Künzelsauer Gemeinderat - Mammut-Sitzung mit über 20 Punkten bewältigt / Schützengesellschaft beantragt Zuschuss zur Sanierung der Schießanlage „Sehr guter Entwurf“ für neue Ortsmitte

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pm
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Der Siegerentwurf des Büros Glück sieht, zwischen Grundschule und Bergstation im Wohngebiet „Taläcker“, einen multifunktionalen Platz mit Grüninseln vor. © Glück Landschaftsarchitektur GmbH

Der Künzelsauer Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung über 20 Punkte abzuarbeiten – darunter den Entwurf für die neue Ortsmitte im Baugebiet Taläcker.

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Künzelsau. Die jüngste Sitzung des Künzelsauer Gemeinderates umfasste 21 Tagesordnungspunkte. Darunter waren Themen wie der von einer Fach-Jury ausgezeichnete Entwurf für die Bebauung der Neuen Ortsmitte im Wohngebiet „Taläcker“ und der Verkauf von weiteren Wohnbauflächen dort - für rund 1,8 Millionen Euro. Auch erste Maßnahmen, um schlimme Auswirkungen von Starkregenereignissen zu verhindern, wurden vorgestellt und mehr als eine halbe Millionen Euro für Wegesanierungsarbeiten beschlossen.

Zu Beginn gab Bürgermeister Stefan Neumann bekannt, dass der Gemeinderat in seiner letzten nichtöffentlichen Sitzung die Stadtverwaltung beauftragt habe, das alte Gefängnis für einen symbolischen Kaufpreis von einem Euro an die geplante GbR von Oktay Aytac und Cornelius Eisert zu veräußern. Bestandteil des Kaufvertrages ist ein städtebaulicher Vertrag, in dem die Sanierung verbindlich geregelt wird. Weiter informierte er, dass sich ebenfalls in dieser nichtöffentlichen Sitzung die Mitglieder des Gemeinderates mehrheitlich gegen eine Kündigung des Pachtverhältnisse mit Uwe Pimpl für den Biergarten und die Stadthalle ausgesprochen haben.

Schwierige Topographie

Auf der Grundlage einer Empfehlung des Gestaltungsbeirats wurde für die neue Ortsmitte Taläcker eine Mehrfachbeauftragung mit vier teilnehmenden Landschaftsarchitekturbüros ausgeschrieben. Das Preisgericht tagte am 14. März. Die Vorsitzende des Preisgerichts, Landschaftsarchitektin Cornelia Biegert, stellte den Sieger-Entwurf des Büros Glück Landschaftsarchitekten vor. Das Büro aus Stuttgart wurde von der Jury mit dem ersten Rang ausgezeichnet. Die Landschaftsarchitekten haben es geschafft, einen Entwurf mit Wegebeziehungen auf dem Platz in verschiedene Richtungen und mehreren Grüninseln zuzulassen, die auf die schwierige Topographie eingehen und sie aufnehmen. Dadurch werde eine hohe Qualität für den Platz erreicht. „Das ist ein sehr guter Entwurf“, so Preisrichterin Cornelia Biegert. Nach kurzer Diskussion fasste der Gemeinderat den einstimmigen Beschluss, dass der städtebauliche Entwurf des ersten Ranges Grundlage für die weitere Planung ist und ermächtigte die Stadtverwaltung, den ersten Rang, das Büro Glück Landschaftsarchitekten aus Stuttgart mit der Planung zu beauftragen.

Hochwasserschutz

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Bereits in der Gemeinderatssitzung am 26. Februar wurde die Planung für die erforderliche Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Würzburger Straße vorgestellt und festgelegt, dass die Standorte der Bäume und deren Erhalt nochmals geprüft werden müssen. Das Ergebnis der Prüfung, so Diplom-Bauingenieur (FH) Christopher Hoffmann vom Ingenieurbüro Walter und Partner aus Tauberbischofsheim, hat ergeben, dass die Bäume mit einer geänderten Bauausführung erhalten werden. Der Gemeinderat stimmte den Planungen zu.

