Gespräch mit Bürgermeisterin Heike Naber - Sie sieht die Stadt im Moment für die Corona-Krise gewappnet / „Intaktes familiäres wie nachbarschaftliches Leben“ „Weit mehr Helfer als Hilfesuchende“

Von 
Bettina Semrau
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„Ich bin gesund und fit“: Die Niederstetter Bürgermeisterin Heike Naber sieht ihre Stadt derzeit für die Corona-Krise gewappnet. © Bettina Semrau

Die Corona-Krise ist für die Städte und Gemeinden eine Herausforderung. Wir haben Bürgermeisterin Heike Naber gefragt, wie man in Niederstetten die Ausnahmesituation meistert.

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Niederstetten. Mitarbeiter fallen aus, weil sie Risikogruppen angehören oder sich in häusliche Isolation begeben müssen, der Kindergartenbetrieb muss umgeplant, Unterstützung für Privatpersonen und Hilfen für Betriebe organisiert werden: Wir wollten von Bürgermeisterin Heike Naber wissen, welche Aufgaben die Niederstettener Stadtverwaltung aktuell zu bewältigen hat – und wie es der Bürgermeisterin geht.

Wie geht es Ihnen in der aktuellen Corona-Krise persönlich? Sind Sie fit und vom Coronavirus bislang verschont geblieben?

Heike Naber: Ja, bin gesund und fit.

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Wie sehr nimmt Sie die Bewältigung der aktuellen Situation in Anspruch?

Naber: Als es so richtig los ging, war nichts mehr außer Corona wichtig. Jetzt hat unser Team alles auf den Weg gebracht, so dass wir „nur“ noch regelmäßige Lagebesprechungen machen. Wir schreiben unsere Maßnahmen fort: am Anfang stand Kinderbetreuung ganz vorne, dann nachbarschaftliche Hilfe, jetzt Unterstützung der Solo-Selbständigen und Kleinunternehmen.

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Wie geht es den Mitarbeitern Ihrer Stadtverwaltung und des Bauhofs? Sind auch hier schon Corona-Verdachtsfälle oder Krankheitsfälle aufgetreten?

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Naber: Wir sind auch nur ein Abbild der Gesellschaft. Gott sei Dank ist niemand erkrankt. Drei MitarbeiterInnen sind bzw. waren in vorsorglicher häuslicher Absonderung. Mitarbeiter, die einer Risikogruppe angehören, sind zuhause.

Wie läuft die Krisenbewältigung in der Stadtverwaltung? Welche Veränderungen haben sich im Rathaus ergeben?

Naber: Das Rathaus bleibt geöffnet, auch Einsichtnahme im Zuge öffentlicher Auslegung (z. B. Bebauungspläne) ist möglich. Dennoch empfehlen bzw. bitten wir um telefonische Absprache. Allerdings müssen wir aus Hygienegründen vorsorgliche Maßnahmen treffen. Unser Publikumsverkehr wird gebeten, an der Rathaustür zu klingeln, dann erfolgt Kontaktaufnahme über das Fenster neben der Eingangstür. Hier erfolgt die Bedienung in einfachen Fällen, z.B. Aushändigung von Müllsäcken. Personen mit wichtigen, unaufschiebbaren Angelegenheiten wird Einlass gewährt. Wir versuchen, im Rathaus in Schichten zu arbeiten, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Was sind die größten Probleme und Aufgaben, die Sie und Ihre Verwaltung aktuell bewältigen müssen?

Naber: Organisatorisch war die Umstellung des Kindergartenbetriebs über ein Wochenende bis einschließlich des Montags eine große Aufgabe. Wir haben nur kommunale Kindergärten. Hier haben die drei Kindergartenleitungen Sabine Kaiser-Pollok (Kita Niederstetten), Christian Hachtel (Kita Vorbachzimmern) und Anastasia Heis (Kiga Rinderfeld) großartige Arbeit geleistet.

Die Stadt hat das „Bü-Netz“ eingerichtet, um Privatpersonen zu helfen. Gibt es auch Unterstützung für Unternehmen, Betriebe oder Selbstständige?

Naber: Alle Informationen, die wir von politischer Seite oder auch vom Landratsamt erhalten haben, haben wir sofort und ohne Zeitverlust an den Gewerbeverein weitergegeben, der wiederum über seinen Verteiler alle Mitglieder informiert. Wir versuchen, über unsere Homepage und die sozialen Medien möglichst alle zu erreichen. Alle Hotline-Nummern für spezielle Fragen sind bekannt. Unser krisenteam@niederstetten.de ist als Anlaufstation bekannt (erste Ansprechpartnerin ist Carolin Haas, Telefonnummer 07932/9102-29). Hier leiten wir innerhalb unseres Teams alle Anfragen weiter und kümmern uns um jedes Anliegen, privat wie geschäftlich, individuell.

Welche Herausforderungen sehen Sie auf die Stadt und Ihre Bürger zukommen, wenn die Ausgangsbeschränkungen bestehen bleiben oder sogar verschärft werden müssten?

Naber: Das sehen wir bislang gelassen. Es geht darum, kreativ zu sein. Wir organisieren Mal- und Bastelaktionen für Kinder. Unsere Mediothek versorgt mit Lesestoff. Derzeit sage ich: wir sind gewappnet. Positiv festzuhalten ist, dass wir weit mehr Helfer haben als Hilfesuchende, obwohl wir auch über das Amtsblatt und nicht nur online auf unsere Angebote aufmerksam machen. Das spricht für ein intaktes familiäres wie nachbarschaftliches Leben in unserer Stadt.

Redaktion