Flurneuordnung in Scheidental - Land Baden-Württemberg unterstützt nachhaltige Strukturentwicklung Dorfbrunnen wird umfassend saniert

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L.M.
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Der Scheidentaler Dorfbrunnen mit Waschplatz und Viehtränke wird im Rahmen des Flurneuordnungsverfahrens saniert. © Liane Merkle

Scheidental. Im Rahmen einer nachhaltigen Strukturentwicklung ist die Flurneuordnung ein Bodenneuordnungsverfahren zur ganzheitlichen und nachhaltigen Entwicklung der ländlichen Räume. Für diese Zwecke stellt das Land Baden-Württemberg für diverse Ausführungskosten auf Antrag erhebliche finanzielle Mittel zur Verfügung, wie jüngst durch Landwirtschaftsminister Peter Hauk im Mudauer Rathaus zugunsten der Scheidentaler Flurneuordnung geschehen.

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Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung als Obere Flurbereinigungsbehörde nennt als Ziel die Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft bürgernah und sozialverträglich zu verbessern, die natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern und die Schönheit sowie den Erholungswert der Landschaft weiterzuentwickeln, wie es derzeit in größerem Umfang in Scheidental geschieht. Gleiches gelte für die Erhaltung der ökologischen Vielfalt.

Insbesondere soll hierbei ein zersplitterter Grundbesitz zusammengelegt, neue Grundstücke wirtschaftlich geformt und ein leistungsfähiges Wegenetz erstellt werden. So gaben Ortsvorsteher Klaus Schork und Katharina Fertig vom Mudauer Bauamt im Rahmen eines Sachstandsberichtes folgende Informationen über den Fortgang der Bauarbeiten.

Wichtige Wasserversorgung

Der Dorfbrunnen mit Waschplatz beziehungsweise Viehtränke gehört zu den Sehenswürdigkeiten von Scheidental und ist deshalb auch auf Initiative des Heimat- und Verkehrsvereins Mudau und des Vereins Örtliche Geschichte Schloßau/Waldauerbach in die „Kulturhistorische Gemeinderunde“ in die Flurneuordnung aufgenommen worden. Der Brunnen mit liegt am Oberlauf der Elz im Bereich des Brunnenwegs, der zurzeit komplett saniert wird, betont Klaus Schork.

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Die Quelle und den Zulauf des Brunnens nutzten bereits die Römer für ihr an der heutigen Eberbacher Straße liegendes Bad. Bei den wenigen Hofbrunnen war ein kommunaler Dorfbrunnen besonders wichtig. Da die Wasserqualität im 19. Jahrhundert jedoch immer schlechter wurde, diente er nur noch bis zum Jahr 1912, dem Beitritt der Mudbachgruppe, der lebensnotwendigen Wasserversorgung für Mensch und Tier. Die Brunnenüberläufe wurden meist einem sehr ausgeklügelten Kanal- und Grabensystem zugeführt und zur Bewässerung von Wiesen genutzt. Wasser war kostbarer Dünger. Neben der Wasserversorgung waren die Brunnen auch als Waschplatz mit Steinplatten und mit einem Wäschekasten versehen. Im Brandfall dienten sie zur Löschwasserentnahme.

Historische Bedeutung

Noch heute holen teilweise Privatleute für die Gartenbewässerung und auch Landwirte für die Beweidung der Tiere Wasser von diesem Brunnen. „Auf Grund der Historie und Bedeutung des Brunnens war es seit langem ein Anliegen des Scheidentaler Ortschaftsrates, dass die Anlage aus dem „Dornröschenschlaf“ geweckt wird.“

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Im Rahmen des laufenden Flurneuordnungsverfahrens mit Beschlüssen aus den Jahren 2009/2010 und fortlaufend war es mit Kostenbeteiligung der Gemeinde möglich, Brunnen mit Waschplatz zusammen mit der Firma Schweikert aus Oberkessach wieder instand zu setzen. Eine nicht weniger bedeutende Instandsetzung erfolgt im gleichen Zuge unter gleicher Beteiligung am Fußweg beim ehemaligen Schul- und Rathaus, damit die Verkehrssicherheit für die Benutzer wieder gegeben ist. Diese fußläufige Verbindung dient sowohl den Besuchern der Kirche als auch den im Rathaus stattfindenden Sitzungen und Versammlungen. Dabei wird aktuell nicht nur der eigentliche Fußweg mit circa 40 laufenden Metern neu hergestellt, sondern auch der Rathausvorplatz mit circa 20 laufenden Metern und angrenzender Mauer. Außerdem wird noch zusammen mit der katholischen Kirchengemeinde die Beleuchtung im Bereich des Treppenaufganges zur Kirche verbessert, betonte der Ortsvorsteher. L.M.