AdUnit Billboard
Röttinger „Alloheim“-Zentrum - Die ursprüngliche Bettenzahl von 119 bei der Eröffnung soll auf 86 reduziert werden / Hintergrund sind zahlreiche Beschwerden

Kommunalunternehmen will Seniorenheim übernehmen

Von 
Markhard Brunecker
Lesedauer: 
Laut Bürgermeister Hermann Gabel ist die voraussichtliche Übernahme des Röttinger Seniorenzentrums von dem privaten Betreiber „Alloheim“ zum Kommunalunternehmen des Landkreises ganz im Sinne der Stadt. © Markhard Brunecker

Röttingen. Das Kommunalunternehmen (KU) des Landkreises Würzburg übernimmt voraussichtlich zum 1. Januar 2022 das Seniorenzentrum Röttingen des privaten Betreibers „Alloheim“. Nach Auskunft von Prof. Dr. Alexander Schraml, Vorstand des KU, wurde man dieser Tage mit dem bisherigen Betreiber der Alloheim Senioren-Residenzen SE, eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Düsseldorf, und dem Eigentümer, der Schweizer Fondgesellschaft Valartis, handelseinig.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Die Zustimmung des Verwaltungsrates des KU stehe zwar noch aus, doch habe Schraml für die Sitzung am 17. September eine vermutliche Zustimmung bereits signalisiert bekommen. Daher kann sich Schraml eine faktische Übernahme bereits im Oktober vorstellen. Vor rund einem Jahr seien zahlreiche Beschwerden wie pflegerische Defizite, hohe Fluktuation und fehlendes Personal über das Röttinger Seniorenheim an das KU herangetragen worden. Daher habe sich der Vorstand umgehend mit dem Betreiber in Verbindung gesetzt. Durch die positive Rückmeldung, kam man ins Gespräch.

Das KU des Landkreises betreibt bereits sieben Heime in Stadt und Landkreis Würzburg, eines davon im benachbarten Aub, mit dem man sehr eng zusammenarbeiten wird. Für Schraml, der auch Vorsitzender des Bundesverbands der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen ist, sei es sehr wichtig, im südlichen Landkreis eine gute Versorgung sowohl für Bewohner als auch Mitarbeiter sicherzustellen. Daher würden sämtliche Beschäftigte voll übernommen, voraussichtlich gar noch weitere eingestellt. Die ursprüngliche Bettenzahl von 119 bei der Eröffnung im Jahre 2004 werde auf 86 reduziert. Dies ist erforderlich, da die zahlreichen Doppelzimmer nicht mehr den heutigen Mindeststandards des Pflege-Wohnqualitäts-Gesetzes entsprechen. Ausgebucht war das Heim wegen fehlendem Personal, Corona usw. in den letzten Jahren bei weitem nicht mehr. Die künftige reduzierte Bewohnerzahl wird sich auf die Höhe des Mietzinses niederschlagen. Weitere Umbauten sind laut Schraml vorerst nicht geplant, da Eigentümer weiter die Schweizer Fondsgesellschaft bleibt und das KU nur den bis 2029 laufenden Mietvertrag übernimmt. Selbstverständlich ist das KU bestrebt, diesen anschließend zu verlängern. Bürgermeister Hermann Gabel sieht die Übernahme als erfreulich an, sind in letzter Zeit doch zahlreiche Beschwerden über das Heim auch an ihn herangetragen worden. Mit dem KU werde eine Zusammenarbeit und vor allem eine fachlich und menschlich gerechte Betreuung gewährleistet sein. Dies alles habe vor allem durch den ständigen Führungswechsel und Personalmangel gefehlt. Über dies habe die Stadt natürlich nicht erfreut sein können. Die Abstellung der zahlreichen Mängel lag ihm am meisten am Herzen, so der Rathauschef. Jetzt weiß er, dass er einen verlässlichen Partner hat, der mit der Erfahrung seiner sieben Anlagen das Heim betreibt. Natürlich muss die Stadt Röttingen zu der Übernahme auch einen Beitrag leisten. Bei den bisherigen Seniorenheimen des KU stellten die Kommunen beim Neubau meist das Baugrundstück kostenlos zu Verfügung, dies ist in diesem Fall jedoch nicht möglich. Daher wird sich die Stadt voraussichtlich mit einem jährlichen Betriebskostenzuschuss von 20 000 Euro beteiligen, um zu zeigen, dass die Kommune Mitverantwortung übernehme. Für Gabel ist dies eine einmalige Gelegenheit, um die Daseinsvorsorge im Bereich Alte und Pflege zu gewährleisten. Gabel freut sich sehr, hat doch ein kommunales Unternehmen ganz andere wirtschaftliche Interessen, als ein gewinnorientierter Betreiber.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1