Bartensteiner Kreis - Adventsausstellung im Schrozberger Schloss Eine aus den Fugen geratene Welt

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rsn
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Die in Schrozberg ausstellenden Mitglieder des Bartensteiner Kreises (von links): Beate Binder, Sara Oget, Wilfried Richter, Edith Stegmeier, Gila Bahmann und Lisa Hopf – vor Sara Ogets Koffer-Bild „Bon Voyage“. © Snurawa

Schrozberg. Wer idyllische Bilder oder Advents-Momente bei den Werken des Bartensteiner Kreises im Schrozberger Schloss erwartet, dürfte sich verwundert die Augen reiben.

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Bei der Adventsausstellung des Bartensteiner Kreises mit etwa 50 Werken ist die Welt etwas aus den Fugen geraten. Da wird keine brennende Kerze abgebildet, was ja auch schon symbolisch gedeutet werden könnte in dieser von der Coronavirus-Pandemie geprägten Zeit. Stattdessen zeigen die Acrylmalereien von Edith Stegmeier im Schrozberger Schloss einen „Waldbrand“. Außerdem setzt sie sich in einem anderen Werk mit einem Virus auseinander. Die Figuren auf ihren Holzschnitten wirken vereinzelt. Das auf zwei parallel gehängten Bildern zu sehende „Paar“ sucht die Nähe entgegen der Welt.

Wilfried Richter hat sich in seinen Materialcollagen, die Elemente aus den Bildern heraustreten lassen, mit dem Klima beschäftigt – wie auf „Überschwemmung“, „Dürre“ und „Krieg“ zu sehen ist. Die „Besinnung“ will einen mahnenden Kontrapunkt bieten, kann aber kaum gegen die Übermacht des Negativen ankommen.

Auch Lisa Hopf ist ein Mensch in dieser Zeit. „Hab keine Angst“ hat sie eine Skulptur benannt. „Ein Großteil der Menschheit fürchtet seit Monaten das C-Virus und dessen schreckliche und unheimliche Folgen“, heißt es da. „Niemand kann derzeit sagen, wann und wie es weitergeht und wann ein wirkungsvoller Impfstoff auf dem Markt sein wird. Bis dahin müssen wir auf unserer Plattform ausharren, uns Mut zusprechen und gegenseitig aufeinander achtgeben.“

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Auch bei Gila Bahmann findet sich ein „Einsamer“ in einer großen Menge. Der Hoffnung und farblich Wärme verbreitende Kontrast ist nicht weit im Werk „Zweisam“. Dieselben rot-orangenen Töne hat sie auf „Weiblich“ mit Grautönen gemischt, die sich in abstrakten Bildern wie „Schattenspiel“ oder „Steinzeit“ wiederfinden.

Sara Oget spielt mit glänzenden Flächen, mal abstrakt farblich monoton wie auf „OP Qub“ oder konkreter und farbenfroher auf „Das rote Haus“. Sie träumt vom Schloss in Irland und der „Bon Voyage“, wie der Titel eines nachgemalten Koffers verrät. Kälte strahlt einem auch von einigen Porträts von Heidrun Scharf entgegen, etwa dem „Portrait in Weiß“ oder „Annett“. Blutrot untermalt die Mohnfarbe den weiblichen Akt der „Sommerwiese“.

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Kalt abweisend wirken auch die Bajazzo-Köpfe von Beate Binder mit den Kegel- oder Bohrerkörpern. Zwei rote Frauenschuhe wagen einen „Tanz auf dem Eis“, den Beate Binder um ein „Das Eis wird dünn“ ergänzt. Man könnte es auch als Verweis auf das Weltklima sehen.

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Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Schrozberger Rathauses – Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr, montags und dienstags außerdem von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr und donnerstags bis 18 Uhr – noch bis 13. November zu sehen. rsn