Kunstverein Neckar-Odenwald - Sommerausstellung im Mosbacher Alten Schlachthaus im LGS-Park zeigt Werke von Harald Priem Botschaften der Orte lesen – und in Kunst verwandeln

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Harald Priems Werke sind in Mosbach zu bestaunen. © Dorothea Burkhardt

Mosbach. Poesie der Ereignisse – ein verheißungsvoller Titel für die große Sommerausstellung des Kunstvereins Neckar-Odenwald, die dieser gemeinsam mit der Stadt Mosbach im dortigen Alten Schlachthaus bis in den September hinein zeigen wird.

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Der Mannheimer Künstler Harald Priem wird dort Einblicke geben in sein Schaffen, das ganz überwiegend großformatig auf Papier entsteht. Es sind Spuren aus der Zeit, die er mit den künstlerischen Mitteln des Drucks, der Tuschezeichnung, mit Acryl oder Graphit festhält.

Verlassene Plätze

Seine Werke sind niemals figürlich, spiegeln aber die Auseinandersetzung mit konkreten Orten. Es sind oft verlassene Plätze wie alte Fabriken, Depots oder Wohnhäuser. Hier richtet er sich seinen Arbeitsraum ein, öffnet sich für die Botschaften dieser Orte und setzt diese in seine eigene, markante, unverwechselbare Bildsprache um. Es geht ihm um eine poetische Übertragung der Einzigartigkeit jedes Ortes.

Auch in Mosbach fand er solch einen Ort, Ergebnisse aus dieser Begegnung, zu der auch Gespräche, persönliche Erfahrungen gehören, werden in der Ausstellung zu sehen sein.

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Wer da vermutet, hier arbeitet ein Künstler selbstbezogen und kapselt sich in seiner eigenen Welt ab, könnte sich nicht mehr täuschen. Harald Priem erschafft Arbeiten in einem dreistufigen Prozess: auf die Begegnung mit dem Ort und dessen sichtbarer und unsichtbarer Geschichte erfolgt die persönliche Reflexion und assoziative Verwandlung, die sich in einer dritten Stufe in allgemeingültigen Kunstwerken von größtem ästhetischen Reiz und tiefer Eindrücklichkeit kristallisiert.

Harald Priem hat dabei zu einem Stil gefunden, der ebenso homogen wie abwechslungsreich ist, geht mit seinen Werken auf den Betrachter zu und lässt ihn auf eine Weise an seiner Erfahrung teilhaben, die tief bereichernd für den Betrachter wirken kann.

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Der Begriff der Katharsis liegt nahe, ob er zu hoch gegriffen ist, kann jeder in der Begegnung mit dem Künstler und seinem Werk prüfen – der Kunstverein lädt zur Vernissage am kommenden Sonntag um 11 Uhr ins Alte Schlachthaus ein.

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Ulrike Thiele, die die Ausstellung kuratiert, wird dabei ein Künstlergespräch mit Harald Priem führen.