UEG Hohenlohe-Franken Niederstetten - Erzeugergemeinschaft wird 40 Jahre alt / Zentrale Vermarktungsplattform für zahlreiche Schweineproduzenten in der Region „Fokus stets auf das Wohl der Tiere gerichtet“

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Klaus T. Mende
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Die UEG Hohenlohe-Franken wird 40 Jahre alt. Unser Bild zegit den Hauptsitz in Niederstettener Stadtteil Adolzhausen. © Klaus T. Mende

Vier Jahrzehnte UEG bedeuten eine 40-jährige Erfolgsgeschichte, der in Zukunft noch das ein oder andere (Erfolgs-)Kapitel folgen soll.

Ferkel, Lämmer, Schafe: Die Absatzzahlen im Vergleich

Die UEG wurde 1979 aus einer bäuerlichen Initiative gegründet.

Sie vermarktet Tiere für über 1200 bäuerliche Mitgliedsbetriebe (Stand 2015).

Insgesamt waren das 2019 ganze 829 104 Tiere (1998 waren es noch 362 405).

Der mit Abstand größte Anteil nehmen im vergangenen Jahr die 559 316 Ferkel ein (1998: 274 014).

Es wurden aber auch 253 548 Mastschweine vermarktet (1998: 85 543).

Bei den Sauen/Ebern ist die Stückzahl deutlich geringer (3930; 1998: 2848).

Darüber hinaus wurden 2019 insgesamt 4197 Schafe vermarktet.

2008 wurde die Vermarktung um Lämmer und Schafe erweitert.

Im selben Jahr feierte die UEG das millionste vermarktete Tier.

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Niederstetten/Main-Tauber-Kreis. Der 18. Dezember 1979 ist in den Annalen der Gemeinschaft dick angestrichen. Seinerzeit hatten der Bauernverband Main-Tauber und die Stadt Niederstetten zu einer Gründungsversammlung ins örtliche Gasthaus „Zur Krone“ aufgerufen. Das Bestreben war es, eine Unabhängige Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel aus der Taufe zu heben, um den Landwirten in der Region künftig mehr Einfluss am Markt, bei der Preisgestaltung und Unabhängigkeit von Vermarktungsorganisationen zu verschaffen.

Ein Dutzend bei Gründung dabei

Nachdem die vorgesehene Satzung verlesen war, erklärten sich spontan zwölf Personen bereit, dem neuen Verein beizutreten. Zum Vorsitzenden wurde Reinhold Horn, Vorbachzimmern, gewählt, sein Vertreter war Hugo Frieß, Oberrimbach, die Rolle von Beiräten wurde Albert Gehringer, Lichtel, Helmut Bayer, Rüsselshausen, und Gerhard Müller, Wermutshausen, übertragen. Und als erster Geschäftsführer trat Willi Müller seinen Posten an. 1985 folgten ihm Werner Meuder und 1987 schließlich Herbert Klein, der dieses Amt bis in die Gegenwart innehat – ein echter „Dauerbrenner“ eben.

Weitere Meilensteine waren 1990 die Gründung der UEG für Qualitätsferkel Hohenlohe-Öhringen und jene der UEG Hohenlohe-Franken. Dazu wurde 1994 die UEG für Qualitätsschlachttiere Hohenlohe-Franken aus der Taufe gehoben, ein Jahr später die Hofra Qualitätsfleisch-Vermarktung. Schließlich fusionierten die drei Vereine für Qualitätsferkel zur UEG für Qualitätsferkel Hohenlohe-Franken in Niederstetten. 2002 erfolgte die Umsetzung des Projektes Qualitätschwein Süd zur Bündelung der „Gutfleisch“-Aktivitäten und ein Jahr später die Einführung der Dachmarke „Regioland – Fleisch braucht Heimat“.

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2004 fiel der Startschuss in eine neue Ära. Denn es begann der Neubau des Ferkelvermarktungszentrums mit Verwaltungsgebäude in Adolzhausen. Und ein Jahr später gab es erneut eine Ausweitung des Handels durch die Eröffnung der Geschäftsstelle „Nutzviehzentrum UEG Franken“ in Kitzingen, 2007 jene der Betriebsstätte Bopfingen in Oberdorf sowie die Gründung der UEG Franken/Bayern. 2009 zählten zur UEG 573 Ferkelerzeuger- und 682 Schlachttierlieferbetriebe. Zum 30. Geburtstag 2010 wurde die Viehvermarktung gebündelt durch Beteiligung der UEG Schlachttiere an der UEG Hohenlohe-Ostalb.

