Haushaltsrede des Bürgermeisters

Mudau ist für alle Generationen gut aufgestellt

Dr. Rippberger legte Wert auf die Zukunft der Gemeinde

Von 
L.M.
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Mudau. (lm) In seiner Haushaltsrede legte Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger weniger Wert auf Zahlen als auf die mögliche Zukunft der Gemeinde und ihre Entwicklungspotentiale unter dem Motto „trotz der Krisen gute Perspektiven“. Zwar hänge man notgedrungen als Flächengemeinde auch weiterhin „am Tropf“ von EU; Bund, Land und Kreis, der nicht mit den Kostenerhöhungen mithalte.

Dennoch war die Entwicklung der letzten Jahre seiner Meinung nach positiv, und das würde sie nach seiner Überzeugung trotz der Preissteigerungen auf dem Versorgungssektor Energie, im Baubereich sowie im Fachkräftemangel auch bleiben. Entgegen der neu aufgehäuften und verantwortungslosen Schuldenberge von Bund und Ländern habe man in Mudau bereits zahlreiche Projekte durchdacht angeschoben und die Basis der Gemeinde sei gut, mit einer guten Infrastruktur und einer guten Grundversorgung im Lebensmittelbereich.

Lob für Vereinsleben

Man sei für alle Generationen gut aufgestellt und beschäftige sich bereits intensiv mit Zukunftsthemen wie zum Beispiel ein Ärztehaus. Stolz verwies der Bürgermeister auf das gut funktionierende Vereinsleben und die immer noch gute Gastronomie, die im „Normalfall“ vollkommen ausreiche und in Teilen auch gehobene Ansprüche erfülle.

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„Wir bieten als kleine Gemeinde sehr viel. Das ist nicht immer jedem bewusst, aber es ist trotzdem so.“ Weiter gäbe es gutes Potential in Handwerk und Gewerbe, für die Jugend vor allem Dank der MINT-Projekte der JSSS und große Hoffnungen setzt Dr. Rippberger auf den Ausbau des Tourismus. Da die Einwohnerzahl kontinuierlich zunehme, gebe es Zusatzanforderungen im Bereich Kindergarten und Schulen, wobei man das Ü3-Kindergarten-Containerdorf bereits gut überschaubar bewältigt habe. Trotz derzeit wenig rosiger Finanzen sieht Dr. Rippberger für Mudau eine gute Zukunft und ist der festen Meinung, dass strukturelle Änderungen, die diskutiert und entschieden werden müssten, der Entwicklung der Gemeinde dienen, und nicht zum Schaden einzelner seien.

In Zusammenarbeit mit Kämmerin Marianne Neubauer habe man zusammengestellt, was aus Sicht der Verwaltung machbar und dringend sei. Das größte Problem werde ein ausgeglichener Ergebnishaushalt sein. Als machbare Investitionen in Höhe von insgesamt rund 6 Millionen Euro nannte Dr. Rippberger für 2023 Fahrzeugbeschaffung für den Bauhof, diverse Ausrüstung und ein Fahrzeug für die Feuerwehr, die Restarbeiten am Kindergarten-Containerdorf sowie die Planungen für den Kindergarten-Neubau, Hallschutz in der Mudauer Grundschule, Sanierungsförderungen und Kostenermittlung für Sanierung gemeindeeigener Gebäude im Sanierungsgebiet Ortskern II, diverse Grunderwerbe, Erschließungsmaßnahmen in Mörschenhardt, für die Vollendung Retentionsbecken sowie für Gewerbegebiet Stöckig II, Dr. Humpert-Straße und Industriestraße.

Weitere Investitionen seien erforderlich für Wasserversorgung und Abwasserbehandlung im Alten Weg Schloßau, in RÜB-Meßtechnik und für die Kläranlage, weiter für den Radweg Schloßau-Waldauerbach, für die allgemeine Digitalisierung in der Verwaltung, die Planungen für erneuerbare Energien, Flurneuordnung und Straßenbeleuchtung. Der Bürgermeister war der Meinung, dass diese Investitionen aus Zuschüssen und Grundstücksverkäufen für etwa 1,6 Millionen Euro, aus 2 Millionen Euro liquider Mittel, aus fälligen Festgeldern in Höhe von 250 000 Euro, aus 500 000 Euro Kreditermächtigungen aus 2022 und neuen Darlehen in Höhe von 500 000 Euro zu finanzieren seien.

Zuweisungen verringern sich

Sicher sei, dass man 2023 den Ergebnishaushalt nicht ausgleichen und die Abschreibungen nicht erwirtschaften könne. Im Ergebnishaushalt verringern sich die Schlüsselzuweisungen auf 3,78 Millionen Euro, die Umlagezahlungen steigen auf 1,5 Millionen Euro, die Personalkosten auf 2,2 Millionen Euro und die Abschreibung seien bei 834 000 Euro, die Stromkosten bei 450 000 Euro. Dabei gehe es nicht um die Erfüllung von Sonderwünschen, wenn der Ergebnishaushalt mit einem Fehlbetrag von etwa 900 000 Euro schließt. Derzeit kalkulierten Aufwendungen von rund 12,3 Mio. Euro stehen Erträge von 11,4 Mio. Euro gegenüber. Darum mahnte der Bürgermeister an, alles – auch Einnahmemöglichkeiten – auf den Prüfstand zu stellen.

Ziel im Wirtschaftsplan des Wasserversorgungsbetriebes der Gemeinde Mudau sei es, in Zusammenarbeit mit dem Betriebsführungsunternehmen Stadtwerke Buchen die Wasserversorgung für die nächsten Jahrzehnte auf dem Stand der Technik zu halten und die Eigenversorgung zu sichern. L.M.