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Begegnen und erleben

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Die Worte „Effata! Das heißt: Öffne dich!“spricht Jesus zum Taubstummen im Evangelium nach Markus (Mk 7,31-37). Die Geschichte handelt von der Heilung eines Menschen, der weder hören noch sprechen kann. Jesus, benetzte die Zunge des Mannes mit Speichel, legte ihm die Finger in die Ohren blickte nach oben zum Himmel und sprach dieses eine Wort: „Effata!“

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Dankenswerterweise sind mir alle Sinne gegeben und ich bin weder stumm noch taub und dennoch gilt auch mir im übertragenen Sinne dieses Wort: „Effata! Öffne dich!“ Doch wofür soll ich mich öffnen? Soll ich dem zuhören, der mir seine Geschichte schon zum x-ten Mal erzählt, die nicht besser wird und die ich schon fast auswendig kann? – Ja, auch wenn es mir schwer fällt. Meinem Gegenüber scheint es wichtig zu sein, diese Sache immer und immer wieder „los zu werden“ – vielleicht kann ich, wenn ich mich und mein Herz weit öffne, ihm so tief zuhören, dass er sich verstanden fühlt und durch die Begegnung mit mir ein wenig Heilung erfährt.

Könnte das Wort „Effata“ für mich auch bedeuten, offenen Auges durch die Welt zu gehen und die Not der anderen wahr zu nehmen – auch wenn ich lieber wegschauen möchte? Oder soll ich unvoreingenommen auf Menschen zugehen und sie nicht – wie so oft zuvor – in Schubladen stecken? Öffne dich – wenn ich dieses Wort als Auftrag von Jesus Christus an mich auffasse, dann ist das ein großer Anspruch. Nicht immer gelingt mir das, mich für neue Erfahrungen, andere Meinungen und neue Menschen zu öffnen. Allzu oft winke ich frühzeitig ab und höre meinem Gegenüber gar nicht richtig zu, schaue weg anstatt hin oder verschließe mein Herz.

Da fällt mir das bekannte Sprichwort ein: „Wer für alles offen ist – kann nicht ganz dicht sein!“ Eigentlich die perfekte Ausrede, sich um wenig bis nichts oder nur um sich selber zu kümmern. Haben wir nicht alle den Auftrag, auch wenn es schwierig und herausfordernd ist, offen auf das Leben, auf die Welt und auf unsere Mitmenschen zu zugehen? Uns allen wünsche ich ein schönes Wochenende mit guten Begegnungen, schönen Erlebnissen und offenem Herzen. „Effata! Öffne dich!“

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Matthias Reeken, Katholisches Jugendreferat/BDKJ-Dekanatsstelle, Bad Mergentheim

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