„Als zentrale Plattform für alle Beteiligten kennen wir sowohl die Anforderungen des Marktes als auch die Praxis der Erzeugung genau“, sagt Vorstandsvorsitzender Matthias Frieß. „Wir bringen beides auf einen Nenner und haben dabei künftige Entwicklungen stets im Blick.“ Im ganzheitlichen Ansatz, der sämtliche Aspekte ausgewogen berücksichtige, eröffneten sich den Landwirten neue Chancen.

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Bei allen marktorientierten Gesichtspunkten, erklärt Frieß weiter, „liegt der Fokus der Arbeit stets auf dem Wohl der Tiere“. Seine Einrichtung setze im Transport auf moderne Fahrzeuge, die den Stresslevel auf ein Minimum reduzierten, und verfüge am Vermarktungszentrum in Niederstetten über tiergerechte Verladestationen sowie Möglichkeiten zur Aufstallung.

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Seit der Gründung der Unabhängigen Erzeugergemeinschaft hat das Unternehmen sein Leistungsspektrum kontinuierlich weiterentwickelt. Mittlerweile haben sich über 700 landwirtschaftliche Betriebe aus Bayern und Baden-Württemberg, darunter auch aus dem Main-Tauber-Kreis, angeschlossen. Es wird nach klar definierten Qualitätssystemen gearbeitet. Bereits seit 1994 wird Qualitätsfleisch nach festen Kriterien gefördert. Hierzu gehören der lückenlose Herkunftsnachweis der Ferkel ebenso wie eine transparente Produktion mit der Einhaltung sämtlicher vorgegebenen Standards.

Ein Blick zu den nackten Zahlen zeigt die positive Entwicklung der UEG. 1980 lag die Zahl der vermarkteten Ferkel bei gerade mal 9740. Diese Summe steigerte sich bis 2010 auf 1 750 700 Tiere (darunter 755 685 Ferkel und 300 409 Mastschweine, um sich 2019 bei 829 109 Tiere (davon 559 316 Ferkel und 253 548 Mastschweine, der Rest waren Sauen/Eber, Groß- und Nutzvieh sowie Schafe) einzupendeln. Der Rückgang rührt vor allen Dingen daher, dass sich aufgrund der immer schlechter werdenden Rahmenbedingungen und stets umfangreicher politischer Vorgaben zahlreiche Schweineerzeuger in der Region ihre Höfe aufgegeben haben.

Die UEG ist längst in jeder Hinsicht „up to date“. Das A und O ihrer Tätigkeit als Vermarkter sind einwandfreie hygienische Bedingungen, ein guter Umgang mit den Tieren und Einrichtungen, die den Transportstress mindern. Sämtliche Verladewege sind rutschfest, nach dem Transport erfolgt jedes Mal eine gründliche Reinigung, um dauerhaft beste hygienische Bedingungen zu gewährleisten.

Herzstück der Gemeinschaft

Die Ferkelvermarktung gilt als das Herzstück der Gemeinschaft. Ein erfahrenes Team unterstützt die erzeugenden Betriebe bei der Optimierung der Produktionsbedingungen, um sie auf veränderte Marktbedingungen und rechtliche Bestimmungen vorbereiten. Ziel sei es, so ist immer wieder zu hören, die noch aktiven Familienbetriebe in der Region zu halten.

Erfolgreich in die Zukunft – das funktioniert nur gemeinsam. Und so wurden die Betriebe Schritt für Schritt auf die Themen einheitliche Genetik, Erzeugung in homogenen Großgruppen, stabile Tiergesundheit sowie artgerechte Haltung eingestimmt. Um Letzteres zu garantieren, werden die Ferkel von spezialisierten Fachtierärzten und dem Schweinegesundheitsdienst betreut.

Für die Verantwortlichen der UEG bedeutet Tierschutzqualität im Übrigen auch Lebensmittelsicherheit. Das haben sie sich bisher auf die Fahnen geschrieben – und darauf soll auch künftig streng geachtet werden.

Vier Jahrzehnte Unabhängige Erzeugergemeinschaft Hohenlohe-Franken – wahrlich ein Grund zum Feiern. Die Corona-Krise macht dieses Jahr einen dicken Strich durch die Rechnung. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt