Außergewöhnliche private Initiative - Armin Zipf erstellt im Bereich Burgwiesen und Schlossberg eine Sportanlage mit Outdoorgeräten für die ganze Bevölkerung Mit Trimm-Dich-Pfad Traum erfüllt

Von 
Bettina Semrau
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Haben gemeinsam die Geräte und den Verlauf des neuen Trimm-Dich-Pfads für Niederstetten erarbeitet: Armin Zipf (links) und Michael Meindel von der Firma „Outgym“ vor der Pergola in den Burgwiesen. © Armin Zipf

Bewegung ist gesund und kann sich positiv bei Übergewicht, Diabetes, Kreislaufstörungen oder Herzbeschwerden auswirken. In Niederstetten sorgt Armin Zipf bald für ein neues Sportangebot.

12 Stationen: Ab August gibt es in Niederstetten einen Trimm-Dich-Pfad

Knapp 20 000 Euro soll der Trimm-Dich-Pfad rund um den Niederstettener Schlossberg kosten.

Knapp 6000 Euro musste Armin Zipf dafür selbst aufbringen. Bislang hat er rund 10 000 Euro Sponsorengelder gesammelt.

Über das Leader-Maßnahmenprogramm erhält Zipf einen Zuschuss von 11 624 Euro.

Der Pfad umfasst zwölf Stationen und beinhaltet fünf Outdoor-Geräte. Die Planung stammt von der Firma „Outgym“ in Heroldsbach.

Der Pfad startet am Sportplatz hinter der Sporthalle, verläuft um die Burgwiese herum, über die Brücke am Tempele vorbei hinauf zum Schlossberg, dann an der Westseite der Schule entlang, wo er am Rande des Schlossgartens eine große Schleife beschreibt.

Die Stationen sind: Rumpfschwingen, Hangelleiter, Absatz-Liegestütz, Airwalker-Station, Bein- und Armkreisen, Ausfallschritt, Oakline-Dual-Reck, Balancierbalken, Hüfttrainer, Kniebeuge, Springen und Dehnung.

Anhand von Schildern werden die meisten der Übungen mit Schaubildern erläutert.

Außerdem gibt es noch fünf Outdoorgeräte: die Airwalker-Station, die Hangelleiter-Station, das Oakline Dual-Reck, den Balancierbalken und den Hüfttrainer. sem

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Niederstetten. „Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich das auch durch“, sagt der 54-Jährige Armin Zipf bestimmt. Er meint damit einen Trimm-Dich-Pfad mit insgesamt zwölf Stationen für die gesamte Bevölkerung, den er im Bereich Schlosswiesen in Niederstetten in Planung hat. Die Finanzierung in Höhe von rund 20 000 Euro hat Zipf bereits gesichert, jetzt können die Arbeiten beginnen. Schon im August will der Niederstettener offiziell Einweihung feiern.

Von Beruf ist Armin Zipf Vermögensberater, in seiner Freizeit ein leidenschaftlicher Sportler. Vor fünf Jahren hat er den Verein „Steide Runners“ gegründet, dessen Vorsitzender er auch ist. Die 55 Mitglieder führen ein äußerst aktives Vereinsleben, zu dem neben einem regelmäßigen Lauftreff auch Nordic-Walking-Touren und der Besuch von Lauf-Events bis hin zu Ultramarathons gehören. Zipf läuft außerdem als so genannter „Pacemaker“, als Tempomacher, im „Pacerteam Deutschland“ bei Marathonläufen.

Angebot erweitern

Das Sport- und Bewegungsangebot in Niederstetten möchte Zipf jetzt noch in Richtung Breitensport erweitern. „Ich hatte schon vor Jahren die Idee für einen Trimm-Dich-Pfad in Niederstetten“, berichtet er im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Bislang muss er nämlich regelmäßig in den Wald bei Wachbach fahren, um den dortigen Pfad zu benutzen.

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Die Umsetzung Von Zipfs Traum kam in Gang, als er im September letzten Jahres eine Vortragsveranstaltung besuchte, die über die Möglichkeit informierte, Kleinprojekte durch das Maßnahmenprogramm „Leader“ der Europäischen Union zu finanzieren. Es fördert modellhaft innovative Aktionen und Entwicklungskonzepte im ländlichen Raum, die von lokalen Aktionsgruppen oder Einzelpersonen erarbeitet wurden. Zwei mögliche Standorte hatte Zipf für so einen Pfad im Blick, der eine in Adolzhausen, wo die „Steide Runners“ ihren wöchentlichen Lauftreff starten oder der Schlossberg zwischen Schloss und Bildungszentrum in Niederstetten. Die Wahl fiel auf Niederstetten. Zum einen, weil Zipf schon lange den Wunsch hegt, „den Schlossberg endlich zu beleben“. Außerdem befindet sich hier auch schon ein Kneipp-Becken. Die vorhandene Pergola soll Teil des Pfades werden: hier ist die Station für Liegestütze vorgesehen. Im Bereich der Sporthalle gibt es genügend Parkplätze und der Pfad könnte durch die Nähe zur Schule auch im Sportunterricht genutzt werden.

Rechtzeitig zum Einsendeschluss im November reichte Zipf zwei Angebote von auf Fitnesspfade spezialisierte Unternehmen ein. Gleichzeitig einigte man sich nach einer Geländebegehung mit Stadtbaumeister Wolfgang Deeg und dem Städtischen Bauhof auf eine Nutzungsvereinbarung mit der Stadt. Demnach darf er die Wege und Plätze im Bereich Burgwiese zur Aufstellung von Sportgeräten, für die Beschilderung und als Laufstrecke kostenlos nutzen. Zipf muss nicht nur die Kosten der Anschaffung und Herstellung des Pfades tragen, sondern ist auch für die Geräteunterhaltung zuständig und muss für Schäden an Geräten und Schildern selber haften.

„Keine Kosten für die Stadt“

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Lediglich bei der Erstellung von drei Nassfundamenten für die Outdoorgeräte hat Zipf die Hilfe des Bauhofs angefragt. Auch die Kosten für die jährliche Überprüfung durch den TÜV will Zipf selbst übernehmen. „Ich will, dass die Stadt keine Kosten hat“, sagt er.

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Im Februar erhielt Zipf dann den Zuschussbescheid der Leader-Kommission, inzwischen hat er auch rund 10 600 Euro gesammelt. Die Sponsoren seien von seiner Idee durchweg begeistert gewesen, freut sich Zipf, vor allem, weil der Pfad von jeder Altersgruppe genutzt werden kann. Unterstützung hat er hier auch von Volker Köhler erfahren, der in Niederstetten das Seniorenhaus betreibt. Köhler teilt Zipfs Hoffnung, dass der Pfad ältere Menschen zum Sporttreiben motiviert.

Bei der Gestaltung will Zipf behutsam vorgehen. „Der Schlossberg soll bleiben wie er ist, ich will ihn nicht verschandeln“. Für den Pfad sollen weder Bäume gefällt werden noch größere Veränderung erfolgen.

Bei der Auswahl der Sportgeräte hat Zipf deshalb darauf geachtet, dass nicht nur Metall, sondern auch Holz zum Einsatz kommt, „das passt besser in die Natur“, findet er.

Inzwischen kam vom Regionalmanagement Grünes Licht für den Baubeginn. „Ich schätze, dass wir im August Einweihung feiern können“, freut sich Zipf.

Redaktion