MSC Röttingen

Modellbaukunst auf höchstem Niveau

Jubiläumsausstellung zum 55. Geburtstag. Gäste kamen aus der ganzen Republik

Von 
Bernd Hellstern
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Kleine Kunstwerke: Die Modelle gleichen den Originalen bis ins kleinste Detail. © Bernd Hellstern

Zu seinem 55. Geburtstag hatte der Modellsportclub Röttingen eine Jubiläums-Modellausstellung organisiert. Viele interessierte Besucher kamen.

Röttingen. Im Jahre 1967 gegründet, verfügt man derzeit über 135 Mitglieder, davon rund 55 Aktive und eine Jugendgruppe. Für zwei Tage wurde die Röttinger Burghalle zum Mekka des Modell-Flugsports, mit Strahlkraft weit über die Region hinaus. Denn der rührige in der Europastadt Röttingen beheimatete Club um seinen Vorsitzenden Dr. Michael Gura hat sich in der Deutschen Flugmodellbau-Szene längst einen festen Platz gesichert beziehungsweise erflogen.

Im Deutschen Modellfliegerverband blickt man deshalb nicht von ungefähr mit Respekt und Anerkennung auf dem MSC Röttingen, der schon etliche Deutsche Meisterschaften (DMFV und DAeC) ausrichtete, aber auch andere internationale Modellflug-Events, unter andrem den Europa-Star-Cup.

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Veröffentlicht
Von
Jutta Bernhard
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Der Verein besitzt neben dem Vereinsheim „Am Eulenturm“ auch ein eigenes Gelände mit Flugplatz, der nicht nur für alle nationalen und internationalen Flugsport-Events zugelassen ist, sondern in einer Internetumfrage bereits zum zweitschönsten Modellflugplatz Deutschlands gekürt wurde.

Die Werkstatt befindet sich im ehemaligen Bauhof, vornehmlich aktiv ist man in den Sparten Hubschrauber, Segelflug (auch Oldtimer), F- Schlepp, Slowflyer (auch Indoor), Scale-Modelle und Rennflugzeugmodelle. Man spürte sie förmlich, die Zentnerlasten, die von den Verantwortlichen abfielen, als man sich nach fünf langen Jahren mit dieser Jubiläumsausstellung endlich wieder der Öffentlichkeit präsentieren konnte.

Zunächst hatte nämlich der Hallenumbau für einige Jahre die regelmäßigen Ausstellungen verhindert, so der Vorsitzende im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Danach war die Pandemie der Hinderungsgrund. Das einzig Positive an Pandemie und Hallenumbau war die intensivere heimische Modell-Bastlerei, deren Ergebnisse ebenfalls auf der Ausstellung zu sehen waren. Wie viel Geld man in das Hobby investieren möchte, sei jedem selbst überlassen. Einsteigermodelle zum Beispiel liegen laut Gura so bei 200 bis 300 Euro, bei Großmodellen sind dem finanziellen Engagement des jeweiligen Modellbauers keine Grenzen gesetzt.

Bei der Jubiläumsausstellung waren, wollte man es in der Fußballersprache ausdrücken, ein Teil der Champions League der Modellfliegerei am Start. Die Hitliste der Modelle führte der Nachbau einer Boeing PT 17 „Stearman“ mit einem Fünfzylinder-Sternmotor und 2,5 Meter Spannweite an. Mit dabei unter anderem eine Zlin 526 AFS-Kunstflugmaschine aus den 60er Jahren aus der polnischen Kunstflugstaffel mit einer Spannweite von drei Metern, ein ASK-18-Oldtimersegler im Maßstab 1:2,5 Meter mit 6,7 Meter-Spannweite, eine Cessna L19 „Bird Dog“, Spannweite 2,8 Meter, 4-Takt Boxermotor mit 61 ccm, nur um einige wenige der Modell- High-Lights zu nennen. Bei so viel Modelbaukunst auf allerhöchstem Niveau ging nicht nur dem ganz normalen Ausstellungsbesucher das Herz auf. Klar, dass zu dieser Ausstellung auch Modellbaukollegen aus der ganzen Republik angereist waren, darunter auch einige Top-Piloten der Szene, um sich bei dieser Gelegenheit untereinander auszutauschen. Die Besucher hatten jedenfalls die Möglichkeit, das ganze Spektrum der Flugmodellwelt bestaunen zu können, untermalt mit eindrucksvollen Videos und Filmvorführungen. Ein Flugsimulator und eine Modellbauecke mit Beratung für Einsteiger sorgten außerdem für Abwechslung. Und die herrliche Witterung ließ es zu, dass auch die angekündigten Aktionen im Freien stattfinden konnten, wie die Flugvorführungen mit Helikoptern und kleineren Flugmodellen, sowie Crawlerspaß auf einem Geländeparcours. Nach diesem gelungen Saisonabschluss hoffen die Röttinger Modellbauer, dass man 2023 wieder zu einem normalen Veranstaltungsjahr zurückkehren kann.