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25 Jahre Ortspartnerschaft - Zwölfköpfige Delegation aus Unterbalbach weilt zur Feier des Jubiläums im ungarischen Rátka

Wertvolle Zeit bei Freunden verbracht

Von 
Peter D. Wagner
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Die Delegation aus Unterbalbach mit Rátkas Bürgermeisterin Valeria Tirk (Mitte). © Peter D. Wagner

Rátka und Unterbalbach hatten einen triftigen Grund zum Feiern. Die Ortspartnerschaft besteht seit einem Vierteljahrhundert.

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Unterbalbach/Rátka. Anlässlich des Jubiläums 25 Jahre Ortspartnerschaft zwischen Rátka und Unterbalbach besuchte eine zwölfköpfige Delegation aus dem Balbach- und Taubertal-Dorf für mehrere Tage die ungarische Gemeinde.

„Hurra, es geht wieder“, mögen viele Verantwortliche, Akteure und Komitees von europäischen oder internationalen Städte- und Ortspartnerschaften geäußert haben, nachdem viele der durch Corona bedingten Reiseeinschränkungen zumindest momentan reduziert oder weggefallen sowie gegenseitige Besuche, Aktivitäten und Aktionen überwiegend wieder möglich sind. So auch in Unterbalbach hinsichtlich der Ortspartnerschaft mit der rund 1050 Kilometer entfernten nordostungarischen Gemeinde Rátka. Trotz zeitweiser Skepsis und Befürchtungen wurde mit der Reise einer Abordnung aus Unterbalbach unter Leitung von Harald Rudelgass, Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins (HKV), nun doch das Jubiläum in Rátka miteinander gebührend gefeiert.

Am 4. August 1996 besiegelt

Die Partnerschaft zwischen der in der bekannten Tokajer Weinbauregion am Fuße des Zemplén-Gebirges gelegenen Gemeinde Rátka (zu Deutsch Ratkau) und Unterbalbach wurde am 4. August 1996 durch beidseitige Unterzeichnung einer Urkunde offiziell besiegelt. Ursprung war, dass die selbständige Kommune aus dem Landkreis Szerencs (Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén) mittels einer Anfrage an den baden-württembergischen Landkreistag eine Partnerkommune in Deutschland suchte, um ihre historisch deutschstämmigen Wurzeln und Traditionen zu pflegen. Seitens Unterbalbach ratifizierte der damalige Ortsvorsteher Stefan Kolb das Dokument.

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Seither wird zwischen dem Lauda-Königshöfer Stadtteil und der etwa 950 Einwohner zählenden ungarischen Gemeinde die Freundschaft durch regelmäßige gegenseitige Besuche intensiv lebendig gehalten. Beispielsweise wurde 2016 ihr 20. Geburtstag sowohl in Unterbalbach als auch in Rátka ausführlich gewürdigt.

Bislang letztmals im offiziellen Rahmen weiter belebt und gefestigt wurde die Partnerschaft durch den Besuch einer 40-köpfigen Delegation aus Rátka beim großen Festwochenende zum 800-jährigen Ortsjubiläum in Unterbalbach im Juli 2019. Der Coronakrise zum Opfer fielen hingegen unter anderem im vergangenen Jahr und heuer Besuche einer Abordnung aus Unterbalbach in Rátka zum dortigen Krautfest im Frühling.

Zu den insgesamt zwölf Teilnehmern der jetzigen Delegation zählten Bürgermeister Dr. Lukas Braun, der nach seiner Neuwahl im Frühjahr 2020 damit erstmals seine ungarische Amtskollegin Valeria Tirk traf und kennenlernte, Stadtrat und Bürgermeisterstellvertreter Hubert Segeritz sowie der noch bis Jahresende amtierende Ortsvorsteher Andreas Buchmann. Eine Premiere in der Geschichte war, dass die Delegation aus Unterbalbach und Lauda-Königshofen erstmals per Bahn die rund zwölfstündige Reise via Wien und Budapest in die Partnergemeinde absolvierte.

Rathauschefin am Bahnsteig

In der nahen Kleinstadt Szerencs, wo sie das Wochenende über logierte, wurde die Besuchergruppe von einer Delegation aus Rátka unter der Leitung der Bürgermeisterin Valeria Tika direkt am Bahnsteig empfangen.

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Am folgenden Tag stand ein Ausflug in die nahe gelegene Großstadt Miskolc, der viertgrößten Stadt Ungarns, auf dem Programm. Dort besichtigte die Unterbalbacher Gruppe, begleitet von mehreren Deutschlehrern aus der Schule in Rátka, die dortigen Wasserfälle und die ebenso beeindruckenden hängenden Gärten entlang der Parkanlage sowie die nebenan liegende Tropfsteinhöhle. Der Abend wurde mit einer ungarischen „Hostube“ – vergleichbar einer „Hocketse“ – gestaltet. Dabei wurden zum einen landestypische Spezialitäten gereicht, zum zweiten wurde ebenfalls gemäß charakteristischer Kulturgepflogenheiten generationenübergreifend gemeinsam gesungen, getanzt und musiziert.

Der Samstag begann man mit einem Ortsrundgang durch Rátka unter fachkundiger Führung eines ehemaligen Deutschlehrers. Am Nachmittag erfolgte die offizielle Eröffnung des traditionellen Kulturfestivals.

Hierbei trafen sich auch diesmal wieder Vertreter aus Rátkas Partnergemeinden Krzy?anowice (Polen), Beltiug (Rumänien), Medzev (Slowakei) und Unterbalbach.

Bei einem gemeinsamen Festzug durch den Ort ging es auf den Dorfplatz, wo zum 20. Geburtstag mit Medzew ein weiterer Baum gepflanzt wurde.

Umrahmt wurde der Festakt mit Musik und einer gelungenen Darbietung eines Stückes aus Verdis Oper „Nabucco“, vorgetragen vom örtlichen Gesangsverein.

Nach Rückkehr auf den Kulturfestivalplatz dankten Rudelgass und im Namen der gesamten Stadt Lauda-Königshofen Bürgermeister Braun in Grußworten für die begeisternde Gastfreundschaft. Zudem ging Andreas Buchmann in einer Ansprache auf die 25-jährige Partnerschaft zwischen Rátka und Unterbalbach ein. Als Gast- und Erinnerungsgeschenk überreichte der Ortsvorsteher an Bürgermeisterin Tirk eine im Taubertal extra hergestellte Holztafel. Bis spät in den Abend hinein gab es anschließend einen Festball mit Tanz.

Am Sonntagmorgen verabschiedeten die ungarischen Gastgeber inklusive Valeria Tirk in Rátka die Delegation aus dem Balbachtal unter dem gemeinsamen Leitspruch „Viszlát, találkozunk legközelebb Unterbalbachban – auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal in Unterbalbach“.

Kontakt äußerst wichtig

„Während der insgesamt vier Besuchstage wurde erst recht deutlich, wie wichtig es ist, auch in schwierigen und krisenbehafteten Zeiten den freundschaftlichen Kontakt aufrecht zu halten“, resümierte Harald Rudelgass. Zugleich habe sich abermals die tiefe Verwurzelung der inzwischen 25-jährigen ungarisch-deutschen Partnerschaft zwischen beiden Ortschaften eindrücklich gezeigt.

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