Wildbad Rothenburg - Der in Berlin lebende Künstler Benjamin Zuber ist „Artist in Residence“ 2021 Die „Kippmomente“ faszinieren ihn

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Benjamin Zuber auf der Brücke über die Tauber an den Arkaden im Park des Wildbads Rothenburg. © Heise/Wildbad

Medienübergreifende Projekte sind die Spezialität des Berliner Künstlers Benjamin Zuber. Er ist im Jahr 2021 „Artist in Residence“ im Wildbad Rothenburg.

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Rothenburg. Der Künstler Benjamin Zuber ist in diesem Jahr Artist in Residence, wie die Tagungsstätte Wildbad Rothenburg mitteilt. Seit fünf Jahren lädt diese auf Vorschlag einer Fachjury jährlich neue Künstler oder Künstlergemeinschaften mit professioneller Ausbildung sowie nationaler und internationaler Ausstellungserfahrung zu mehrmonatigen Arbeitsaufenthalten ein.

In einem künstlerisch freien und ergebnisoffenen Schaffensprozess sollen sie ein Kunstwerk für den Park entwickeln, das auf Dauer hier verbleibt. Das Projekt art residency wildbad ist auf mindestens zehn Jahre angelegt.

Der diesjährige Künstler, Benjamin Zuber, geboren 1982 in Bamberg, studierte an den Akademien der Bildenden Künste in Wien und in Nürnberg sowie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Derzeit lebt und arbeitet er in Berlin. In seinen vorwiegend medienübergreifenden Projekten beschäftigt er sich mit subtilen Kontextverschiebungen. Sein besonderes künstlerisches Interesse gilt dem Austarieren von Kippmomenten, etwa zwischen Komik und Tragik, Pathos und Melancholie, Inszenierung und Authentizität. Gleich zu Jahresbeginn hielt sich Zuber zum Sammeln erster Inspirationen einige Tage lang in der Stadt Rothenburg und im Wildbad auf. Seine Rückkehr in die Gipsmühle an der Tauber – sein Atelier auf Zeit – ist gewiss. Ungewiss hingegen, was er im Verlaufe seiner Arbeitsaufenthalte bis zum Herbst 2021 im Wildbad künstlerisch umsetzen und hier an die Öffentlichkeit übergeben wird. Aufs Erste zeigt sich der Künstler fasziniert von der Historie des Wildbads und vom Wirken des vielseitig begabten Orthopäden Friedrich von Hessing. Dieser war um 1900 Bauherr mehrerer Kuretablissements in Bayern, darunter des Wildbads in Rothenburg. „Ich bin total begeistert, auch von der ‚Legoarchitektur‘ dieses Hauses. Das sieht genau so aus, wie sich ein Kind ein Schloss vorstellt. Ich kenne nichts Vergleichbares“, sagt Zuber.

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Zwischen Tragik und Komik, Pathos und Melancholie einen nicht vergleichbaren, besonderen Aufbau zeigen auch die überwiegend installativen Arbeiten des Berliner Künstlers Benjamin Zuber. In ihrer Verwendung von alltäglichen Materialkonstellationen und der Art ihrer experimentellen Komposition erinnern sie an physikalische Versuchsanordnungen.

„Seine performativen Arbeiten lassen an Initiationsriten gesellschaftlicher Gruppen denken und setzen sich häufig mit zwischenmenschlichen Kommunikationsformen auseinander“, begründet die Fachjury ihren Vorschlag, Zuber in diesem Jahr zu einem Arbeitsaufenthalt ins Wildbad einzuladen.

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Er träte „als Dompteur künstlerischer Übungssysteme auf, die humorvoll und gleichzeitig todernst erscheinen.

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Möglicherweise gelingt Benjamin Zuber gerade in der heutigen Zeit der massiven Kontaktbeschränkungen die Entwicklung von Vorschlägen zu ganz außergewöhnlichen Kommunikationsstrategien.“