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Hochwasssergebiete

Helfer aus Vorbachzimmern leisten Knochenarbeit im Sinne der Menschlichkeit

Drei Tage Knochenarbeit im Sinne der Mitmenschlichkeit hat ein 15-köpfiges Helferteam aus dem Vorbachtal im Hochwasser-Katastrophengebiet geleistet. Die erschütternden Eindrücke bleiben im Gedächtnis haften.

Von 
Bernd Hellstern
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Die Menschen in den vom Hochwasser betroffenen Regionen stehen vielfach vor dem Nichts. Hilfe wurde dankbar angenommen. © Frank

Vorbachzimmern. Seit der Flutkatastrophe in Teilen von Rheinlandpfalz und Nordrhein-Westfalen wird die Bevölkerung in den Medien tagtäglich ausführlich über die vom Hochwasser schwer betroffenen Gebieten sowie über die schwierige Situation der dort lebenden Menschen informiert.

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Über ganz Deutschland ergießt sich eine große Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft, um den Menschen in den Katastrophenregionen beizustehen. Diese arbeiten rund um die Uhr teils bis an ihre körperlichen und physischen Grenzen, um die letzten Reste ihrer Existenzen zu retten, sofern überhaupt noch vorhanden. Unterstützt werden sie von der Bundeswehr, dem Deutschen Roten Kreuz, dem DLRG, dem Technischen Hilfswerk, den Feuerwehren der Region und unzähligen privaten Helfern.

Ein rund 15-köpfiges Helferteam aus dem Vorbachtal leistete drei Tage lang harte Knochenarbeit, um den vom Hochwasser betroffenen Menschen zu helfen. © Frank

So wie viele andere Menschen in der Republik, blickte im Niederstettener Teilort Vorbachzimmern auch Gerd Frank gebannt auf den Bildschirm, denn als Feuerwehrmann befindet er sich oft selbst in der Retter- beziehungsweise Helferrolle. Darum dachte er sich, man könnte eigentlich auch hier etwas auf die Beine stellen, um den Menschen in den Katastrophengebieten aktiv zu helfen.

Urlaub geopfert

Eine spontane Testumfrage unter seinen Mitarbeitern verlief positiv. Deshalb wurde umgehend mit den Vorbereitungen begonnen, um zeitnah aufbrechen zu können. Animiert wurde Gerd Frank unter anderem auch durch den Markelsheimer Hilfstransport, dem er schon einige Sachspenden hatte zukommen lassen.

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Neben den neun Mitarbeitern seiner Firma für Garten- und Landschaftsbau, die für diese Aktion extra einige Urlaubstage opferten, schlossen sich drei Freiwillige aus Vorbachzimmern an, sowie zwei Mitarbeiter der Bageno Weikersheim. Die Stadt Niederstetten und die Bageno Bad Mergentheim spendeten Getränke und diverses Werkzeug für die Flutopfer, dazu kam eine private Dieselspende von mehreren Hundert Liter.

Überall Dreck, Unrat und Schlamm. © Frank

Mit im Gepäck auch ein Notstromaggregat, Pumpen und anderes für den Einsatz notwendiges Equipment. Dann ging die Fahrt los in Richtung Reinland-Pfalz.

Schon in Sinzig bekam man einen ersten Eindruck der Naturkatastrophe, doch erst die Einfahrt ins stark betroffene Bad Neuenahr-Ahrweiler machte das zerstörerische Ausmaß der Flutkatastrophe deutlich.

Im Bus wurde es still

Im Bus der Helfer aus dem Vorbachtal wurde es still, die Augen hatten Mühe, die schrecklichen Eindrücke zu verarbeiten. In Bad Neuenahr-Ahrweiler, so Gerd Frank nach der Rückkehr im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten, waren die Einsätze der verschiedenen Organisation und privaten Helfer schon recht gut organisiert. Schweres Gerät, riesige Bagger, Schlepper und andere Räumgeräte beherrschten das Stadtbild.

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Der Gruppe Frank wurden von der Einsatzleitung Aufgaben zugewiesen wie die Räumung von Wohnungen und Kellern von Schlamm, Unrat und Wasser. Am letzten Tag war man im Verbund mit der Bundeswehr mit der Reinigung einer Schule im besonders betroffenen Altenahr beschäftigt. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass man dem Gymnasium Calvarienberg eine private Geldspende übergeben konnte.

Durchdringender Gestank

Erschwert wurden die Arbeiten auch durch den durchdringenden Geruch des von Fäkalien und Heizöl durchtränkten Schlamms, sowie von im Wasser schwimmenden Treibguts und verdorbenen Lebensmitteln. An den Abenden konnte man an sich selbst spüren, welche fast unmenschlichen Leistungen die vom Schicksal so arg gebeutelten Menschen erbringen – und das nun schon seit einigen Wochen.

Nach drei Tagen Knochenarbeit im Sinne der Mitmenschlichkeit kehrte das 15-köpfige Helferteam müde, aber zufrieden in die Heimat im Vorbachtal zurück.

Zerstörerische Kraft des Wassers

Im Gepäck die Eindrücke einer unvorstellbaren Katastrophe, die unsägliches Leid über die Region und die dort wohnenden Menschen brachte.

Zwar hatte man schon eine gewisse Vorstellung aus den Fernsehbildern gewonnen, doch das persönliche Erlebnis sprengte die eigene Vorstellungskraft, welche zerstörerische Kraft das Element Wasser entfalten kann, ganz zu schweigen vom schmerzlichen Leid durch den tödlichen Verlust von Familienangehörigen, Nachbarn, Freunden und Bekannten.

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