Festakt in Waldbrunn - CDU-Kreisverband Neckar-Odenwald feierte sein 70-jähriges Bestehen / Verdiente Parteimitglieder und Funktionsträger ausgezeichnet "Wir können Lösungen für alle anbieten"

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Christian Hagenbuch
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Für ihre langjährigen Verdienste um den CDU-Kreisverband Neckar-Odenwald wurden am Mittwoch zahlreiche Mitglieder und Funktionsträger geehrt.

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Waldbrunn. Mit deutlichem Blick auf die kommende Landtagswahl am 13. März verlief die Feier anlässlich des 70-jährigen Bestehens des CDU-Kreisverbands Neckar-Odenwald am Mittwochabend. Als Festredner war Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in die Halle der Winterhauch-Schule nach Waldbrunn gekommen, um im Vorfeld des nach jüngsten Umfragen wohl knappen Entscheids die Stärke der Union zu beschwören. Zudem wurden langjährige Funktionsträger und Mitglieder durch Bezirks- und Kreisverband geehrt.

Ehrungen

  • Für 70 Jahre Zugehörigkeit zur CDU wurde Gründungsmitglied Wilhelm Essig (Ravenstein) vom CDU-Kreisverband ausgezeichnet. Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Michael Kretz (Mosbach), Linus Schmitt (Limbach) und Klaus Roos (Mosbach) geehrt.
  • Ehrungen des Bezirksverbands erhielten Clemens Morschäuser (Buchen), Reinhold Meisel (Hardheim), Karl Heinz Neser (Obrigheim) für mindestens 30 Jahre Tätigkeit als Vorsitzende sowie Josef Bleifuß (Gerolzahn), Siegfried Hornung (Ravenstein), Günter Bechtold (Höpfingen), Manfred Banschbach (Limbach) und Ludwig Vogl (Waldbrunn) für mindestens 20 Jahre. chha
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Kreisvorsitzender Ehrenfried Scheuermann eröffnete mit seiner Begrüßung die feierliche Versammlung, die von der Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach musikalisch begleitet wurde. In seinem Rückblick erinnerte Scheuermann an die Gründung des Kreisverbands vor dem damaligen geschichtlichen Hintergrund: "Vor 70 Jahren haben sich Leute nach dem Desaster des Zweiten Weltkriegs wieder getraut, Politik zu machen". Ausdrücklich begrüßte der Vorsitzende das anwesende Gründungsmitglied Wilhelm Essig, dessen persönliches Erscheinen "uns ein Bedürfnis war".

Bürgermeister Markus Haas stellte anschließend in seinem Grußwort die Gemeinde Waldbrunn vor und nahm außerdem Bezug auf Bouffiers Besuch in Waldkatzenbach 2011: "Wir haben noch vier weitere Ortsteile. Ihre Visiten könnten zur guten Tradition werden".

Mit der Bekanntgabe, dass sich bis Jahresende rund 200 Flüchtlinge in Erst- und Anschlussunterbringung in Waldbrunn aufhalten würden, leitete Haas zur Festansprache von Volker Bouffier über. Denn der hessische Ministerpräsident legte den Schwerpunkt des zweiten Teils seiner Rede auf eben dieses Thema. Doch zunächst hielt Bouffier eine Laudatio auf die CDU Baden-Württemberg im Allgemeinen und den Kreisverband Neckar-Odenwald im Besonderen.

Kraft und Zuversicht schöpfen

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"Die Entwicklung des Landes Baden-Württemberg ist eine Erfolgsgeschichte, die im Wesentlichen auf der jahrzehntelangen Politik der Union beruht", so Bouffier. Aus dieser Vergangenheit, wie auch dem 70-jährigen Bestehen des Kreisverbands, lasse sich Kraft für die Zukunft schöpfen, nicht zuletzt mit Blick auf den anstehenden Wahlentscheid.

Der Festredner plädierte für wiederkehrende Überprüfungen des Parteikurses, um dem formulierten Anspruch eines "Angebots an alle unter Einbezug christlicher Werte" genüge zu tun, und appellierte wiederholt an "die Besinnung auf unsere Kraft und Stärke, unsere Grundpfeiler". Die angesprochenen christlichen Werte stellten dann das Bindeglied zu Bouffiers ausführlichen Ausführungen über die Flüchtlingspolitik dar.

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Einerseits sei man zu Humanität und Mithilfe verpflichtet, im vergangenen Jahr hätte Deutschland "Beispielhaftes geleistet. Darauf können wir stolz sein". Andererseits stellten sich viele Bürger zunehmend die Frage, wie es weiter gehe. Zum aktuellen Stand der Diskussion auf Bundesebene erklärte Volker Bouffier: "Das bekommen wir nicht noch einmal so hin, ohne das Land zu überfordern". Entscheidend für die nächsten Jahre und Jahrzehnte sei es nun, den Zuzug drastisch zu reduzieren und gleichzeitig eine friedliche Integration zu befördern. Finanzielle Transfers an Länder der EU-Außengrenzen und anschließender Peripherie in Milliardenhöhe - Bouffier nannte beispielhaft die laufenden Verhandlungen mit der Türkei - seien weitere Stellschrauben.

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Mit dem am 7. März einberufenen Gipfel zur Frage der Solidarität der EU-Staaten bei der Flüchtlingsbehandlung verband Volker Bouffier Hoffnungen auf Bewegung der Mitglieder. Im gleichen Atemzug warnte der hessische Ministerpräsident vor einem Wiedererstarken des Nationalismus. "In der blutigen Vergangenheit Europas endeten solche Phasen immer im Krieg."

Bouffier erteilte eine scharfe Absage an extremistische Strömungen und erinnerte an die Etablierung der EU als Antwort auf die Kriegshistorie des Kontinents, auch wenn "diese Antwort manchmal mühsam ist". Nach weiteren Einlassungen zu Wirtschaft und Finanzen, Bildungspolitik, ländlicher Raum, dem Spannungsverhältnis zwischen Ökologie und Ökonomie sowie Infrastruktur beendete Bouffier seine Festrede unter starkem Beifall der Besucher.

Danach wurden langjährige Parteimitglieder geehrt (siehe Infobox). In seiner Funktion als Bezirksvorsitzender trat im Anschluss Landtagskandidat Peter Hauk, ans Mikrofon, und zog sein Fazit: "Wir haben einen Plan über tagesaktuelle Themen hinaus. Wir glauben, als Volkspartei Lösungen für alle anbieten zu können". Anschließend ehrte Hauk langjährige Vorsitzende aus den Stadt-, Gemeinde- und Ortsverbänden.