Leserbrief - Blasmusik in den Corona-Bestimmungen Nicht nachvollziehbare Regelungen

Von 
Alexander Scherer
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Die Stadtkapelle Bad Mergentheim erfreut traditionell die Bürgerinnen und Bürger am Ostersonntag mit einem Bläserquartett vom Münsterturm. Aufgrund der aktuell geltenden Corona-Regelungen war es dieses Jahr leider nicht möglich.

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Umso mehr war ich erstaunt, als ich in den Fränkischen Nachrichten gelesen habe, dass am Ostersonntag um 8 Uhr auf dem „Alten Friedhof“ eine Auferstehungsfeier mit einem Ensemble des Posaunenchores stattfindet.

Diese Form der Blasmusik ist genehmigt, denn es gibt hierzu eine Information der Landeskirche für die Posaunenchöre, dass bei solchen Andachten oder Frühgottesdiensten auch ein Bläserensemble in kleiner Besetzung spielen darf. Eine genaue Höchstzahl dafür gibt es nicht; entscheidend ist, dass die Öffentlichkeit erkennen kann, dass die evangelische Kirche nicht ohne Not für zu viele Kontakte sorgt und – natürlich – dass alle Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten sind.

Solche Regelungen sind für uns als Musiker, egal ob Stadtkapelle oder Musikverein eines Stadtteiles, nicht nachvollziehbar. Wie ist ein solcher Unterschied zu begründen? Fakt ist, dass im gesamten Blasmusikverband Baden Württemberg das Vereinsleben weiterhin brachliegt und die Motivation der Aktiven immer weiter sinkt. Diesen Zustand müssen wir so bald als möglich beenden in der Hoffnung, dass die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung den Stellenwert ehrenamtlichen Engagements endlich höher bewerten als bisher und der eigenen Verantwortung wieder mehr Raum gegeben wird, wir laufen sonst Gefahr, dass Vereine aus dem Bereich der Laienmusik zugrunde gehen.

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Dennoch ist auch für uns klar: mit Corona ist nicht zu spaßen, Abstände sowie Hygienekonzepte sind erforderlich. Wir haben gemeinsam aber bereits im letzten Jahr bis zum erneuten Shutdown am 2. November bewiesen, dass Musizieren auch in der Pandemie möglich ist und die Kontakte in Musikkapellen nicht zwangsläufig zu einer Verschärfung des Infektionsgeschehens beitragen.

Wann können auch wir endlich wieder für uns und die Bürgerinnen und Bürger musizieren?

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