Roswitha Deptner, stellvertretende Leiterin des Stadtbauamtes, stellte hinsichtlich des Bebauungsplans „Innovationscampus“ die Anregungen und deren Abwägung vor, die während der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans „Innovationscampus“ in Gaisbach eingegangen sind. Der Gemeinderat stimmte dem öffentlich-rechtlichen Vertrag zu und entschied über die während der öffentlichen Auslegung eingegangenen Anregungen, entsprechend der von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Abwägung. Weiter beschloss der Gemeinderat den Bebauungsplan als Satzung. Ralph Oppermann von OK-Oppermann & Krämer Baumanagement GmbH & Co.KG präsentierte eine Planung für eine Mehrfamilienhausanlage im Wohngebiet Taläcker mit 59 Wohneinheiten, 65 Tiefgaragen-Stellplätzen und 22 Außenstellplätzen. Er erklärte, dass die Form des Baugrundstücks das Entstehen eines Innenhofes ermöglicht, die Anlage als Effizienzhaus 55 errichtet und mit einem Blockheizkraftwerk versorgt werden soll. Nach einer Diskussion ermächtigte der Gemeinderat die Stadtverwaltung mit einstimmigem Beschluss, die Flurstücke 2863 und 2864 zur Bebauung mit einer Mehrfamilienhausanlage mit 59 Wohneinheiten an die Bauherrengemeinschaft zu veräußern.

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Diplom-Ingenieur Alessandro Stifani, Leiter Projektentwicklung Region Baden-Württemberg der Deutschen Reihenhaus AG, erläuterte die Planung einer Reihenhausanlage im Wohngebiet Taläcker. Für das jetzt noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesene Grundstück würde die Reihenhaus AG auf ihre Kosten einen maßgeschneiderten Bebauungsplan aufstellen sowie das Areal baureif machen, erklärt die stellvertretende Stadtbauamtsleiterin Roswitha Deptner. Der Gemeinderat ermächtigte die Stadtverwaltung, das bisher noch nicht überplante Grundstück westlich der Lipfersberger Straße an die Deutsche Reihenhaus AG zum Preis von 1,2 Millionen Euro zu veräußern.

Unter der Kostenberechnung

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Die Arbeiten für die Sanierung von verschiedenen Wegen, verteilt über das Stadtgebiet, wurden im Frühjahr öffentlich ausgeschrieben. Darauf sind drei Angebote eingegangen, informierte der Technische Leiter der KünWerke, Bernd Scheiderer und schlug vor, den Auftrag an die günstigste Bieterin, die Firma Schwarz, zu vergeben. Erfreulich ist, dass das Angebot rund 180 000 Euro unter der Kostenberechnung liegt. Nach Abzug der aktuellen Baumaßnahme würden im entsprechenden Haushaltsbudget Restmittel von rund 291 000 Euro verbleiben. Bernd Scheiderer hält es deshalb für sinnvoll, den Auftrag an die Firma Schwarz um diese Summe zu erweitern und weitere Straßenabschnitte zu sanieren. Diesem Vorschlag folgte der Gemeinderat und beauftragte die Firma Schwarz-Bau GmbH aus Stachenhausen zu einem Angebotspreis von 531 130 Euro mit den Straßenbauarbeiten für die Baumaßnahme Wegesanierung.

Stadtkämmerer Eckhard Angelmaier trug vor, dass die Schützengesellschaft Künzelsau nach der Regelprüfung ihre Schießanlagen erneuern muss und dafür einen Zuschuss beantragt hat. Der Gemeinderat stimmte einem vorzeitigen Baubeginn, ohne Rechtsanspruch auf Gewährung eines städtischen Zuschusses, zu. Über die Gewährung eines Zuschusses wird im Rahmen der Beratungen zum ersten Nachtragshaushalt 2019 entschieden. pm