Photovoltaikanlage - Landwirt will 3,6 Hektar große Ackerfläche für Solaranlage nutzen Gemeinderat geteilter Meinung

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Niederstetten. Soll die Stadt Niederstetten einem Landwirt aus Wildentierbach erlauben, am Ortseingang des Dorfes auf 3,6 Hektar eine Freiflächen-Photovoltaikanlage zu errichten?

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Schon einmal hatte der Gemeinderat - nichtöffentlich - über die Anfrage beraten und den Antrag abgelehnt.

Der Grund: Das Gremium befürchtete, dass sich der Anblick der doch ordentlich großen Solaranlagenfläche so nahe am Ortseingang negativ auf das Ortsbild auswirkt. Außerdem war einigen Stadträten nicht wohl bei dem Gedanken, "wertvolle Ackerflächen" mit Solaranlagen zuzubauen. Man könne dadurch einen Präzedenzfall schaffen, wurde befürchtet. Die Abstimmung verlief dann auch denkbar knapp: mit gerade einer Stimme Unterschied lehnte der Gemeinderat die Anfrage ab. Doch der Landwirt lässt nicht locker. Jetzt hat er erneut einen Antrag auf Genehmigung gestellt und verlangt - was sein Recht ist - dass die Diskussion öffentlich geführt wird.

Rückendeckung bekommt er übrigens aus dem Wildentierbacher Ortschaftsrat, der geschlossen für seinen Plan stimmte.

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Der Gemeinderat hegte allerdings seine Zweifel daran, ob die Meinung des Ortschaftsrates auch die der meisten Bürger ist: Nicht nur Bürgermeister Rüdiger Zibold, auch einzelne Gemeinderäte haben bereits ablehnende Anrufe aus der Ortschaft erhalten.

Auch bei der neuerlichen Diskussion gab es sehr klare Pro- und Kontrameinungen. Während die einen fanden, dass man Landwirten bei der aktuell schlechten Lage die Möglichkeit geben sollte, "ihren Betrieb zu stützen" (Heinz Bader) und die Anpflanzung einer Hecke anregten, um den Blick von der Straße etwas zu mildern, bezweifelten andere die Akzeptanz in der Bevölkerung und gaben zu bedenken, dass man die Gemeinde nicht für eine verfehlte Landwirtschaftspolitik verantwortlich machen dürfe.

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Andere wiederum befürworteten zwar die Schaffung von Photvoltaikanlagen, fanden den Platz am Ortseingang allerdings etwas "zu arg prominent" (Anastasia Schmauder-Meinikheim).

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Hauptamtsleiter Ludger Krug gab zu bedenken, dass Fragen der Bürger wie Abstände zu Wohnbebauung oder Straße im Rahmen der notwendigen Genehmigungsverfahren geklärt werden könnten.

Schließlich stimmte der Gemeinderat für einen Vorschlag von Bürgermeister Zibold, die geplante Fläche vor Ort in Augenschein zu nehmen und auch mit den Bürgern dort zu sprechen. "Dann können die Bürger unsere Entscheidung auch nachvollziehen", argumentierte der Bürgermeister. sem