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Einzigartig in Baden-Württemberg - Heim für Kurzzeitpflege in Heidersbach eingeweiht

Heim für Kurzzeitpflege in Heidersbach ist eine Entlastung für die „vergessenen Helden“

Der Caritasverband für den Neckar-Odenwald-Kreis hat das neu errichtete Heim für Kurzzeitpflege in Heidersbach eingeweiht. Es soll im September in Betrieb gehen. Die ersten Gäste erwartet man ab Mitte September.

Von 
Martin Bernhard
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Das neu eingeweihte eingeschossige Caritas-Heim für Kurzzeitpflege steht am Ortseingang von Heidersbach und fällt durch seine großen Fenster und die farbliche Gestaltung auf. © Martin Bernhard

Heiderbach. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem offiziellen ersten Spatenstich feierten Verantwortliche des Caritasverbands und geladene Gäste in Heidersbach die Fertigstellung des Heims für Kurzzeitpflege.

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Das Haus befindet sich am Ortsausgang in Richtung Mosbach auf der rechten Seite. Das eingeschossige, farbig gestaltete Gebäude verfügt über 18 Einzelzimmer, zwei Therapieräume, Aufenthaltsräume, eine Küche sowie Personalräume. Es ist die einzige Einrichtung in Baden-Württemberg, die nur Kurzzeitpflege anbietet. Bis zu 13 Personen sollen dort arbeiten.

Baukosten wurden gefördert

Das Gebäude hat rund 3,5 Millionen Euro gekostet. Davon übernimmt das Land Baden-Württemberg rund 900 000 Euro sowie das „Deutsche Hilfswerk“, bekannt durch die „Deutsche Fernsehlotterie“, weitere 100 000 Euro.

Otto Hitzelberger, stellvertretender Vorsitzender des Caritasverbands, ging auf die Vorzüge ein, die das neue Heim mit dem Namen „Franziskus“ bietet. „Dadurch kann man stationäre Krankenhausaufenthalte verkürzen“, erläuterte er. Zudem könnten sich Pflegebedürftige dort auf die Pflege zu Hause vorbereiten.

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Und wenn pflegende Angehörige eine Auszeit von ihrer Pflegetätigkeit benötigten oder aus anderen Gründen ausfielen, fänden sie in dem Heim Franziskus Hilfe. „Außerdem schließen wir die Lücke zwischen Krankenhausaufenthalt und Reha-Maßnahme“, sagte Hitzelberger. Er dankte vor allem Limbachs Bürgermeister Thorsten Weber, dem Gemeinde- und Ortschaftsrat, dem Caritasrat und der Caritas-Geschäftsführung für ihre Unterstützung.

Caritas-Geschäftsführer Meinrad Edinger ging in seiner Ansprache auf die besondere Situation von pflegenden Angehörigen ein. „Die vergessenen Helden leben zu Hause“, betonte er. Deutschlandweit würden 70 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause von Angehörigen gepflegt; im Neckar-Odenwald-Kreis seien es sogar 80 Prozent. „Der Erhalt der häuslichen Pflege ist wichtig“, sagte Edinger. „Das tun wir hier im besten Sinn.“ Denn das Heim Franziskus ermögliche Angehörigen „Tage zum Durchschnaufen, der Erholung und ein bisschen selbstbestimmtes Leben“.

Das Haus biete mehr als Kurzzeitpflege. Denn hier könnten Angehörige sich mit Fachleuten über die pflegerische häusliche Situation austauschen. Für physiotherapeutische Behandlungen verfüge das Haus über geeignete Räume. Auch Edinger dankte allen, die zum Bau des Heimes beigetragen haben.

Wolfgang Kaufmann aus Schweinberg segnete im Auftrag der katholischen Kirche das neue Heim. In seiner Ansprache ging er auf den Namensgeber des Hauses ein, den Heiligen Franz von Assisi. Das tat auch Landrat Dr. Achim Brötel: „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche, und plötzlich schaffst Du das Unmögliche“, zitierte er den Heiligen. Diese Weisheit treffe auch auf die Entstehungsgeschichte des Franziskus-Heimes zu. Die Verantwortlichen des Caritas-Verbands hätten schon früh erkannt, dass ein Bedarf an einem reinen Kurzzeitpflegeheim bestehe.

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Einweihung nach einem Jahr Bauzeit: Otto Hitzelberger (Caritas), Wolfgang Kaufmann (katholische Kirche), Architekt Oliver Hartmann, Andreas Lächele (Caritas), Heimleiter Markus Schäfer, Caritas-Geschäftsführer Meinrad Edinger, Bürgermeister Thorsten Weber und Landrat Dr. Achim Brötel freuten sich über die Eröffnung des Heims für Kurzzeitpflege in Heidersbach. © Martin Bernhard

Als das Land im Jahr 2018 ein Förderprogramm für solche Einrichtungen auflegte, habe der Caritasverband innerhalb kurzer Zeit eine Konzeption für ein solches Heim entwickelt und schließlich die Förderzusage erhalten. „Die Familie ist immer noch der größte Pflegedienst, den wir haben“, stellte Brötel fest. „Wenn die häusliche Pflege in die Knie geht, gibt es nur Verlierer.“

Bisher würden im Landkreis nur eingestreute Kurzzeitpflegeplätze in regulären Pflegeheimen angeboten, allerdings nur dann, wenn diese zufällig frei seien. Deshalb könnten Angehörige zum Beispiel einen Urlaub nicht längerfristig planen. Dank des Heims „Franziskus“ sei dies nun möglich. „Sie bereichern mit Ihrer neuen Einrichtung die Versorgungslandschaft in unserem Kreis. Dafür danke ich Ihnen sehr“, sagte der Landrat zu den Verantwortlichen der Caritas. Er schloss in seinen Dank alle am Gelingen des Projekts Beteiligten ein.

Bürgermeister Thorsten Weber schloss sich den Worten seines Vorredners weitgehend an. Er freute sich besonders darüber, dass die Caritas das Heim in Heidersbach errichtet habe: „Das war genau die richtige Entscheidung.“ Denn der Limbacher Ortsteil liege zentral im Landkreis und sei gut erreichbar. Weber kündigte an, dass bald das Ortsschild am Ortsausgang in Richtung Mosbach versetzt werde. Außerdem wolle man im Bereich des „Hällele“ eine Geschwindigkeitsmessanlage aufstellen lassen.

Architekt Oliver Hartmann betonte, dass der Bau des Heimes für sein Büro etwas Besonderes gewesen sei. Man habe das Gebäude in Stahlmodulbauweise in äußerst kurzer Zeit errichtet.

23 Module seien verbaut worden, 140 Handwerker aus 35 Gewerken hätten auf der Baustelle gearbeitet. Bereits am 10. Mai sei der Bau abgenommen worden. Das Gebäude verfüge über ein Gründach und große Fenster.

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