Heeresflieger - Probleme mit niedrigen Temperaturen behoben / Unterstützung schwer erreichbarer Truppenteile / Selbständige Aus- und Weiterbildung möglich Endlich wieder Last am Außenhaken

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Ein NH90-Hubschrauber kann bis zu vier Tonnen an seinem Außenlasthaken transportieren.

© Bundeswehr

Nach über zweijähriger Sperrung des Außenlasthakens am Transporthubschrauber NH90 erfolgte die langersehnte Umrüstung. Die ersten Flüge mit Außenlasten fanden nun in Niederstetten statt.

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Niederstetten. Seit zweieinhalb Jahren wurde nicht mehr mit Außenlast am NH90 geflogen. Grund dafür war ein technischer Fehler am Außenlasthaken, welcher zu einer Entriegelung bei niedrigen Temperaturen führte. Um die Sicherheit der Besatzung, aber auch des Personals am Boden zu gewährleisten, wurde der Flugbetrieb mit außen hängenden Lasten untersagt.

Mit einer technischen Veränderung des Hakens am NH90 konnte nun auch der Aus- und Weiterbildungsbetrieb mit Außenlasten wieder aufgenommen werden. Da das Transporthubschrauberregiment 30 als erstes mit den neuesten NH90-Modellen ausgestattet wurde und an diesen die technischen Veränderungen unmittelbar vorzunehmen waren, fand die erste Einweisung am neuen Außenlast-System in Niederstetten statt.

Einweisung am Boden

Die Einweisung am Boden wurde von Oberstleutnant Rudolf Fendt, Standardisierungsbeauftragter NH90 in der "Division Schnelle Kräfte", geleitet. Hier zeigte sich schon, dass die Niederstettener Heeresflieger hungrig auf neue Fähigkeiten ihres Hubschraubers sind. Eine große Gruppe Interessierter nahm jede Anweisung und jeden Hinweis dankbar auf und konnte den nahenden Start des NH90 mit Außenlastnetz kaum erwarten.

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Nach Absprache aller Sicherheitsmaßnahmen konnte bei bewölktem Himmel und frischem Wind der erste Flug erfolgen. Eine "Leichtgewicht" von 390 Kilogramm wurde dem NH90 als erste Außenlast präsentiert. Nach kurzem Anflug wurde zunächst der sogenannte Drehwirbel als Verlängerung am Außenlasthaken des Hubschraubers eingehängt und mit der Elektronik verbunden. Mit dem Drehwirbel kann sich die Last drehen, ohne dabei die Besatzung oder den Hubschrauber aufgrund einer Verwindung zu gefährden.

Darauf folgte der Anflug auf die Last. Zur Vermeidung eines Stromschlages durch die statische Aufladung während des Fluges wurde der Hubschrauber am Verschlusshaken zuerst geerdet und dann die Last am Drehwirbel befestigt. Kurz darauf hob der NH90 mitsamt seiner Außenlast ohne Probleme ab. Nach einer Runde über den Heeresflugplatz Niederstetten konnte die Last materialschonend auf weichem Untergrund abgesetzt werden.

Mehrere Durchgänge

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Anschließend gab es noch mehrere Durchgänge, um Handlungssicherheit zu schaffen und weitere Erfahrungen sammeln zu können. Das gewählte Gewicht von 390 Kilogramm diente allein zur Durchführung der Einweisung. Der NH90 ist grundsätzlich dazu in der Lage, Außenlasten von bis zu vier Tonnen zu transportieren. Damit können die Heeresflieger zukünftig schweres und großes Material, wie leichte Kraftfahrzeuge, aber auch Munition und Verpflegung transportieren und schnell schwer erreichbare Truppenteile unterstützen. Insbesondere die Fallschirmjägerkräfte der "Division Schnelle Kräfte" und die Gebirgsjäger der 10. Panzerdivision werden davon profitieren können.

Kampagne erfolgreich

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Über mehrere Tage wurden weitere Flüge durchgeführt und die Kampagne konnte laut Bundeswehr erfolgreich beendet werden. Sichtlich begeistert äußerte sich der Kommandeur des Transporthubschrauberregiments 30, Oberst Peter Göhringer, zum Abschluss: "Endlich können wir wieder mit Außenlasten am NH90 fliegen. Diese Einweisungen waren nur der erste Schritt. Jetzt sind wir in der Lage, unsere Piloten selbstständig aus- und weiterzubilden und diese für Transporthubschrauber essenzielle Fähigkeit erneut aufzubauen." pm