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Ausdauersport

Triathlon in der Heimat statt Urlaub im Ausland

Kevin Hauk schwamm rund zehn Kilometer im Eutersee. Mit Extremsport-Aktionen will der Mudauer auf die Schönheiten seiner Heimat aufmerksam machen

Von 
Martin Bernhard
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Mudau/Neckar-Odenwald-Kreis. Ein eigenartiges Schauspiel bot sich Spaziergängern Anfang Mai am Eutersee bei Kailbach. Ein Schwimmer im Neoprenanzug zog scheinbar endlos in dem kühlen Nass seine Bahnen, gefolgt von einem Kajakfahrer und einem Stand-up-Paddler. Rund zehn Kilometer legte der Schwimmer in vier Stunden und 20 Minuten bei einer Wassertemperatur von zehn bis zwölf Grad zurück. Gleichzeitig umkurvten einige Freunde des Schwimmers den Stausee, bis sie die Marathondistanz von rund 42 Kilometer erreicht hatten. Andere Bekannte des Schwimmers beobachteten das Schauspiel von einem Wohnmobil aus und versorgten die Sportler mit Speisen und Getränken.

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Selbstständiger Metzgermeister und leidenschaftlicher Ausdauersportler: Kevin Hauk aus Mudau. © Hauk

Bei dem Schwimmer handelt es sich um den Metzgermeister Kevin Hauk aus Mudau. Mit dieser Aktion sammelte er einen dreistelligen Euro-Betrag für den „Verein für krebskranke Kinder Odenwald“. Doch der gute Zweck dieser Spendenaktion bildet nur einen Aspekt der Aktion des 32-Jährigen ab. „Ich will auch darauf hinweisen, wie schön unsere Heimat ist“, erläutert er. Im Vorjahr hatte Hauk mit einer ungewöhnlichen Radtour auf sich aufmerksam gemacht. Er legte gemeinsam mit seinem Freund Yannik Cichy auf einer 180 Kilometer langen Strecke an einem Tag insgesamt 5000 Höhenmeter zurück. Gestartet waren die beiden in Mudau, radelten am Reisenbacher Sendeturm vorbei nach Gaimühle und fuhren dreimal den Katzenbuckel hoch und runter. Sie strampelten in Richtung Wildenburg und nach Amorbach. „Es gibt solche Megatouren nicht nur in den Alpen, sondern auch bei uns im Odenwald, sozusagen von Haustür zu Haustür“, stellt Hauk fest. Und wieder schwärmt er von seiner Heimat: „Wir haben es schön daheim!“

Kevin Hauk will jedes Jahr mit solchen extremen sportlichen Herausforderungen gemeinnützige Einrichtungen unterstützen und gleichzeitig auf die Schönheit seiner Heimat aufmerksam machen. „Wenn ich in der Heimat glücklich sein kann, muss ich nicht ins Ausland fahren“, sagt er. Auf seinen Touren lerne er viele schöne verborgene Ecken in der Region kennen.

Sport genießt in Hauks Familie generationenübergreifend einen hohen Stellenwert. Auch seine Eltern seien sportlich. Der Opa laufe immer noch Marathon. Und sein Bruder Bastian Hauk hat sich bei der RTL-Sendung „Ninja Warrior Gemany“ überregional einen Namen gemacht. Im Mai dieses Jahres erreichte Kevin Hauk beim „Ironman 70.3“ im Kraichgau das Ziel.

Kevin fand erst im Alter von 18 Jahren durch einen persönlichen Schicksalsschlag zum Ausdauersport. Bis dahin spielte er Tennis und Fußball. „Der Zweikampf im Fußball war mir zu hart“, erinnert er sich. „Der Kampf mit mir selbst ist mir leichter gefallen.“

Im Jahr 2008 wurde bei Kevin Hauk eine scheinbar lebensbedrohliche Erkrankung festgestellt. Der junge Mann wurde operiert. Danach stellte sich heraus, dass die Krankheit doch nicht so schwerwiegend war wie befüchtet. Noch im Krankenbett im Juni beschloss Hauk, beim Herbstlauf im Oktober in Mudau die Halbmarathonstrecke zurückzulegen. „Ich sagte mir: Jetzt erst recht!“ Und er schaffte das tatsächlich. „Das war für mich ein ganz großes Erlebnis“, erinnert der Sportler sich.

Arbeitsbeginn vor 5 Uhr

Seit dieser Schlüsselerfahrung betreibt der 34-Jährige Ausdauersport. Er schwimmt mit den Triathleten des TSV Buchen, fährt meist allein mit dem Fahrrad durch die Landschaft und trainiert das Laufen. Er organisiert regelmäßig Mountainbike-Touren in Hesselbach und Umgebung auf genehmigten Trails.

Um ein so großes Sportprogramm als selbstständiger Metzgermeister bewältigen zu können, braucht es das Verständnis der Familie und sehr viel Disziplin. Hauk beginnt montags bis samstags zwischen 4 und 5 Uhr mit seiner Arbeit. So kann er sich nachmittags Zeit für den Sport nehmen. An Sonntagen sitzt er oft schon morgens um halb sieben auf dem Fahrrad. Und wenn er mit seiner Familie zu Verwandtenbesuch nach Aschaffenburg fährt, tut er dies auf dem Fahrrad, während Frau und Kind das Auto nehmen.

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