Schrozberg - Noch wird der Bahnübergang manuell überwacht, doch in absehbarer Zeit erfolgt die Umstellung auf Videoüberwachung Der Mensch wird durch Technik abgelöst

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Thomas Baumann
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Damit sich niemand zwischen den Bahnschranken befindet, überprüfen derzeit Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma den Schrozberger Bahnübergang, bevor dort Züge, wie hier eine Regionalbahn aus Niederstetten, durchfahren. © Thomas Baumann

Der Schrozberger Bahnübergang wird noch manuell überwacht. Doch im Lauf des ersten Halbjahres 2021 soll die Überwachung dann per Video erfolgen.

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Schrozberg. Für manche Schrozberger, die öfters den Bahnübergang in der Oberstettener Straße überqueren, gehört das Auto, das auf der Seite des LBV-Geländes gleich neben der Straße steht, mittlerweile fast schon zum Ortsbild. Den Blick auf den Übergang und auf die Straße gerichtet, sitzt darin jeden Tag ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma. Vom ersten Zug am Morgen bis zum letzten am Abend. Und das bereits seit der Inbetriebnahme des von der Westfrankenbahn im Zuge des Umbaus der Gleisanlagen runderneuerten Bahngeländes im November 2019. Seit Kurzem steht dort nun auch eine mobile WC-Box.

Die Aufgabe des Mitarbeiters besteht darin, zu prüfen, ob sich nach dem Absenken aller Schranken noch Fahrzeuge oder Personen innerhalb der Schrankenbäume befinden. Ist der Weg für den Zug frei, löst der Mitarbeiter ein Signal aus, das dem zuständigen Fahrdienstleiter in Niederstetten grünes Licht signalisiert. Gibt er das Signal nicht, meldet sich der Fahrdienstleiter telefonisch bei ihm. So hätte der Verantwortliche immer noch Zeit, den Zug per Bahnfunk zu stoppen.

Auf Anfrage, wie lange dort noch ein Sicherheitsdienst tätig sein wird, begründet die Deutsche Bahn die Maßnahme zunächst damit, dass die Fahrbahn eines Bahnübergangs mit Vollschranken überwacht werden müsse. Die Installation von Halbschranken war bei dem Übergang in Schrozberg nicht möglich. Und weiter: „Die Planungen für die künftige Videoüberwachung des Bahnübergangs sind im Wesentlichen abgeschlossen. Wir beabsichtigen die Änderung noch im ersten Halbjahr 2021 durchzuführen.“ Die Tage des neben dem Übergang stehenden Autos scheinen also gezählt. Einem der Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, der nicht aus der Region kommt aber seit November 2019 täglich im Dienst ist, sind viele regelmäßig vorbeikommende Schrozberger auch schon bekannt. Er fühlt sich beinahe bereits etwas heimisch und berichtet, dass es hauptsächlich, wenn es dunkel ist, immer wieder Autofahrer gibt, die den Bahnübergang trotz roter Ampeln noch überqueren – zum Teil mit hohem Tempo. Kürzlich habe es ein Fahrzeug, das aus einer Seitenstraße auf den Bahnübergang abgebogen ist, gerade noch unter den sich schließenden Schranken durchgeschafft. Außerdem gebe es unvernünftige Fußgänger, die noch vor der Zugeinfahrt unter den geschlossenen Schranken durchgehen.

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Allen Unkenrufen zum Trotz scheint es daher, als wäre die Überwachung des Bahnübergangs – in welcher Form auch immer – durchaus nötig.

Der Schrozberger Bahnhof gehört zur Taubertalbahn, die von der Westfrankenbahn betrieben wird. Er wurde am 23. Oktober 1869 eröffnet. Mit dem Einbau eines elektronischen Stellwerks wurde die alte Stellwerktechnik 150 Jahre später, im Herbst 2019, entfernt. Seither wird der Zugverkehr aus Niederstetten gesteuert. Das Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz.