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 Bildung und Erziehung - Musikalische Lesungen mit Manfred Mai und Martin Lenz in der Turmbergschule Königshofen Vorlesen für die Entwicklung sehr wichtig

Von 
Peter D. Wagner
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Zu Gast waren in der sehr gut besuchten Grundschulaula der bekannte Kinder- und Jugendbuchautor Manfred Mai sowie der Sänger, Gitarrist und Autor Martin Lenz. © Peter D. Wagner

Eine hochunterhaltsame musikalische Lesung präsentierte die Turmbergschule in Königshofen.

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Königshofen. Zu Gast waren in der sehr gut besuchten Grundschulaula der bekannte Kinder- und Jugendbuchautor Manfred Mai sowie der Sänger, Gitarrist und Autor Martin Lenz. Die Veranstaltung für Erwachsene fand ebenso wie zwei weitere musikalische Lesungen am Dienstagvormittag für die die Grundschüler der Klassen eins und zwei sowie der Klassen drei und vier als Höhepunkt des dortigen „Leseherbstes“ statt, mit dem die Turmbergschule Königshofen die Lesefertigkeit und -motivation fördern möchte.

Manfred Mai arbeitete nach einer Malerlehre und einem Pädagogikstudium einige Jahre als Lehrer, bevor er sich ab 1984 hauptberuflich dem Schreiben widmete. Seither sind über 150 Bücher von ihm erschienen und wurden Werke in 25 Sprachen übersetzt. Seit 2007 arbeitet er mit dem Sänger und Gitarristen Martin Lenz zusammen, für den Mai deutsche Liedtexte verfasst. 2009 erschien ihre erste CD. Es folgten musikalische Lesungen erst für Erwachsene und dann auch für Kinder.

Im Frühjahr 2014 präsentierte das Duo sein erstes gemeinsames Werk „Das große Buch der Geschichten und Lieder“, gefolgt von mehreren weiteren gemeinsamen Büchern. Mit seiner Familie lebt Lenz ebenso wie Mai auf der Schwäbischen Alb in Winterlingen.

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Am Montagabend hieß Schulleiterin Kathrin Ott neben den beiden Akteuren und vielen Zuhörern unter anderem die Lesepatinnen und Lesepaten, Mitglieder des Rotary Clubs Tauberbischofsheim, der die Veranstaltung unterstützte, sowie zahlreiche ehemalige Kollegen und Schülereltern willkommen. „Lesen ist die schönste Nebensache der Welt“, meinte Ott zum Auftakt.

Für den Einstieg in die Soiree hatten Kinder einen Kurzfilm vorbereitet, in dem sie in Interviewform erzählten, was sie über die beiden Autoren und deren Werke wüssten, mit denen sich die Schüler schon im Oktober in den sogenannten „Frederick-Lesewochen“ intensiv beschäftigt hatten.

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„Lesen und Vorlesen ist für die Entwicklung von Kindern sehr wichtig, ebenso dass sie gerade auch in dieser digitalen Welt einen Bezug zu Büchern lernen und erhalten“, betonte Mai eingangs: „Zwei von drei Eltern lesen ihren Kindern kaum etwas oder nichts vor. Kinder aus bildungsnahen Schichten bekommen bis zu ihrem sechsten Lebensjahr von ihren Eltern durchschnittlich 1400 Stunden vorgelesen, Kinder aus bildungsfernen Schichten hingegen nur 24 Stunden“, berichtete er über Statistiken.

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„Eltern, die ihren Kindern nichts vorlesen, versündigen sich an ihnen. Funktionale Leseschwächen bis hin zu annähernd Analphabetismus seien mögliche Folgen davon. „Für unser Land ist es sehr bedeutsam, dass wir junge Menschen haben, die durch Leseförderung das Leben anders angehen“, hob Mai hervor. Wie auch „Nichtprofis“ mehr als nur geradezu monoton Buchstaben und Worte ablesend, sondern zum Beispiel mit lebhafter Stimme, dynamischen Tonfall sowie ausdrucksstarker Gestik und Mimik vorlesen könnten, zeigte der Autor exemplarisch in seinen Lesekostproben wie etwa bei der Pinguingeschichte „Pokkis Traum“.

Als musikalischen Auftakt präsentierte Lenz an der Gitarre passend zur Saison das Lied „Herbstzeit, schöne Zeit“, gefolgt von einem „Pinguinlied“ und der Ballade „Immer, wenn ich an dich denke, kribbelt es in meinem Bauch“. Weitere Titel waren unter anderem „Du bist mein bester Freund“, „Schau dich um“, „Utopia“, die Hymne „Schwobaland is’ so schee“ und „Jeans, Jeans.

Der erste Teil der musikalischen Lesesoiree beinhaltete überwiegend Kinder- und Jugendliteratur. Im zweiten Teil nach einer Pause mit Getränken und kleinen Snacks, standen zum Großteil Bücher und Geschichten für Erwachsene im Mittelpunkt. Gegen Ende stellten Mai und Lenz Auszüge aus deren neuestem Gemeinschaftsprojekt „Was für ein Glück – mir send Schwoba“ vor. Dieses enthält augenzwinkernde Blicke auf das „Ländle“ und. auf der beiliegenden CD elf originelle Lieder in schwäbischer Mundart.

Dazwischen und vor allem am Schluss gab es stürmischen Applaus. Und dies zurecht, denn Mai und Lenz servierten eine hoch unterhaltsame und kurzweilige musikalische Lesung besonderer Güte – mit zumeist heiteren, zuweilen auch ernsteren Erzählungen und Geschichten als auch mit darauf Bezug nehmenden deutschen Liedern für Herz, Seele und Gemüt, mit denen Beide sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken anregten. Begleitend zu der Abendveranstaltung bot die Buchhandlung bekannte Werke der beiden Autoren zum Erwerb an.