßten die „Merchemer Brogge“ mit Präsident Maxi Maurer und seinen Mädels mit einem musikalischen „Autoauftritt“. So würde sich wohl jeder Elferrat gerne in der Kampagne chauffieren lassen. Andreas Poser von den „Lustigen Vögeln Schweinberg“ hatte es sich nicht nehmen lassen am Online-Event teilzunehmen. Auf den Prunksitzungen im Kreis und natürlich auch in „Borke“ ist er bekannt als „Karl“ und als „Nachtwächter“. In der Online-Bütt forderte er die Zuschauer mit seinem Nachtwächtergesang zum Mitmachen auf und berichtet zum Beispiel vom Stadionbesuch bei Eintracht Frankfurt mit seinem Hund.

Viele Zuschauer

Der Abend war bereits fortgeschritten und die Präsidenten Dominik und Marcel verabschiedeten sich von der großen Zuschauermenge (knapp 500 Streams mit einer Reichweite von knapp 1500 Personen). Sie bedankten sich bei allen Akteuren und Helfern für dieses große Online-Projekt. Vor allem aber bei den Teilnehmern, die das Brauchtum bestmöglich Zuhause feierten. Beide freuen sich auf die nächste Kampagne und die Prunksitzung vor Ort.

Die in der Sendung zugesendeten Bilder von den heimischen Fastnachtsfeiern gab es im Anschluss für alle Teilnehmer zu sehen.