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In Osterburken

„Barriere? Frei! Wie wollen wir zusammenleben?“

Simone Fischer referierte. „Menschen mit Behinderung sichtbar machen“

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Osterburken. Auf Initiative von BBO, DRK und VdK referierte am Samstag Simone Fischer, Beauftragte des Landes Baden-Württemberg für die Belange von Menschen mit Behinderungen, in Osterburken. Ihre berufliche Laufbahn hat sie bei der Stadtverwaltung der Römerstadt gestartet.

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Beim Vortrag mit dem Titel „Barriere? Frei! Wie wollen wir zusammenleben?“ ging sie auf die notwendige Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen ein. „Inklusion ist ein gesellschaftlicher Zustand, in dem alle Menschen in der Gesellschaft die gleichen Chancen zur persönlichen Entwicklung haben, die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu Bildungsangeboten zum Arbeitsmarkt, zu kulturellen Angeboten, also zu alle Einrichtungen und Angeboten, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.“

Leider seien das Recht auf Barrierefreiheit und die natürliche Chance zur Teilhabe immer noch kein Selbstläufer. „Sie sind keine Gnade, kein Akt der Barmherzigkeit“, so Fischer, die hinzufügte: „Sie sind Qualitätsmerkmal einer generationengerechten und zeitgemäßen Gesellschaft.“

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Anschließend nahm Fischer die Anwesenden mit auf ihre „Version 2030“: Dazu gehören ein taktiles Boden- also ein Blindenleitsystem, Onlinebuchungen für Rollstuhlfahrer und die Karte für die Begleitpersonen, Führungen in Gebärdensprache, ein Gebärdensprachdolmetscher bei Veranstaltungen, Führungen in Museen und Ausstellungen für sehbehinderte Menschen.

Klar sei: „Barrierefreiheit endet nicht mit einer Rampe oder einem Aufzug. Sehbehinderte und blinde Personen brauchen akustische oder taktile Informationen, gehörlose Menschen kommunizieren in Gebärdensprache, Menschen die nicht oder nicht gut lesen können benötigen leichte Sprache.“ Das alles sei möglich, damit Menschen gut in ihrem Alltag klarkommen und ohne massig Hindernisse so leben können, wie sie es sich vorstellen. „Es ist aber leider immer noch nicht überall selbstverständlich.“ Es gebe immer auch schon gute Beispiele. Aber eben nicht überall. „An vielen Stellen oder im Alltag fragen wir uns: Fehlt das große Ganze?“, so Fischer. „Wir haben ein Grundgesetz. Es ist nach wie vor eine der besten Errungenschaften. Inklusion beinhaltet alle Facetten davon. Sie überträgt die Inhalte des Grundgesetzes ins Leben und in unseren Alltag. Wir alle sind dazu aufgerufen, dies vor Ort in unseren Familien, in der Nachbarschaft, in der Schule, bei der Arbeit und Freizeit mit Leben zu füllen. Und uns auch dafür einzusetzen, wenn wir feststellen, dass Benachteiligung stattfindet.“

Aktuell werde der Landes-Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Baden-Württemberg aus dem Jahr 2016 fortgeschrieben. „Dort werden konkrete Maßnahmen zur Verbesserung in Baden-Württemberg erarbeitet.“

Der Fokus von Simone Fischer liegt darauf, dass Menschen mit Behinderungen „sichtbar“ sind, dass sie sich in der Gesellschaft und vor Ort beteiligen und selbst vertreten können, damit ihre Belange berücksichtigt werden. „Das Zusammenleben, der Alltag, Mega-Themen – wie Wohnen, Mobilität, Digitalisierung – kann nur dann einen demokratischen Anspruch stellen, wenn wir barrierefrei sind und alle teilhaben können.“ Fischer: „Wir investieren bei der Barrierefreiheit und Inklusion in eine menschliche und offene Gesellschaft, in Menschen, ihre Fähigkeiten und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt. Nur so können wir eine Gesellschaft sein, in der es normal und wertvoll ist, dass wir Menschen eben verschieden sind.“

Es lohne sich, hinzuschauen, zuzuhören und Begegnungen zu schaffen. „Mit Herz, Leidenschaft, offenen Augen und zupackenden Händen können wir alle in unserem Alltag, unserer Nachbarschaft, in der Kita und Schule, bei der Arbeit, im Verein, in unseren Verwaltungen, in unseren Kommunen, in Land und Bund Bedingungen für Teilhabe schaffen und Menschen eine Chance geben. Wir alle tragen dazu bei, unsere Gesellschaft ein Stück barrierefreier und damit auch besser zu machen.“

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