Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau - Bruderkalb-Initiative Hohenlohe gehört zu den Preisträgern Artgerechte Haltung überzeugt Jury

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Die Bruderkalb-Initiative Hohenlohe ist einer der Sieger beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2021. Im Bild von links Julia Rupp und Julian Klopfer (Honhardter Demeter-Höfe), Michaela Amann und Joachim Weber-Amann (Jos und Michas Biohof), Anja Frey, (Demeter-Völkleswaldhof) sowie Sabine und Oliver Herz (Biolandhof Herz). © Franziska Frey-Gogolin

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Gewinner des Wettbewerbs Ökologischer Landbau ausgezeichnet. Zu den Preisträgern gehört die Bruderkalb-Initiative Hohenlohe.

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Hohenlohe/Berlin. Demeter-Bäuerin Anja Frey, Initiatorin des Projektes „Bruderkalb-Initiative Hohenlohe“, nahm den Preis beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau virtuell entgegen: „Ich freue mich vor allem darüber, dass unser jahrelanges Engagement für die Tiere und unsere Vernetzungsarbeit mit weiteren Bio-Betrieben in der Bio-Musterregion Hohenlohe nun bundesweit gewürdigt wird.“

Die ausgezeichnete Bruderkalb-Initiative besteht aus Hohenloher Milchbauern. Die Demeter- und Biolandbetriebe liefern Milch an die Molkerei Schrozberg, die Hohenloher Molkerei und an die Dorfkäserei Geifertshofen. Beteiligt sind unter anderem die Demeter-Betriebe Anja & Pius Frey, Völkleswaldhof, und Julia Rupp & Julian Klopfer, Honhardter Demeterhöfe, sowie Jos und Michas Biolandhof (Familie Amann) und der Bioland-Betrieb der Familie Herz. Für die Bruderkalb-Initiative Hohenlohe ist klar: Bio-Bruderkälber sollen auch auf Bio-Betrieben groß werden. Deshalb setzen sie auf eine mutter- und ammengebundene Aufzucht und haben gemeinsam mit der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) eine Wertschöpfungskette von Erzeugung bis Vermarktung für Bio-Kalbfleisch aufgebaut. Unter einem eigenen Logo werden die Kalbfleischprodukte den Metzgereien, der Gastronomie sowie dem Groß- und Einzelhandel angeboten.

Der Verkauf über die eigenen Hofläden sei ein weiteres, wichtiges Standbein der Vermarktung, heißt es in einer Pressemitteilung des Demeter-Verbandes Baden-Württemberg.

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Zur mutter- und ammengebundenen Aufzucht erklärt Sabine Herz, vom Bioland-Hof Herz: „Als engagierte Bauern ist es uns nicht nur wichtig, die Region zu unterstützen, der wir unsere Nahrung verdanken, sondern auch, unseren Tieren für das entgegengebrachte Vertrauen durch artgerechte Haltung etwas zurückgeben. Unsere Kälber können am Euter trinken, Gras und Heu fressen und werden frühestens nach drei Monaten abgesetzt.“

Die Koordination zwischen Betrieben, Verarbeitern und Abnehmern der Bruderkalb-Initiative liegt in den Händen von Anja Frey, Betriebsleiterin des Demeter-Völkleswaldhofes sowie Vorständin im Demeter-Landesverband. Sie weiß: „Obwohl das Fleisch qualitativ hochwertig und besonders geschmacksintensiv ist, ist die Vermarktung von solchem Bio-Kalbfleisch eine große Herausforderung: Zum einen hat das Fleisch seinen Preis. Zum anderen sieht das Schnitzel oder der Braten etwas anders aus: Anstelle des gewohnt hellen, fast weißlichen Kalbfleischs hat das Fleisch der Bruderkälber eine kräftige rosa Farbe.“ Gefördert wird die Initiative durch die Bio-Musterregion Hohenlohe. Neben der Unterstützung von Projekten wie der Bruderkalb-Initiative steht ein umfangreiches Fortbildungsprogramm auf ihrer Agenda. Zur Würdigung mit dem Bundespreis gratulieren Demeter-Geschäftsführer Tim Kiesler und Bioland-Geschäftsführer Dr. Christian Eichert gemeinschaftlich. „Die Auszeichnung mit dem Bundespreis Ökolandbau verdeutlicht, dass der Ökolandbau dafür bereit ist, neue Wege zu gehen – und sowohl alternative Aufzucht-Methoden, als auch neue Vermarktungswege zu beschreiten.“