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Leserbrief - Zu „Der Halbstundentakt soll aufs Dorf“ (FN 13. Oktober)

Glückauf zu neuem ehrgeizigen Denken und Handeln

Von 
Leserbrief-Schreiber: Gerhard Hauf
Lesedauer: 

Die neue ÖPNV-Strategie 2030 der Landesregierung liest sich hoffnungsvoll auch für die Bürger im ländlichen Raum. Kann man es glauben? Oder ist es wieder nur eine Marketingstrategie der regierenden Parteien „Die Grünen mit CDU“, die ein bisschen Sonne in das landesweite Tief neuester Umfragewerte bringen soll? Wir hier im Vorbachtal, konkret das kleine Dorf Vorbachzimmern, welches 1985 nach 117-jähriger Bahngeschichte mit der Wegnahme des Haltepunktes vom Netz der DB genommen wurde, versucht seit Jahren, sowohl, Landkreis, Westfrankenbahn, wie auch das Verkehrsministerium, für eine Reaktivierung des Haltepunktes zu gewinnen. Wenn die erklärte Mobilitätsgarantie den Bürgern auch auf dem Land ein dichteres Fahrplanangebot in Aussicht stellt, so muss dies der Logik folgen, dass alle Ortschaften und Städte jeglicher Größe die Bestandslinien wieder komplettieren und damit insgesamt wieder attraktiver werden. Ein dichtes Netz erleichtert somit niederschwellig den Zugang zum ÖPNV.

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Verkehrsminister Hermann erklärt, dass auch die kommunale Ebene in der Pflicht sei, die im Koalitionsvertrag genannte ÖPNV-Offensive mitzutragen. Diese Erklärung lässt konkret erwarten, dass im Zusammenwirken von Stadt und Landkreis das Streben der Ortschaft aktiv unterstützt wird. Landrat Schauder hat zugesagt, das Anliegen der Ortschaft zu prüfen. Wenn dies wohlwollend umgesetzt wird, wäre dies ein erster guter Schritt in Richtung Zielerreichung für die ÖPNV-Landes-Strategie. Ab 2022 soll mit der Umsetzung der ÖPNV-Strategie begonnen werden. Bei zuversichtlichem Denken steigt die Chance, dass eine Reaktivierung des Haltepunktes in Vorbachzimmern an der Linie Crailsheim-Lauda auch in das Handlungsfeld der Westfrankenbahn gerückt wird. Steigende Energiepreise für individuelle Mobilität mit PKW u.a. Fahrzeugen mit Verbrenner, eine schleppende und überteuerte Umsetzung der Elektromobilität, zwingen dazu, bessere Alternativen eines attraktiven ÖPNV voranzubringen. Jeder Euro, der eine Verbesserung und Komplettierung des ÖPNV-Bestandsnetzes befördert, ist gut angelegt.

Einerseits müsste das eine oder andere verzichtbare, kostenintensive Prestigeprojekt nicht gegen den Widerstand der Bevölkerung durchgesetzt werden. Große Investitionssummen könnten eingespart werden, die dann dringend notwendige Verbesserungen im Bestand ermöglichen und beschleunigen könnten. Wenn die ehrgeizigen Ziele für den öffentlichen Nahverkehr des Landes für Bus und Bahn, bei einer ganzheitlich gedachten Umsetzung, auch die kleinen Dörfer einbinden, dann dürfen sicherlich auch die Menschen unseres Dorfes in absehbarer Zeit teilhaben an einem attraktiven ÖPNV-Angebot. Glück auf neuem ehrgeizigen Denken und Handeln.

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