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Leserbrief - Zum Artikel „Kommune hat viel auf den Weg gebracht“ (FN 28. April) Wie will denn die Stadt welches Ziel erreichen?

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© Fotolia/mapoli-photo

Unter welchem Handlungsdruck wir Menschen stehen, wenn wir eine katastrophale Temperaturentwicklung noch abwenden wollen, hat der jüngste Bericht des Weltklimarats in besonderer Deutlichkeit vermittelt. Wir begrüßen es daher sehr, wenn die Stadt Lauda-Königshofen nun konkrete Maßnahmen angehen will. Wir begrüßen auch die Einrichtung eines Energieteams sowie die Schulung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Doch es stellt sich für uns auch die Frage, reicht der von der Stadtverwaltung eingeschlagene Weg, um der Größe und Bedeutung der Aufgabe gerecht zu werden? Die EU will 2050 klimaneutral sein, der Main-Tauber-Kreis ebenso, Deutschland 2045, Baden-Württemberg 2040. Und Lauda-Königshofen?

Welche Ziele hat die Stadt? Wie will sie diese erreichen? Wie will sie den Erfolg ihrer Maßnahmen überprüfen?

Kommunen sind zentrale Akteure: sie verantworten viele für den Klimaschutz wichtige Bereiche wie den Verkehr oder Bauen und Wohnen, haben unmittelbaren Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern sowie zu Unternehmen und große Potenziale im Bereich der eigenen Liegenschaften und Infrastruktur. Klimaschutz ist eine Querschnittsaufgabe – auch innerhalb der Verwaltung. Nur einzelne Teilbereiche zu betrachten, greift zu kurz.

Schön, dass die Kommune gleich ins Machen kommen will, das ist wichtig, denn wir haben wenig Zeit und die Aufgabe ist groß. Aber um effektiven kommunalen Klimaschutz betreiben zu können, ist es unserer Meinung nach unabdingbar, erst einmal zu wissen, wo die Stadt heute steht. Nur wer den Ist-Zustand kennt, kann sich konkrete Ziele setzen und effektive Maßnahmen auf den Weg bringen.

Das heißt, zunächst einmal brauchen wir Klimaziele, die mit dem 1,5 Grad Limit, das sich die Weltgemeinschaft vorgenommen hat, kompatibel sind. Anschließend geht es darum, die Menschen zusammenzuholen und zu überlegen, was gemacht werden muss, damit wir diese Ziele und unser noch vorhandenes CO2-Budget einhalten können. Deshalb hat der Klimaarbeitskreis in seiner letzten Sitzung beschlossen, mit der Datenerhebung für den Ist-Zustand schon einmal zu beginnen. Die Lösung ist wohl zweigleisig zu fahren: schnell umsetzbare Projekte anzugehen und gleichzeitig einen Plan für die lange Strecke zu erarbeiten.

Christina Sack und Armin Hambrecht, Gerlachsheim

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