Aub - Stadtrat will etwas tun gegen den Mangel an Bauplätzen, aber der Standort des geplanten Baugebiets „Heerstraße II“ hat seine Tücken Nur ein Teil des Gebiets wäre gleich verwendbar

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ag
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Die Stadt Aub plant ein neues Baugebiet namens „Heerstraße II“. Nur ein Teil dieses Gebiets kann allerdings zeitnah bebaut werden. © Gehring

Aub. Baugrundstücke in Aub sind gefragt, allerdings hat die Stadt selbst derzeit keine anzubieten. Um dies zu ändern, soll nördlich der bestehenden Wohnsiedlung Heerstraße ein neues Baugebiet entstehen. Die Planungen dafür lagen den Fachbehörden und Trägern öffentlicher Belange vor. Mit zahlreichen Einwendungen, Änderungswünschen und Hinweisen befasste sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung.

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Der Vorschlag eines Auber Bürgers sieht vor, das neue Baugebiet Heerstraße II nicht wie geplant mit einer durchgehenden Straße zu erschließen, sondern mit einer Stichstraße und einem Wendehammer, der groß genug ist, damit dort auch ein Müllfahrzeug wenden kann. So könnte ein weiterer Bauplatz gewonnen werden und die Erschließungskosten würden sinken.

Diesen Vorschlag lehnt Planer Jürgen Bauer vom Planungsbüro „Plan 2O“ ab, denn das Kommunalunternehmen habe schon im Vorfeld wissen lassen, dass das Müllfahrzeug keine Stichstraßen befahre und die künftigen Bewohner dort ihre Mülltonnen zur Leerung stets an die Durchfahrtstraße bringen müssten. Außerdem würden die Erschließungskosten längst nicht in dem Umfang sinken, wie der Antragsteller sich dies ausgerechnet hat. Gewichtiger ist der Einwand des Eigentümers des nahen Steinbruches. Er sieht seine Abbaugenehmigung durch das Baugebiet eingeschränkt, er befürchtet Auflagen und Einsprüche gegen den laufenden Steinbruchbetrieb und die mögliche künftige Auffüllung. Versuche, eine Einigung mit ihm zu erzielen und das Baugebiet in vollem Umfang zu ermöglichen, seien nicht erfolgreich gewesen, so Bauer.

Um dort dennoch bauen zu können, schlug der Planer vor, einen Teil der Bauplätze mit der Auflage zu versehen, dass diese erst bebaut werden können, wenn der Steinbruchbetrieb entsprechend fortgeschritten und Beeinträchtigungen nicht mehr möglich sind. Bereits bestehende Bauten in der Heerstraße und in der nahen Weinbergsäckersiedlung stehen in vergleichbarem Abstand zum Steinbruch. Zumindest die restlichen sechs der vierzehn Bauplätze könnten dann gleich bebaut werden.

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Die übrigen acht Bauplätze könnten schlimmstenfalls erst in 15 bis 20 Jahren bebaut werden. Auch der Hinweis von Ratsmitglied Theo Theuerkaufer, der Steinbruch könnte mittels einer anderen Zufahrt erschlossen werden, ändere nichts daran, dass sich die mögliche Lärmimmission aus dem Steinbruch vermindere. „Wir sind am Steinbruchbesitzer dran, wenn neue Messungen stattfinden oder sich Änderungen ergeben dadurch, dass der Abbau eingestellt, der Steinbruch in anderer Form betrieben werde, könnte sich die Möglichkeit ergeben, dass die verbleibenden Bauplätze auch schon vor Ablauf dieser Zeit bebaut werden können,“ erläuterte Bürgermeister Roman Menth. Einstimmig beschloss der Stadtrat schließlich, den Bebauungsplan auch unter diesen Einschränkungen weiter zu verfolgen.

In einem wahren Abstimmungsmarathon hatte der Stadtrat rund ein Dutzend Beschlüsse zu den Einwendungen und Anregungen der übrigen Behörden oder Träger öffentlicher Belange zu fassen. Von 28 Stellen, die angeschrieben wurden, trug die Hälfte Bedenken vor, machten Anregungen oder gaben Hinweise. So wies das Landratsamt darauf hin, dass nicht das gesamte vorgesehene Baugebiet im Flächennutzungsplan als solches ausgewiesen sei. Letzterer sollte entsprechend geändert werden. Zum Schutz vor dem Straßenlärm soll zur Oellinger Straße hin eine Lärmschutzwand errichtet werden.

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Die bestehende Hecke zur Straße hin solle erhalten bleiben, Zisternen zur Regenrückhaltung sollten eine Zwangsentleerung haben, um Stauraum für folgende Regenereignisse zu haben. Ratsmitglied Theo Theuerkaufer wies darauf hin, dass die Bodenbeschaffenheit dort sehr schwierig sei, dass die meisten Häuser ohne Keller gebaut würden und damit die Kanalisation entsprechend weniger tief eingegraben werden müsse. Das würde Kosten sparen. In einzelnen Beschlussvorlagen ging der Stadtrat auf die verschiedenen Einwendungen und Anregungen ein, nahm sie zur Kenntnis und beschloss, den Bebauungsplan weiter zu verfolgen.

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Mit den beschlossenen Einschränkungen billigte der Stadtrat den Bebauungsplan erneut und sprach sich einmütig dafür aus, das Planungswerk erneut für einen Monat öffentlich auszulegen. ag