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Nachruf - Ehemaliger Festwirt Erich Kern im Alter von 82 Jahren gestorben

Viele Jahre lang Königshöfer Messe geprägt

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bege
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Unterbalbach. Die Nachricht vom plötzlichen Tod des Metzgermeisters und Gastwirts Erich Kern, der im alter von 82 Jahren gestorben ist, wurde in der Region mit großer Betroffenheit aufgenommen. Schließlich war der aus Mainaschaff bei Aschaffenburg stammende „Unruheständler“ den größten Teil seines Lebens Gastgeber für unzählige Besucher von Volksfesten, Messen und Großveranstaltungen wie Vereinsfeiern und Jubiläen.

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Von Mainaschaff über Miltenberg, wo Erich Kern in den 1960er Jahren seine erste Metzgerei betrieb, zog es die Familie schließlich einige Jahre später nach Unterbalbach. Hier stand der „Deutsche Hof“ als Gaststätte mit angeschlossenem Metzgerladen und eigenem Schlachthaus zum Verkauf. Schon bald konnte man bei der Wirtsfamilie Kern aber auch bei zahlreichen Veranstaltungen einkehren.

Mit seinem Weinzelt war Kern unter anderem in Miltenberg, Wertheim und Bad Mergentheim bei den jeweiligen Volksfesten vertreten. Auch den Großen Markt in Külsheim organisierte er mehrmals zur Zufriedenheit der Stadt und der Besucher.

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Seine große Leidenschaft aber war die Königshöfer Messe. Nach dem Ende der Ära Eduard Walter schien die Messe zu „dümpeln“. Mit Erich Kern kam 1978 der richtige Macher als Festwirt in die Tauber-Franken Halle – ein wahrer Glücksgriff für Königshofen und die traditionsreichste Messe im Main-Tauber Kreis. Ähnlich wie Eduard Walter setzte Erich Kern einen Schwerpunkt in die Qualität der Musikdarbietungen, brachte viele Größen der Branche zu Auftritten in die „Provinz“. Häufig waren es Schlager- und Volksmusikinterpreten, wie Gaby Baginski, Franzl Lang, Nina und Mike, das Oberkrainer Sextett, die Geschwister Hofmann, Takeo Ischi oder auch die Wildecker Herzbuben.

Bei den Kapellen setzte er meist auf fränkische Stimmungskapellen, wie die Burggrumbacher, Bürgstädter oder Winfried Stark und seine Steigerwälder. Als absoluter Glücksgriff erwies sich die Verpflichtung der Original Aalbachtaler Musikanten, die viele Jahre lang zum Publikumsmagneten der Messe avancierten und der Veranstaltung zu einem enormen Aufschwung verhalfen.

Weniger Glück hatte Erich Kern mit der Verpflichtung vermeintlicher „Stars“ des Cannstatter Wasens oder des Münchner Oktoberfestes. Joe Schwarz und Die Fürsten floppten total, German Hofmann aus Ochsenfurt enttäuschte. Truck Stop und die Spider Murphy Gang blieben im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Dafür waren die Kastelruther Spatzen ein richtiger Volltreffer, fanden die Besucher.

Für die Kinder organisierte Erich Kern am Kindernachmittag Clowns, Zauberer und Bauchredner. Dreimal galoppierte auch der Cowboy Fred Rai mit seinem Pferd durch die Halle und sorgte für Begeisterung beim jüngsten Publikum. Am messefreien Montag war mit einer Diskoparty oder mit Nachwuchsbands aus der Region für die Jugendlichen der Gegenpol zur Volksmusik geboten. Mit Radio-Live-Sendungen wurde der Bekanntheitsgrad der Königshöfer Messe Dank Erich Kern weiter gesteigert.

Als 2003 schließlich die Ära Festwirt Kern zu Ende ging, hinterließ der „Macher“ ein wohlbestelltes Feld. Die Königshöfer Messe war durch sein Engagement zu einem „Markenartikel“ aufgestiegen, von dem man heute noch profitiert.

Nach einigen Jahren „Rentnerdasein“ setzte Erich Kern 2011 einen neuen Meilenstein. Auf einer sumpfigen Ackerfläche pflanzte er mit einem Bekannten unzählige Weidensetzlinge, die später als Hackschnitzel zur Energiegewinnung genutzt wurden. Damit schuf er hier die erste „Kurzumtriebsplantage“, ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zur Energiewende. 2015 schließlich entdeckte er seine Liebe zu Zwergzebus. Die Buckelrinder – teilweise waren es 40 Stück – setzte er erfolgreich zur umweltgerechten Steilhangpflege in der Region ein. bege

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