AdUnit Billboard
Auf dem Herrenberg - Neuer Bildstock in Gerlachsheim feierlich eingeweiht

Zeugnis tiefer Frömmigkeit

Von 
Peter D. Wagner
Lesedauer: 
Einweihung des neuen Bildstockes am Gerlachsheimer Herrenberg unter anderem mit Stifter Sven Kado (vorn), Pfarrer Ralph Walterspacher, Hermann Moll, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Gerlachsheim, und Bürgermeister Dr. Lukas Braun (Zweiter bis Vierter von links) sowie Mitgliedern der Familie Kado. © Peter D. Wagner

Mit einem Festakt wurde ein neuer Bildstock oberhalb von Gerlachsheim auf dem Herrenberg eingeweiht.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Gerlachsheim. „Schon in meiner Kindheit haben mich die vielfältigen Bildstöcke hier fasziniert, ich habe sie immer wieder bewundert. Sie sind Zeugnis einer tiefen Frömmigkeit und oft auch des Dankes ihrer Stifter sowie des hohen Standes der örtlichen Handwerkskunst“, erklärte der Stifter dieses neuen Bildstocks in den Weinreben am Herrenberg, Sven Kado. „Zudem war mein Interesse am Wein frühkindlich geprägt und hat niemals nachgelassen“, ergänzte er den Kontext zu dem Standort des neuen Kulturgutes.

Der älteste Urenkel von Richard Kablitz, Firmengründer und Unternehmer in Lauda, wurde 1944 in Bad Mergentheim geboren und hat stets einen engen Kontakt zum Taubertal gehalten. Unter anderem war Sven Kado Aufsichtsratsvorsitzender der Becksteiner Winzer, ist Mitglied der Bürgerstiftung Lauda-Königshofen und kaufte am Herrenberg einige Weinbergsparzellen, wo seit Kurzem auch sein neuer Bildstock steht.

Dessen Motiv zeigt mit dem Titel „Ich bin der wahre Weinstock“ den auferstandenen Christus, der im Sinne der österlichen Botschaft freundlich den Kelch zum Abendmahl reicht. Die Anregung für dieses Motiv gab Pfarrer Ralph Walterspacher, der bei dem Einweihungsfestakt auch die Segnung des neuen Bildstocks vornahm. Geschaffen wurde dieser im letzten Herbst bei Fleck Natursteine in Tauberbischofsheim. Für den Standort auf dem Herrenberg ließ Stifter Sven Kado in seinen Rebenparzellen eigens dafür eine Terrasse sowie zusätzlich zwei Natursteinbänke erstellen, die das neue Kulturdenkmal flankierend umrahmen und zum Verweilen aufrufen. „Mich begleitet dieses Motiv von dem auferstandenen Christus, aus dessen Wunde ein Weinstock sprießt und aus dessen Trauben Wein in einen Kelch fließt, seit meiner Priesterweihe 2008“, erzählte Walterspacher. Zwar sei dies eine Privatinitiative, jedoch keine Privatsache Kados, da sie der Öffentlichkeit zugutekomme. „Jeder, der hier innehält, kommt vielleicht selber auf Gedanken, was die Abbildung für ihn persönlich bedeutet.“

„Wenn man von hier ins Grünbachtal zum Kloster und auf der anderen Seite ins weite Taubertal blickt, wähnt man sich fast ein bisschen im Urlaub“, beschrieb Bürgermeister Dr. Lukas Braun ein „Hochgefühl“ beim Ausblick vom Gerlachsheimer Herrenberg. Die Region von den Ausläufern des Odenwaldes bis zum Taubergrund – das „Madonnenland“ – sei nicht nur untrennbar mit dem vom Muschelkalk geprägten Wein verbunden, sondern ebenso mit einer Vielzahl an Bildstöcken in der Landschaft. „Allerdings kommen selten neue hinzu, sondern üblicherweise reden wir über die Sanierung alter Bildstöcke. Insofern ist dies heute ein ganz besonderer Tag“, unterstrich er.

„Seit dem 14. Jahrhundert setzen Bildstöcke Wegmarken und laden zum Verweilen sowie zum Gebet ein. Ihre Stifter oder Errichter wollen damit manchmal an verdiente Persönlichkeiten erinnern, an ihre Verbundenheit zum Land oder manchmal auch an Unfälle und Tragödien, berichtete der Bürgermeister über die Historie dieser Kleindenkmale. „Dieser Tradition, die hier im Taubertal besonders gehegt und gepflegt wird, fühlen auch Sie sich verbunden. Für Ihre Idee, anlässlich Ihres 75. Geburtstages und der Goldenen Hochzeit Land und Leuten einen neuen Bildstock zu stiften, danken wir Ihnen“, sagte Braun an Kado gerichtet.

Mit seinem Motiv wirke der Bildstock samt dem ganzen Herrenberg als großes Ja zum Leben und als Quelle von Freude und Verbundenheit.

„Sie setzen mit Ihrer Entscheidung, einen Bildstock auf dem ehemaligen Fürstenberg aufzustellen, eine in unserer Region tief verwurzelte Tradition fort, die im 17. Jahrhundert einen Aufschwung genommen hat sowie hier in Gerlachsheim durch das ehemalige Kloster und die Weinhändlerfamilie Buchler stark geprägt ist“, betonte Herman Moll, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins Gerlachsheim. „Die Familien Buchler, Bauer, Heer und Wunsch sind bekannte Stifter von Bildstöcken im Ort – Sie reihen sich jetzt in diese Liste ein“.

Der Heimat- und Kulturverein werde versuchen, im Rahmen seiner Möglichkeiten und Aufgaben am Erhalt dieser wertvollen Kulturgüter mitzuwirken. „Wir haben jetzt beim Gang auf dem Herrenberg einen neuen Fixpunkt, an dem sich ein Stopp ebenso lohnt wie an den anderen Kulturgütern in unserer Gemeinde und in der Region“, konstatierte Moll.

Stimmungsvoll umrahmt wurde die Einweihung von der Musikkapelle Gerlachsheim unter Leitung von Gerhard Schenk.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1