Modernisierungsprojekt - Der Haltepunkt Igersheim wird barrierefrei umgebaut / Informationsveranstaltung bringt Bürger und Anwohner auf den aktuellen Stand der Dinge Westfrankenbahn investiert 530 000 Euro

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Klaus T. Mende
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Die Westfrankenbahn modernisiert den Haltepunkt Igersheim grundlegend. In einer Bürgerversammlung am Mittwoch informierte das Unternehmen die Anwohner über die Maßnahmen.

Der Bahnhaltepunkt Igersheim ist mittlerweile sehr in die Jahre gekommen. Für eine Summe von 530 000 Euro wird er nun grundlegend saniert. © Klaus T. Mende
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Igersheim. Die Westfrankenbahn (WFB) hat sich auf die Fahnen geschrieben, bei Maßnahmen jeglicher Art eine transparente Vorgehensweise an den Tag zu legen und die Öffentlichkeit im Allgemeinen sowie die Betroffenen im Besonderen rechtzeitig zu informieren.

Gut in Kenntnis gesetzt

Deswegen fand nun eine Informationsveranstaltung im Bürgerhaus statt, bei der rund zwei Dutzend Bürger zugegen waren. Die zeigten sich im Anschluss über das Vorhaben gut in Kenntnis gesetzt und sind bester Dinge, dass sich die vorübergehende Lärmbelästigung, vor allem an jenen Terminen, an denen nachts gearbeitet wird, in einem erträglichen Rahmen bewege.

Der für Igersheim zuständige Projektleiter, Diplom-Ingenieur Thomas Seyfried, von der WFB stellte das Vorhaben vor. Insgesamt werde sein Unternehmen rund 530 000 Euro in die Modernisierung des Haltepunkts investieren. Ziel sei, die Station, an der sichtlich der Zahn der Zeit genagt habe, auf Vordermann zu bringen – und das bei laufendem Zugbetrieb. „Deswegen müssen wir auch in mehreren Nächte tätig sein“, so Seyfried. Er hoffe auf das Verständnis der direkten Anwohner und gehe davon aus, dass sich die nächtliche Ruhestörung sehr in Grenzen halten werde.

Beginn ist am 11. März

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„Die Maßnahme wird ab 11. März in zwei Abschnitten durchgeführt“, klärte der Projektleiter auf. So sei gewährleistet, dass der Haltepunkt auch während der Modernisierung von Bahnkunden genutzt werden könne – wenn auch eingeschränkt.

Abschnitt eins werde voraussichtlich bis 4. April umgebaut. Einen Tag später machten sich die Beschäftigten der Bayreuther Baufirma Markgraf daran, die zweite Hälfte in Angriff zu nehmen. Diese Tätigkeiten seien bis 18. April anberaumt. Im Anschluss werde der Igersheimer Haltepunkt offiziell wieder seiner Bestimmung übergeben.

Bahnsteig wird erhöht

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Bislang, ging Seyfried jetzt konkret auf das Vorhaben ein, sei der Bahnsteig 167 Meter lang und 24 Zentimeter hoch. In Zukunft habe er eine Länge von 100 Metern, vollkommen ausreichend für zwei aneinanderhängende Zugkombinationen, und werde zudem auf 55 Zentimeter angehoben. Dies ermögliche einen barrierefreien Zugang zu den neuen Triebfahrzeugen, die im Laufe des Jahres nach und nach zum Einsatz kommen werden. Der Bahnsteig werde darüber hinaus mit einem taktilen Leitsystem ausgestattet. Zur weiteren Ausrüstung des Haltepunkts gehörten dessen komplette Ausleuchtung mittels LED-Lampen sowie ein überdachtes Wartehäuschen. Darin werde ein Fahrkartenautomat aufgestellt, der künftig in der Farbe Gelb leuchte.

Zunächst erfolgt der Rückbau

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Wenn es am 11. März losgehe, so Seyfried weiter, erfolge zunächst der Rückbau des bisherigen Bahnsteigs, bevor vom 18. bis 23. März die Fundmente für den neuen gelegt würden. Dies geschehe in erster Linie in fünf Nächten zwischen 20.30 und 5 Uhr. Was den zweiten Teil betreffe, seien die vier Nächste zwischen 5. und 9. April ins Visier genommen worden, um die nötigen Bauarbeiten auszuführen.

Zum Einsatz kämen unter anderem 2-Wege-Bagger, Plattenrüttler, Presslufthammer, Lkw, Motorkompressor und Handstopfmaschine. „Hier sind in der Spitze bis zu 117 Dezibel möglich“, erklärte der Projektleiter. Das mit der Maßnahme beauftragte Unternehmen sei jedoch angehalten, möglichst geräuscharmer Maschinen zu benutzen. Während der Dauer werde der Immissionsschutz überwacht, zudem sei ein unabhängiger Sachverständiger für Lärmfragen vor Ort.

Im Vorfeld der Modernisierung seien Lärm- und Erschütterungsgutachten in Auftrag gegeben worden, aus denen hervorgegangen sei, dass auf beiden Gebieten mit keinerlei negativen Beeinträchtigungen zu rechnen sei. Thomas Seyfried appellierte an die Anwohner, sich direkt an die Verantwortlichen vor Ort zu wenden, wenn sie ein Anliegen hätten.

Bürgermeister Frank Menikheim freute sich, dass „eine gute Sache“ nun begonnen werde. Er dankte den Betroffenen für deren Verständnis und Entgegenkommen. Der Haltepunkte werde dadurch nicht nur verschönert, sondern erfahre zudem eine optische Aufwertung.

Wenn die Arbeiten am Bahnsteig erledigt seien, könne voraussichtlich ab Mai das Bahnhofsumfeld neu gestaltet werden. Bis in den September hinein würden hier, so der Schultes, unter anderem ein Busbahnhof, zwölf Park-and-Ride- und zwei Behindertenparkplätze sowie Fahrradboxen realisiert. Bei dieser „Infrastrukturmaßnahme handelt es sich um eine Tagbaustelle“, meinte Menikheim abschließend.

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt