Konzert mit Quartett „Medlz“ in Niederstetten - Bunter und unterhaltsamer Pop-Mix mit neuem Bandmitglied Nadja Benaissa („No Angels“) Laut, wild und manchmal verträumt

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Peter D. Wagner
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Einen abwechslungsreichen Musiksommerabend präsentierte am Samstag in Niederstetten das A-capella-Ensemble „Medlz“. © Peter D. Wagner

Einen hoch unterhaltsamen, stimmungsvollen und abwechslungsreichen Musiksommerabend präsentierte am Samstag in Niederstetten das A-capella-Ensemble „Medlz“.

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Niederstetten. Die „Medlz“ aus Dresden haben den Ruf als beste weibliche A-cappella-Popband Europas. Die damals fünf Gründerinnen lernten sich im Philharmonischen Kinderchor Dresden kennen. Seit 2014 ist die Formation als Quartett unterwegs.

In der Region war das Ensemble unter anderem bereits in Igersheim und im Herbst 2019 in der Alten Füllerei in Distelhausen zu Gast. Neben den Gründungsmitgliedern Sabine Kaufmann, Nelly Palmowske und Silvana Mehnert gehört mittlerweile Nadja Benaissa, Exsängerin der „No Angels“ dem Quartett an.

Bei ihrem bestuhlten und überdachten Open-Air-Konzert in Niederstetten auf dem Gelände der Firma Lightning Veranstaltungstechnik ließen die vier Sängerinnen unter dem Programmtitel „(Das) läuft bei uns“ vor allem in ihre Herzen und Leben tief blicken. „Lieder und Musik, die uns im jeweiligen bisherigen Leben begleitet, bewegt und geprägt haben“, unterstrich das Quartett.

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Die jeweiligen Leben der vier „Medlz“ erwiesen sich sowohl ihren ausgewählten Liedern als auch ihren moderierenden Erzählungen nach sehr vielfältig und bunt – mal laut und wild wie eine Gartenparty mit guten Freunden, mal still und verträumt wie ein Spaziergang. Dementsprechend folgte eine Melange von Pop, Rock, Liedern und Chanson sowie Musical und Balladen aus den 80er und 90-er Jahren bis hin aus den beiden jüngsten Jahrzehnten.

Den stimmungsvollen Auftakt bildete Rio Reisers Ballade „Für dich“ mit Nadja Benaissa als Frontsängerin. Eine Abiturrede der inhaltlich ganz speziellen und der musikalischen Art enthielt Hinweise und Ratschläge für das weitere Leben. Unter dem Titel „Kuschelrock rauf und runter“ präsentierte die Formation ein Medley bekannter Liebes- und Romantiksongs unter anderem von Peter Cetera, Whitney Houston, Toni Braxton, Eric Carmen und Natalie Cole. Darüber hinaus waren Songs zum Beispiel von Coldplay, Pharell Williams, Dolly Parton, Tina Turner, der Gruppe „Pur“ und der „Söhne Mannheims“ sowie ein Medley mit Titelmelodien beliebter TV-Kindersendungen zu hören.

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Als umjubelte Zugaben bot das Quartett einerseits die heiter-ironische Vorlage einer Schulaufführung in Sächsischen Zungenschlag des Musicals „Das Phantom der Oper“ sowie andererseits die melancholisch schöne Ballade von Udo Jürgens „Zehn nach elf“. Zum Schluss ließen die „Medlz“ das populäre Volkslied „Der Mond ist aufgegangen“ erklingen – und zwar gegen Ende in „A-capella-Reinform“, das heißt, ohne jegliche Technik wie etwa Vocoder oder Mikrophon, sondern ausschließlich mit vier Stimmen. Dabei stellten die Sängerinnen beeindruckend unter Beweis, was in ihnen stimmlich und künstlerisch steckt.

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Allerdings hatten die Vier bereits zuvor in ihrem über zweistündigen Show- und Revue-Programm auf mitreißende Weise ihr Können nebst mit viel Ausdrucksstärke belegt. Dazu zählten sowohl die gleichfalls kurzweiligen Moderationen als auch die vielfältige Bandbreite der ausgewählten und kredenzten Musikspezialitäten, die zudem teilweise mit ausgefeilt schwungvoll lebendiger Begleitchoreografie garniert wurden.

Zwar bot das Quartett auch hier weitgehend A-capella-Gesang, zugleich jedoch – wobei dies kritikfrei auszufassen ist – partiell begleitet am Schlagzeug oder an Percussions von Silvana Mehnert sowie technisch „aufgepeppt“ durch verschiedene Klangeffekte, die vor allem den Pop- und Rockcharakter der Darbietungen sowie die Basstöne verstärkten.

Insgesamt kamen die vielen aus der ganzen Region angereisten Besucher vollkommen auf ihre Kosten. Das Konzert war Bestandteil des „Niederstettener Kultursommers“. Unter anderem sind weitere Programmpunkte zwei Open-Air-Kinos, bei denen die ehemaligen Aufführungen des „Freilichttheaters im Tempele“ von „Kohlhiesels Töchter“ (4. September) und „Ein Sommernachtstraum“ (28. September) gezeigt werden (siehe weiterer Artikel).