Kooperation - Das Niederstettener Bildungszentrum will im technischen Bereich künftig verstärkt mit dem neuen Umschulungs- und Fortbildungszentrum zusammenarbeiten „Eine bessere Lösung gibt es nicht“

Von 
Bettina Semrau
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Presserundgang auf der Baustelle des neuen UFZ: Sowohl der Verein als auch die Schule und Gemeinderat versprechen sich viele positive Impulse von der künftigen unmittelbaren Nachbarschaft von Bildungszentrum und Umschulungs- und Fortbildungszentrum. © Bettina Semrau

Was macht ein Werkzeugmechaniker, was ein Mechatroniker? Am besten findet man das heraus, wenn er es einem direkt an einer Maschine zeigt. Und genau das ist ab Herbst im neuen UFZ möglich.

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Niederstetten. Ob „Bildungspartnerschaften“, „Mint“-Förderung oder „Girl’s Day“: Es gibt viele Initiativen, die noch mehr Schülerinnen und Schüler als bisher für technische Berufe begeistern wollen. Auch am Bildungszentrum in Niederstetten (BiZ). Dessen technikinteressierte Schüler können ab Herbst von einer Art „Deluxe“-Kooperation profitieren. Genau nebenan entsteht zurzeit nämlich das neue Umschulungs- und Fortbildungszentrum (UFZ), ausgestattet mit millionenteurer modernster Technik. Und die können die BiZ-Schüler, angeleitet von Fachleuten, Auszubildenden oder Studenten, selbst ausprobieren und dabei vielleicht Orientierung bei ihrer Berufswahl finden. Bei einem Presserundgang erläuterten die Verantwortlichen von UFZ, Bildungszentrum und Vertreter des Gemeinderats, wie man sich die Zusammenarbeit künftig vorstellt.

Nachfrage stark gewachsen

Gegründet wurde das Umschulungs- und Fortbildungszentrum eigentlich in Wermutshausen. Dort werden seit fast 50 Jahren die neuesten Technologien in den Bereichen Metall und Elektronik vermittelt, denn schon früher war die Nachfrage nach technischen Fachkräften groß. Im UFZ absolvieren seitdem nicht nur die Auszubildenden der heimischen Betriebe – die großteils Mitglieder des UFZ sind – ihre überbetriebliche Ausbildung, auch Umschüler sowie Fort- und Weiterbildungswillige werden an den neuesten Maschinen und Computeranlagen unterrichtet. Im Laufe der Jahre ist die Nachfrage nach Schulungsplätzen allerdings so stark gewachsen, dass ein Neubau unumgänglich war. Dieser entsteht zurzeit für rund elf Millionen Euro in Niederstetten, auf dem Areal des ehemaligen Hallenbads, zwischen Bildungszentrum auf der einen und künftigem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) auf der anderen Seite.

Ganz bewusst hatte sich der Gemeinderat damals entschieden, den letzten großen bebaubaren Platz in unmittelbarer Nähe zur Stadt an das UFZ zu vergeben, erinnert sich UFZ-Geschäftsführer und Ex-Bürgermeister Rüdiger Zibold: Man wollte hier eine Art „Bildungscampus“ schaffen, der Synergieeffekte gezielt nutzt. Auch in der Architektur des neuen Gebäudes drücke sich dieser Wunsch aus, erläuterte Zibold: Die großen Fenster, die zur Straße zeigten, ließen Einblicke zu und sollten Neugier bei den Schülern wecken. Kooperiert hätten UFZ und BiZ schon früher, berichtete UFZ-Geschäftsführer Bernd Herschlein, beim „Girls Day“. Dieser habe das Ziel, Mädchen an technische Berufe heranzuführen.

Einblick gewonnen

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Die Schülerinnen des BiZ hätten jeweils eine Woche in einen der Betriebe des Gewerbegebiets „Hohe Buche“ hineingeschnuppert und im UFZ Einblicke in Ausbildungsberufe gewinnen können. Allerdings habe man das Angebot wegen des akuten Platzmangels im UFZ vorübergehend ruhen lassen müssen, bedauerte Herschlein. Das soll sich jedoch mit dem Neubau ändern. Daneben will man auch die schon seit zehn Jahren bestehende „Bildungspartnerschaft“ ausbauen. Wie der Technische Fachschaftsvorsitzende des BiZ, Uwe Jantschek ausführte, absolvierten die Schüler der neunten Klasse im Wahlpflichtfach Technik mehrwöchige Praktika in verschiedenen Betrieben. Ab Herbst wolle man nun auch praktische Schulungen im UFZ anbieten. „Eine bessere Lösung gibt es nicht“, schwärmte Jantschek.

Denn man sei am BiZ technisch zwar gut ausgestattet, doch seien die hochmodernen Innovationen, etwa in den Bereichen Sensorik, Hydraulik oder Pneumatik „dermaßen teuer, dass wir uns die nicht leisten könnten“. Auch deshalb sei die Kooperation ein großer Gewinn für die Schüler.

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Von Vorteil sei auch, ergänzt Geschäftsführer Herschlein, dass man etwa an den neuen CNC-Maschinen „Zusammenhänge im Produktionsprozess demonstrieren“ könne. Und BiZ-Rektor Benedikt Amann pflichtet ihm bei: „Wichtig ist, dass die Schüler anschauliche Praxisbeispiele bekommen“. Er freut sich nicht nur, dass die „kurzen Wege“ zwischen BiZ und UFZ die künftige Zusammenarbeit „ganz besonders unkompliziert“ mache. Die Kooperation sei auch ein „Alleinstellungsmerkmal für unsere Schule“.

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Das ist auch für Bürgermeister-Stellvertreter Ulrich Roth von besonderer Bedeutung, denn schließlich „konkurrieren die Schulen ja auch um die Schüler“. Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Lahr verspricht sich von den Bildungspartnerschaften auch Vorteile der BiZ-Schüler bei der Lehrstellensuche. Bürgermeister-Stellvertreter Harald Dietz ist sich sicher: „Das ist für alle von Vorteil“.

Redaktion