Uferpflegearbeiten an der bayerischen Tauber - Vor allem von Eschen, die fast alle vom so genannten Eschentriebsterben befallen sind, geht derzeit ein erhebliches Risiko aus Viele Bäume sind bereits abgestorben

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brun
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Die Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes Aschaffenburg Helmut Aulbach und Thomas Fleischmann bei einer mit Winden unterstützten Fällung von Eschen an der Tauber bei Röttingen. © Markhard Brunecker

Röttingen. Seit Tagen schallt das Brummen einer Motorsäge durch das winterliche Taubertal. Mit weiterem schwerem Gerät wie einem 160 PS starken Traktor sorgt das Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg im knapp 15 Kilometer langen Teilstück der insgesamt 131 Kilometer langen Tauber von der Landesgrenze zwischen dem württembergischen Creglingen und dem bayerischen Klingen bei Flusskilometer 83,3 sowie Tauberrettersheim und Schäftersheim (Flusskilometer 68,7) für den Gewässerunterhalt.

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Die Tauber-Quelle selbst liegt bei Weikersholz, etwa 15 Kilometer südwestlich von Rothenburg ob der Tauber bei Rot am See im baden-württembergischen Landschaftsraum „Hohenloher und Haller Ebene“ auf einer Höhe von rund 450 müNN. Wie Matthias Grüttner, Leiter der Flussmeisterstelle in Würzburg, erklärt, führen er und seine Mitarbeiter Gehölzpflegearbeiten an den Ufern der Tauber durch. Der Altbewuchs, der teils stark geschädigt ist, müsse entfernt werden, damit eine Verjüngung des Bewuchses stattfinden könne.

Dabei geht es in erster Linie um die Verkehrssicherungspflicht, denn das Wasserwirtschaftsamt ist auch Eigentümer zahlreicher Gewässer- und Ufergrundstücke und für den verkehrssicheren Zustand der Bäume auf seinen Grundstücken verantwortlich. Aber auch ökologische Gesichtspunkte werden bei der Gehölzpflege berücksichtigt – der Lebensraum Gewässer wird durch die Maßnahmen gestützt oder im Bedarfsfall aufgewertet. Weiterhin ist das Wasserwirtschaftsamt verpflichtet, seine Grundstücke sicher zu halten und die schadhaften Bäume, die ins Wasser hineinbrechen können, zu fällen.

Der Abfluss des Gewässers, speziell der Hochwasserabfluss, muss gewährleistet sein. „Die Kollegen an den Flussmeisterstellen stellen mit ihrer fachkundigen Arbeit sicher, dass die Gewässer den verschiedensten Tieren und Pflanzen einen möglichst natürlichen, intakten Lebensraum bieten, aber auch Gefährdungen für uns Menschen soweit möglich vermieden werden“, fasst Herbert Walter, Leiter des Wassserwirtschaftsamtes Aschaffenburg zusammen. Vor allem von Eschen, die fast alle vom so genannten Eschentriebsterben befallen sind, geht derzeit ein erhebliches Risiko aus. Viele Bäume sind abgestorben, die Äste morsch und vertrocknet. Entlang der Tauber führt auch teilweise der beliebte fünf Sterne Fahrradweg „Liebliches Taubertal“. Da nur eine Verjüngung stattfindet, ist eine Nachpflanzung selten nötig, da ja die Jungbäume stehen bleiben und nachwachsen. Der Jungbewuchs, der selbst nachwächst, sei der beste.

Abgabe an Interessierte

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Das gefällte, verwertbare Holz wird an Interessierte abgegeben. Das restliche, meist schadhafte Holz wird durch das Wasserwirtschaftsamt gehäckselt. Da es in diesem Bereich noch keine Flurbereinigung gab, gib es auch keinen längeren, durchgängigen Seitenstreifen im Eigentum des Freistaats Bayern. Das Wasserwirtschaftsamt strebt jedoch den Kauf von Grundstücken am Gewässer an, da dies bessere Möglichkeiten für die natürliche Entwicklung des Gewässers eröffnet. Das Gewässer, die Tauber, hat eine eigene Flurnummer, das Grundstück eine natürliche Grenze und ist von den Vermessungsämtern anerkannt.

Der Biber ist natürlich hier auch stark vertreten, wie uns Grüttner erklärt. Er stört noch nicht und es wird daher noch nicht eingegriffen, es sei denn, die Biber-Aktivitäten haben erhebliche nachteilige Auswirkungen. In Absprache mit dem Biber-Beauftragten und der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts wird dann dort, wo es notwendig ist, angemessen gehandelt. Dazu zählen Wasserfassungen, Abwassereinläufe wie etwa von der Kläranlage oder Regenüberlaufbecken, wenn diese eingestaut und in ihrer Funktion beeinträchtigt sind. Bei vom Biber größeren angefressenen Bäumen, bei denen die Verkehrssicherheit für Straßen oder Gebäude nicht mehr gegeben ist, muss natürlich aufgepasst und eventuell von heute auf morgen gehandelt werden.

Winde vermindert Gefahr

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Helmut Aulbach, Thomas Fleischmann und Holger Busch werden bei ihrer Arbeit neben der Motorsäge auch von einer John Deere Spezialmaschine mit Kran und 160 PS zum Holzrücken und Holzfällen unterstützt. Beim Fällen selbst hilft wegen der Gefahr eine Winde. Hier wird das Gehölz in eine Richtung gezogen und der Arbeiter kann nicht von einem etwa dürren Ast getroffen werden. Sehr erfreulich ist für den Flussmeister, dass es bei den Arbeiten in den letzten Jahren zu keinen Unfällen gekommen ist. Dazu haben vor allem die langjährige berufliche Erfahrung der Arbeiter und die spezielle Arbeitskleidung inclusive strenger Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften beigetragen. Die Absicherung erfolgt natürlich mit entsprechender Schutzkleidung wie Helm und Sicherheitsschuhen.

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Das Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg ist eine Behörde des Freistaat Bayern und zuständig für die Landkreise Aschaffenburg, Miltenberg, Main-Spessart, Würzburg und Kitzingen sowie die kreisfreien Städte Aschaffenburg und Würzburg. Zu ihren Aufgaben zählt unter anderem die Unterhaltung von rund 390 Kilometer Gewässerstrecke in Unterfranken. Davon betreut die Flussmeisterstelle Würzburg allein 130 Kilometer Gewässerstrecke, was einer Uferlänge von etwa 260 Kilometer gleichkommt. brun