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UEG Hohenlohe-Franken - Bei der Hauptversammlung in Niederstetten wurden die Probleme der Branche ersichtlich

Trotz Krise solide gewirtschaftet

Von 
Bernd Hellstern
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Geschäftsführer verabschiedet: Unser Bild zeigt (von links) Matthias Frieß, Vorstandsvorsitzender UEG, Klaus Mugele Vizepräsident Landesbauernverband, Herbert Klein mit Partnerin Elisabeth Glasbrenner, Michael Breitkreuz, zweiter Vorsitzender UEG, und Uwe Rüttiger, Geschäftsführer UEG. © Bernd Hellstern

Niederstetten. Ihre Hauptversammlung führte die UEG Hohenlohe- Franken in der Alten Turnhalle in Niederstetten durch. Sie wurde einerseits geprägt durch die aktuelle wirtschaftliche und politische Lage in Deutschland und Europa, aber auch durch die Verabschiedung des langjährigen Geschäftsführers Herbert Klein in den Ruhestand. Aus gegebenem Anlass durfte Vorstandsvorsitzender Matthias Frieß deshalb viele Ehrengäste aus der gesamten Republik begrüßen.

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Stellvertretend für alle seien genannt der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Klaus Mugele, sowie der stellvertretende Bürgermeister Ulrich Roth. Dieser betonte das gute Miteinander zwischen Stadt und UEG, aber auch die Wichtigkeit eines derartigen bundesweit agierenden Unternehmens für die Stadt. Er freue sich, dass die UEG trotz aller Erschwernisse durch die dramatischen Veränderungen am Markt und der Politik das abgelaufene Jahr mit einem soliden Jahresabschluss habe abschließen können.

Trotz aller teils nicht vorhersehbarer Erschwernisse berichtete der Vorstandsvorsitzende von einem insgesamt soliden Ergebnis, was auch auf eine umsichtige und vorausschauende Firmenpolitik zurückzuführen sei, ganz nach dem Firmenmotto „UEG – eine starke Gemeinschaft“.

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Corona sei auch 2021 das beherrschende Thema gewesen, so Matthias Frieß. Nach einem steilen Anstieg des Schlachtschweinepreises von 1,20 auf 1,45 Euro zum Jahresanfang habe die Branche Hoffnung gehabt, dass 2021 die Märkte wieder in eine Phase der ökonomischen Stabilisierung übergehen würden – doch das Gegenteil sei der Fall gewesen. Ab Jahresmitte habe Druck im Markt geherrscht, der Vereinigungspreis sei wieder bis auf 1,20 Euro gefallen, der für Ferkel auf 20 Euro.

Verbunden mit den deutlich ansteigenden Futterkosten sei eine völlig ruinöse Marktlage entstanden. Die unbürokratische und schnelle Abwicklung der Überbrückungshilfe III der Bundesregierung war hilfreich für die Liquidität der Betriebe. Doch nicht wenige Betriebe hätten sich mit dem Gedanken befasst, aus der Ferkelerzeugung auszusteigen, denke man nur an die stark zurückgehenden Zahlen (nur noch 112 000 Sauen in Baden-Württemberg). In anderen Bundesländern verzeichne man geradezu eine Aufgabewelle.

Die Einführung der Preisgrenze – auch für die Ferkelerzeugung – habe den Betrieben in dieser prekären Marktphase ganz wesentliche Liquiditätsvorteile gebracht. Ein noch nie da gewesener Preisanstieg zu Jahresbeginn habe keine Entspannung der ökonomischen Situation bringen können, denn infolge der Ukrainekrise war urplötzlich die globale Versorgung mit Weizen und Ölen gefährdet. Die Futterpreise kletterten in Höhen, was eigentlich einen aktuellen Schweinepreis jenseits der Marke von 2.50 Euro erforderlich machen würde.

