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Der VfB Heidersbach nutzte die Gunst der Stunde - 1200 Euro für ukrainische Flüchtlinge / Reisebericht lockte viele Zuhörer

Geld für Flüchtlinge gesammelt

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Heidersbach. Zur einer Multimediapräsentation seiner viermonatigen Motorradreise durch Südamerika luden Johannes Hemberger und der VfB Heidersbach dieser Tage ins Heidersbacher Vereinsheim „Hällele“ ein. Sie nutzen die Gunst der Stunde, um in diesem Zusammenhang Spendengelder für geflüchtete Familien aus der Ukraine zu sammeln.

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Zu Beginn des Abends stellten sich die ukrainischen Familien kurz vor. Die Geschwister Marina und Irina und ihre Kinder, Sofia und Ivan, kommen aus Charkiw in der Ostukraine, welches 80 Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt. Sofia, die Tochter der Familie Cherneko stellte die Familie vor und zeigte Bilder ihres zerstörten Wohnhauses. Weitere Fotos der zerstörten Wohngebäude auf dem früheren Weg zur Arbeit und der zerstörten Maschinenfabrik, in der Marina gearbeitet hatte, zeigten das verheerende Ausmaß der Zerstörungen in ihrer Heimatstadt. Das Bild eines Blindgängers inmitten der Straße eines Wohngebietes unterstrich welche Gefahren selbst nach einer Beendigung des Krieges auf die Anwohner warten.

1200 Euro sammelte der VfB Heidersbach für ukrainische Flüchtlingen im Ort. © Volker Noe

Nachdem am 24. Februar um 4.30 Uhr morgens Explosionen von der russischen Grenze her zu hören waren, flüchteten die beiden Frauen mit ihren Kindern in eine Bunkeranlage aus der Zeit des Kalten Krieges. Von Nachbarn erhielten sie Matratzen und Bettwäsche.

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Nach zwei Wochen ergab sich die Möglichkeit, die Stadt via Zug zu verlassen. Über 20 Stunden fuhr die Familie stehend mit dem Zug in Richtung Lemberg. Von dort mit dem Bus über die Grenze nach Warschau und über Rzepin und Berlin nach Würzburg, wo sie die Familie Hemberger in Empfang nahm. Seither leben sie nun in Heidersbach. Sie bedankte sich besonders bei Maria Hemberger für die Unterstützung und bedingungslose Hilfe. Zur Verköstigung der Gäste hatten die Frauen Borschtsch, eine typisch ukrainische Suppe, zubereitet. Natscha, welche mit ihrem Sohn und den Eltern ebenfalls seit vier Wochen in Heidersbach bei Familie Müller Zuflucht gefunden hat, bereitete zudem Pirozhki, gebackene Hefebrötchen, als Snack zu. Abgerundet wurde das Essensangebot durch Empanadas, klassische südamerikanische Teigtaschen, mit Füllung.

Im Anschluss führte Johannes Hemberger durch seine knapp viermonatige Reise über den südamerikanischen Kontinent. In gewohnt lockerer Art referierte er über Geschehnisse und Abenteuer, die er mit seinem Motorrad der „Wilden Hilde“ in Chile, Argentinien, Bolivien und Brasilien erlebt hat. Er zeigte auf, wie verschieden die Menschen und Kulturen der einzelnen Länder aufgrund ihrer Geschichte und Geografie sind und welche einzigartigen Naturschauspiele auf dem südamerikanischen Kontinent darauf warten, entdeckt zu werden. Er berichtete, welche Probleme und Gefahren auf einer Motorradreise auftauchen können und welche Steine einem die Bürokratie und das omnipräsente Thema Corona auf einer solchen Reise immer wieder in den Weg legen.

Von Santiago de Chile aus startend führte ihn seine Reise auf der „Wilden Hilde“ über mehr als 18 000 Kilometer über die Carretera Austral im Süden Chiles mit ihren traumhaften Fjordlandschaften, Vulkanen und Gletschern nach Argentinien ins menschenleere Patagonien mit seinen Naturschauspielen im El Chalten Nationalpark und zum Perito Moreno Gletscher. Vom Süden Argentiniens fuhr er weiter bis nach Buenos Aires und in den äußersten Norden zu den Iguazu-Fällen. Einem kurzen Abstecher zum leistungsstärksten Wasserkraftwerk der Welt, dem Itaipu-Staudamm in Brasilien, folgte eine dreiwöchige Fahrt durch Bolivien mit den Highlights Slaar de Uyuni, der weltgrößten Salzpfanne und dem Camino de la Muerte, der legendären Todesstraße, deren Schotterpiste an bis zu 700 Meter tiefen Abhängen ohne Befestigung durch den tropischen Regenwald führt.

Die nahezu 80 Zuhörer wurden von den spektakulären Bildern, Videos und den zu Herzen gehenden Erlebnisberichten in den Bann gezogen und so erfreute sich das am Ausgang aufgestellte Körbchen über zahlreiche Geldspenden.

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Die Bewirtung wurde seitens des VfB Heidersbach gesponsert, welcher das Spendenkonto nochmals durch eine großzügige Summe auffüllte. Insgesamt kamen so 1200 Euro zusammen, die den geflüchteten Familien in Heidersbach zu Gute kommen werden. von

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