Hohe Buche IV - Damit sich die Firmen Hainbuch und Ehrler Prüftechnik erweitern können, gibt es ein neues Baugebiet Ein Brutplatz für die Feldlerche

Von 
Bettina Semrau
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Sie gehören zu den gefährdeten Vogelarten: Feldlerchen (Alauda arvensis) verschwinden von unseren Feldern. Auf Europas Äckern, Wiesen und Weiden leben nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren. In Niederstetten gibt es sie noch, weshalb jetzt bei dem geplanten Baugebiet „Hohe Buche IV“ ein Ausgleichsgebiet geschaffen wird. © Andreas Neuthe dpa/lnw

Im Gewerbegebiet „Hohe Buche“ in Niederstetten wollen sich die beiden Firmen „EP Ehrler Prüftechnik Engineering“ und „Hainbuch“ erweitern.

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Niederstetten. Ende Oktober letzten Jahres hat der Gemeinderat deshalb den entsprechenden Bebauungsplanentwurf „Gewerbe- und Industriegebiet Hohe Buche IV“ gebilligt, der eine Erweiterung auf einer Größe von rund vier Hektar in nördlicher Richtung vorsieht.

Die Firma EP Ehrler Prüftechnik ist im Bereich der Durchfluss-, Druck- und Dichtigkeitsprüfungen und Gas-Messtechnik tätig. Das Unternehmen ist im westlichen Teil des Gewerbegebiets angesiedelt. Es plant, die Betriebsfläche nach Norden hin über eine geplante Erschließungsstraße hinaus auf einer Fläche von rund 5900 Quadratmetern zu erweitern. Auf dem neuen Grundstück soll in zwei Neubauten eine Entwicklungs- und Versuchswerkstatt mit Lager sowie ein Bürogebäude mit Wohnnutzung entstehen.

Die Firma Hainbuch, ein Zweigwerk des Spannmittelherstellers aus Marbach, plant ihre Betriebserweiterung in zwei Bauabschnitten innerhalb der Flächen südlich der geplanten Erschließungsstraße. Es sollen zwei 50 mal 40 Meter große Gebäude entstehen. Im ersten Bauabschnitt ist der Neubau an der geplanten Erschließungsstraße mit zwei Zufahrten von Norden vorgesehen. Die Produktionshalle soll eingeschossig sein und orientiert sich nach Norden, die Büro- und Sozialräume erstrecken sich auf zwei Geschossen an der südlichen Gebäudefassade.

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Ebenso sollen sich Technikräume und der Kompressorraum über zwei Geschosse im Zentrum der Produktionshalle erstrecken. Das neue Baugebiet soll über eine Stichstraße mit Wendeanlage erschlossen werden. Galina Strumberger vom beauftragten Stuttgarter Büro „schreiberplan“ hat dem Gemeinderat in dessen Sitzung am Mittwochabend die Einwände von Behörden und weiteren so genannten „Trägern öffentlicher Belange“ vorgestellt.

Bezüglich des Artenschutzes musste eine Änderung vorgenommen werden, da auf dem Gebiet Feldlerchen, die auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft werden, brüten, deren Fortpflanzungsstätten zerstört werden. Deshalb wurde hier eine vorgezogene Ausgleichsmaßnahme nötig: ein mindestens fünf Meter breiter und rund 162 Meter langer Streifen einer aktuell ackerbaulich genutzten Fläche wurde zum Schutz dieser am Boden brütenden Vogelart ausgewiesen.

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Der geänderte Bebauungsplanentwurf wird jetzt erneut – wenn auch auf nur noch zwei Wochen verkürzt – öffentlich ausgelegt.

Redaktion