Image zu verbessern

Ein weiteres Problem sei das derzeit nicht gerade gute Image von Schweinefleisch und der Verbrauch, der schneller sinke als die Produktion. Die Zentrale Koordination Handel Landwirtschaft (ZKHL) arbeite gerade an einem Modell zur Imagewerbung. Der Vorstandsvorsitzende sah drei entscheidende unternehmerische Fragen bislang unbeantwortet: „Wie sind die Kosten für den Tierplatz?“, „Wie entwickelt sich Arbeit in Qualität und Aufwand?“ und „Was bekomme ich für meine Ware ?“. Diese Fragen seien auch von Minister Özdemir zu beantworten bezüglich seines Vorschlages zu eine Haltungskennzeichnung. Er persönlich halte diesen Vorschlag für völlig unausgegoren und einseitig. Eine Kennzeichnung nur in Teilbereichen zu fordern und andere Bereiche unter dem Radar „billige Ware von sonst woher und anonym“ verkaufen zu lassen, verschärfe den Kostendruck und den Strukturwandel zusätzlich.

Die UEG Hohenlohe-Franken habe deshalb vorausschauend den Strukturwandel betreffend betriebliche Veränderungen vorgenommen. Er sei davon überzeugt, dass die neue Vermarktungsstrategie für die seitherigen Organisationen einen Schritt zu mehr Effizienz bedeute.

Im Zuge der Veränderung in der UEG- Geschäftsleitung, wurde Büroleiterin und Chefbuchhalterin Yvonne Metzger zum 1. Juli für den Verein „UEG“., die UEG GmbH und die Hofra GmbH Prokura erteilt, als wichtigen Schritt für die künftige Ausrichtung der Geschäftsleitung.

Gute Zusammenarbeit

Insgesamt, so Matthias Frieß, könne man das Ergebnis der allgemeinen Marktsituation angepasst als zufriedenstellend bezeichnen. Es sei ihm ein besonderes Bedürfnis, einerseits den Mitgliedern zu danken, aber auch den Kollegen im Vorstand und der Geschäftsführung, für eine offene, sachliche und zielorientierte Zusammenarbeit. Nicht zu vergessen die UEG-Mitarbeiter – auch vor dem Hintergrund der Pandemiebedingungen – die maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen hätten.

Zahlen präsentiert

Anhand einer Bildschirmpräsentation erläutertes nun Geschäftsführer Uwe Rüttiger die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres. Unter der Rubrik „Verkaufsumsätze“ sei der Minderumsatz von 10 165 590 Euro (laut Frieß „Geld, das die Bauern nicht haben“) zu nennen. Die Zahlen mit dem Minuszeichen davor setzten sich in den Tierstückzahlen fort, denn im Bereich Ferkel war ein Rückgang um 13,62 Prozent zu verzeichnen, bei der Tierzahl gesamt ein Minus von 5,61 Prozent. Gravierende Einschnitte im Preis gab es auch bei den Erzeugerpreisen, davon ausgenommen lediglich die Bereiche Schafe/Lämmer und Großvieh UEG Ostalb.

Die Statistik der Schweinepreise weist aus, dass in den Jahren zurück bis 1998 nur dreimal (1998/1999/2003) der Mastschweinepreis unter der derzeitigen Marke von 1,33 Euro lag. Das Fazit: Der Schweinemarkt werde in Deutschland von verschiedenen Faktoren stark beeinflusst wie Politik, Export, NGOs und Inlandsverbrauch.

Den Prüfbericht verlas Heidi Fahr von der Steuerkanzlei Fahr. Sie stellte zusammenfassend fest, dass ihre Prüfung eine sichere Grundlage für ihre Beurteilung sei. Festzuhalten sei, dass die Prüfung zu keinen Einwänden gerührt habe. Die Genehmigung des Jahresabschlusses 2021, beantragt vom Leiter des Landwirtschaftsamtes Main-Tauber, Meinhard Stärkel, erfolgte ebenso einstimmig wie die Entlastung des Vorstandes und der Geschäftsführung.

Bei den Nachwahlen für den Vorstand ersetzt Daniel Carle den ausscheidenden Ulrich Hörner, in den Beirat wurde als neues Mitglied Klaus Hagelstein gewählt.

Am Ende einer denkwürdigen Hauptversammlung der UEG Hohenlohe-Franken ehrte unter dem Beifall des Auditoriums der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Klaus Mugele, den scheidenden UEG-Geschäftsführer Herbert Klein, mit der silbernen Ehrennadel des Verbandes.

Die zahlreichen Grußredner aus der gesamten Republik würdigten unisono die großen Verdienste, die sich der künftige Ruheständler der gesamten Branche erworben hat (siehe Extrabericht).

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