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Wanderung der Müller

Auf historischen Spuren unterwegs

Unterwegs im ehemaligen Leiningenschen Wildpark

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Schloßau. Es ist bereits eine liebgewonnene Tradition geworden, dass sich die historisch interessierten Müllers aus Hesselbach, Schloßau und Mudau, einmal im Jahr zu einer Themenwanderung auf Schusters Rappen begeben.

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Heimatforscher Thomas Müller begrüßte die Gruppe zusammen mit einigen Zaungästen an der „Seitzenbuche“ zum Start der diesjährigen Wanderung. Hier erläuterte er geschichtliche Hintergründe der weit bekannten Straßenkreuzung. Diese war bereits zur römischen Epoche eine wichtige Passstelle, die in früherer Zeit noch „zum Sand“ hieß. Nahe der Kreuzung stand ein römisches Kleinkastell, wobei in unmittelbarer Nähe auch der die Grenzlinie des Limes vorbeilief.

Zu der Kreuzung führte im Mittelalter auch ein Heerhag, der den damaligen Handelsreisenden nur die Durchfahrt an einer Zollstätte ermöglichte. Die Lage an einer wichtigen Handelsstraße in mittelalterlicher Zeit bedeutete für die Straßenkreuzung eine Verkehrszunahme. Gleiches geschah durch den Bau der Ernsttaler Brauerei und die 26 Jahrmärkte im Marktflecken Mudau. So entwickelten sich Wege und Pfade, die schließlich an der markanten Stelle zusammentrafen. Der weit bekannte Mord an Förster Seitz sorgte schließlich im 19. Jahrhundert für den Namen „Seitzenbuche“ den sie heute noch trägt.

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Nach diesen Erläuterungen machte sich die Gruppe über den „Fischerspfad“ auf zur römischen Wachturmstelle 10/36 die in unmittelbarer Nähe des Standortes der Buche liegt, unter der Seitz ermordet aufgefunden wurde. Hier wurde die Tat genauer analysiert und vor allem die Situation der Hinterbliebenen betrachtet. Über den „Sandweg“ ging es weiter zum Schloß Waldleiningen. Beim Gang durch das weitläufige Schlossareal, gab Thomas Müller Einblicke zum Bau des wunderschönen Schlosses, das im 18. Jahrhundert im Steinichtal an der Stelle errichtet wurde, wo das Rotwild auch heute noch alljährlich im Herbst seine Brunft auslebt.

Die Wanderung führte weiter, vorbei am Jagdhaus Böhm in Richtung Ernsttal. Unterwegs ging Thomas Müller noch auf die Bedeutung der fürstlichen Saatschulen ein, wo einst Setzlinge für die Nachzucht der Waldbestände herangezogen wurden.

Kurz vor Ernsttal kam die Gruppe an ein Steinkreuz am Wegesrand, das der Sage nach aufgrund eines Unfalls mit einem Pflug errichtet worden sein soll. Hier ging der profunde Kenner auf die mittelalterlichen Steinkreuze, als „Zeichen der Sühne“ ein. Steinkreuze ohne Inschrift, wurden errichtet, um eine Untat zu sühnen und so die Seele eines Toten aus dem Fegefeuer zu erlösen.

In Ernsttal umgeschaut

Schließlich erreichte die Gruppe das eigentliche Ziel der Wanderung. In Ernsttal gab Thomas Müller Einblicke über die Entwicklung des Dorfes, das bis 1837 noch Neubrunn hieß. Er erläuterte wie das Dorf um 1840 an den Bau der Brauerei, den Leiningenschen Wildpark und die Verlagerung des Rentamts von Mudau nach Ernsttal angepasst wurde.

Zudem erklärte er den Aufbau einer Poststation, den langjährigen Betrieb der Ernsttaler Brauerei in Verbindung mit der Eisgewinnung und die Nutzung der fürstlich leiningenschen Ökonomie. Mit Informationen zu den Ereignissen der Badischen Revolution in Ernsttal und Amorbach im Jahr 1848 setzten die Wanderer ihren Weg zum nahe gelegenen Leiningenschen Rentamt fort.

Hier beschrieb Müller die Nutzung der Gebäude als Ökonomie und Lagerkomplex. Die interessierten Teilnehmer waren erstaunt über die vielen Ereignisse um den kleinen Weiler und die markanten Gebäude des Dorfes. Die Gruppe folgte dem ehemaligen Hauptweg nach Breitenbach wo der Historiker noch Einblicke in das Wegenetz von Breitenbach gab, bevor der offizielle Teil der diesjährigen Tour endete.

An die Wanderung schloss sich ein gemütliches Beisammensein in einer Hesselbacher Gaststätte an, wo noch manche historische Anekdote von der Seitzenbuche, aus dem ehemaligen Tierpark und aus dem Weiler Ernsttal ausgetauscht wurde.

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