Hier hat der Leser das Wort - Zu „Zur Landplage entwickelt“ (FN, 3. April) „Warum werden aus der Überpopulation keine Schadbiber entnommen?“

Von 
Wolfgang Bau
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Die Geister, die ich rief, die werd’ ich nicht mehr los!

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Glückwunsch, Herr Härtig, zu Ihrem Leserbrief. Endlich hat einmal jemand den Mut bewiesen und sachlich auf die unzumutbaren Zustände der Überpopulation des „ach so putzigen“ Bibers hingewiesen.

Als unmittelbar Betroffener kann ich ein Lied davon singen, welche Schäden die vermehrungsfreudigen, streng geschützten „Landschaftsgärtner“ bei uns anrichten – natürliche Feinde haben sie nicht. Deswegen sitzt ja buchstäblich fast schon in jeder Pfütze ein solches Tier und richtet durch Überflutungen in der Land-und Teichwirtschaft, im Obstbau und in Fischbiotopen enorme Schäden an. Herr Härtig hat völlig zu Recht darauf hingewiesen, dass zum Beispiel, im Grün- und Wittigbach so viele Dämme errichtet wurden, dass aus den Fließgewässern teilweise nur stehende Gewässerabschnitte geworden sind. Damit sind die früheren Salmonidenwässer so stark negativ verändert worden, dass der Forellenbestand, vor allem der Bachforelle, nahezu erloschen ist. Die an die Gewässer angrenzenden Streuobstbäume werden gnadenlos zerstört, wenn sie nicht durch Drahtgeflechte geschützt werden. Hier stellt zwar das Landratsamt unentgeltlich Zaunmaterial, aber die Arbeiten werden den jeweiligen Eigentümern aufgehalst.

In anderen Fällen werden Wiesen und Äcker überflutet, so dass die Bauern sie nicht mehr bewirtschaften können. Das wertvolle Feuchtbiotop der Jägerschaft in Gräffingen wurde mehrmals so zerstört, dass der angrenzende Bahndamm durch das steigende Wasser gefährdet wurde. Mit hohem Kostenaufwand im fünfstelligen Eurobereich musste der Teich saniert werden.Auch hier gab es dankenswerterweise einen Zuschuss von der unteren Naturschutzbehörde, doch die Arbeit und ein erheblicher Kostenanteil blieb beim Kreisjagdverein hängen. Und wenn dann bei einem Ortstermin zur Schadensbesichtigung eine „grün gefärbte“ Delegation aus Stuttgart erscheint und die Geschädigten, die auf den enormen Arbeits- und Kostenaufwand hinweisen, nur folgende lakonische Antwort erhalten „Sie wissen doch – Eigentum verpflichtet“ – dann wächst die Freude über den Rückkehrer Biber doch ins Unermessliche.

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Wie lange beugt sich die Bevölkerung noch der grünen Ideologie? Warum kann bei uns nicht umgesetzt werden, was in Bayern schon seit Jahren praktiziert wird, nämlich dass aus der Überpopulation sogenannte „Schadbiber“ entnommen werden können?