Pläne von Dr. Lukas Braun erhalten Unterstützung - Ziel des Bürgermeisters ist eine ganze Stelle / „Seit Jahren dünn besetzt“ Wirtschaftsförderung neu beleben

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Klaus T. Mende
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Dieses Areal an der Fabrikstraße in Königshofen ist voll erschlossen, liegt aber seit geraumer Zeit brach. Mit Hilfe einer neuen Stelle, die sich um die Wirtschaftsförderung kümmert, will die Stadtverwaltung künftig näher an den vielen mittelständischen Betrieben haben. © Klaus T. Mende

Die Stadt Lauda-Königshofen verfügt über großes Potenzial – vor allem was die Belebung der Wirtschaft angeht. Bürgermeister Dr. Lukas Braun will auch hierbei vorankommen.

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Lauda-Königshofen. „Die Wirtschaftsförderung der Stadt Lauda-Königshofen ist seit Jahren dünn besetzt und läuft personell eigentlich nur nebenher“, erklärt das Stadtoberhaupt auf Anfrage der Fränkischen Nachrichten. „Ich werde dem Gemeinderat im Rahmen der Haushaltsberatungen vorschlagen, hier nachzubessern.“

Man benötige eine Person in der Stadtverwaltung, „die mit ganzer Kraft das Netzwerk zu unseren angestammten Mittelständlern pflegt, Fördermöglichkeiten für kleine und mittlere Betriebe im Blick behält und frühzeitig informiert ist, wenn Unternehmen Hilfestellungen oder auch Flächen zum Wachsen benötigen“, teilt der Rathauschef weiter mit.

Es gibt Nachholbedarf

In den vorigen Jahren sei dieser Mangel in der Verwaltung aufgrund der allgemein guten Konjunktur nicht so sehr aufgefallen. „Jetzt, in der Krise, zeigt sich aber umso mehr, dass wir hier Nachholbedarf haben. Mir geht es vor allem darum, den eingesessenen Arbeitgebern gute Rahmenbedingungen für ihre weitere Entwicklung zu bieten. Auch die Existenzgründer brauchen Rat und Unterstützung“, so Dr. Brauns abschließendes Resümee.

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„Die Freie Bürgerliste begrüßt den Vorschlag von Bürgermeister Dr. Braun, für den Haushalt 2021 eine zusätzliche Stelle für die Wirtschaftsförderung zu schaffen“, greift Fraktionsvorsitzender Reinhard Vollmer die Pläne des Schultes auf.

Rückblickend müsse festgestellt werden, dass die Wirtschaftsförderung der Stadt Lauda-Königshofen personell eher vernachlässigt worden sei und „deswegen aus Zeitgründen die Kontakte zu den ansässigen Mittelstandsbetrieben leider nicht adäquat, zeitnah und intensiv gepflegt wurden“.

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Es gelte, nah an den Betrieben dran zu sein, um spontan innerbetriebliche Veränderungen – wie in der letzten Zeit – zeitnah erfassen und in Form von Hilfeleistungen und Anbieten von Fördermöglichkeiten umsetzen zu können.

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„Unsere Unternehmen brauchen unbedingt einen festen Ansprechpartner, um rasch auf weitere Krisen und Bedürfnisse reagieren zu können. Da sieht die Freie Bürgerliste einen enormen Nachholbedarf“, meint Vollmer.

„Das Thema Wirtschaft und Wirtschaftsförderung ist ein wichtiger Aspekt unserer politischen Arbeit auch als CDU-Fraktion“, macht Fraktionschef Marco Hess gegenüber unserer Zeitung deutlich. Es brauche mehr als ein Lippenbekenntnis, nämlich „aktive Betreuung, Akquise und Handlungsperspektiven“. Gleichwohl dürften aktuelle Entwicklungen nicht nur auf Corona geschoben werden.

Bisher habe Bürgermeister Dr. Lukas Braun dem Gemeinderat noch nicht seine Personalwünsche vorgelegt. Am Dienstagabend hätten sich die Fraktionsspitzen zum ersten Mal getroffen, um den Haushalt 2021 auszuloten.

„Frau Baumeister, die zuständige Fachbereichsleiterin, hatte dieses Thema ja auch schon in der Vergangenheit, in den letzten Jahren, mehrfach angemeldet“, sagt Hess weiter. Bisher sei der Gemeinderat dieser Forderung mehrheitlich nicht nachgekommen. Auch die Stelle Naturschutz (seit Anfang September vakant) sei von der Verwaltung bisher noch nicht nachbesetzt worden. „Wir werden im Rahmen der anstehenden Haushaltsberatungen intensiv über das Thema Personal und Stellen im Rathaus sprechen und dabei auch vor dem Hintergrund Finanzierung, Bedarf und vorhandene Möglichkeiten den Haushalts- und Stellenplan für das kommende Jahr aufstellen.“

Freiwillige Aufgabe

„Zu den Hauptaufgaben einer Stadt gehören eine zukunftsweisende Schulentwicklung, gute Kitas und Kindergärten, eine nachhaltige Wasserversorgung, die Bereitstellung von ausreichend Bau- und Gewerbegebieten, nicht jedoch die Wirtschaftsförderung. Sie ist eine freiwillige Aufgabe“, bekräftigt Siegfried Neumann für die Fraktion SPD/Freie Bürger im Lauda-Königshöfer Gemeinderat.

Trotzdem sei es für die Stadt wichtig, sich auf diesem Gebiet neu aufzustellen. Bürgermeister Dr. Braun möchte deshalb die städtische Wirtschaftsförderung neu beleben. „Trotz negativer Meldungen über die Entwicklung einiger Lauda-Königshofer Unternehmen ist die Wirtschafts- und Gewerbestruktur noch immer recht stabil in unserer Stadt – trotz Corona.“ Damit dies so bleibe, sei man sich jetzt zwischen dem Bürgermeister und der Gemeinderatsmehrheit einig, dass durch eine Neuordnung im Bereich Wirtschaftsförderung nachgesteuert werden müsse, um Fehlentwicklungen künftig rechtzeitig zu korrigieren und eventuell notwendige Hilfsmaßnahmen einzuleiten. „Die SPD/FB-Fraktion wird bereits früher gemachte Vorschläge in die Diskussion einbringen und das Projekt grundsätzlich unterstützen.“

Redaktion Mitglied der Main-Tauber-Kreis-Redaktion mit Schwerpunkt Igersheim und Assamstadt