Benefizkonzert - Quartett spielte auf hohem Niveau zugunsten der Bürgerstiftung Lauda-Königshofen Verdiente Anerkennung für die Musiker

Von 
Peter D. Wagner
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Einen musikalischen Leckerbissen der Extraklasse servierten im Rathaussaal in Lauda (von links) Max Müller-Reiter (Violine), Letizia Motel (Violine), Michael Bänsch (Viola) und Paul Müller-Reiter (Violoncello) bei einem Benefizkonzert zugunsten der Bürgerstiftung Lauda-Königshofen. © Peter D. Wagner

Ein Benefizkonzert mit einem Kammermusikquartett fand nun zugunsten der Bürgerstiftung Lauda-Königshofen statt.

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Lauda-Königshofen. Einen musikalischen Leckerbissen der Extraklasse servierte im äußerst gut besuchten Rathaussaal ein Streichquartett mit Kammermusik bei einem Benefizkonzert zugunsten der Bürgerstiftung Lauda-Königshofen.

Auf dem Programm standen Franz Schuberts Streichquartett in D-Moll „Der Tod und das Mädchen“, Antonín Dvoráks Streichquartett in F-Dur „Amerikanische“ und das Notturno aus dem Streichquartett Nr. 2 von Alexander Borodin. Ausführende waren Letizia Motel (Violine), Michael Bänsch (Viola) und Max Müller-Reiter (Violine), jeweilige Stimmführer im Uniorchester Mannheim, sowie Paul Müller-Reiter (Violoncello), Konzertmeister beim Uniorchester in Göttingen.

Max und Paul Müller-Reiter waren unter anderem bereits im Rahmen von Auftritten bei der Bürgerstiftung Lauda-Königshofen und Jahresabschlusskonzerten in Lauda zu hören.

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Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ zählt zu den späten Quartetten des österreichischen Komponisten, erschien posthum 1829 im Jahr nach dessen Tod und wurde erst 1833 in Berlin öffentlich uraufgeführt. Der zweite Satz „Andante con moto“ ist eine Variationsreihe der Einleitung zu Schuberts früher geschaffenem Kunstlied „Der Tod und das Mädchen“, das auf ein gleichnamiges Gedicht des norddeutschen Lyrikers Matthias Claudius basiert. Als Schubert an diesem Streichquartett in d-Moll arbeitete, war das Thema Tod für ihn durch den Verlust mehrerer Geschwister und seiner Mutter sowie durch seine eigene schwere Krankheit bereits sehr präsent.

Dvorák komponierte das Quartett in F-Dur für zwei Violinen, Viola und Violoncello Opus 96 („Amerikanische“) 1893 in den USA, wo er für drei Jahre als Direktor des New Yorker National Conservatory of Music of America arbeitete. Es war seine zweite in Amerika entstandene Komposition und wurde an Neujahr 1894 in Boston uraufgeführt. Alexander Borodin verfasste das Romantik-Streichquartett Nr. 2 in D Moll im Jahr 1881 als Widmung an seine Frau Jekaterina und Erinnerung an ihr Kennenlernen 20 Jahre zuvor in Heidelberg. In seinem warmen und gefühlvollen Werk schien sich der St. Petersburger Komponist symbolisch mit dem Cello selbst und seine Frau Jekaterina mit der ersten Violine sowie ihre zunehmende und immer tiefer werdende Liebe darzustellen.

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„Ich bin überwältigt“, äußerte Christian-Andreas Strube, Mitvorstand der Bürgerstiftung, im Namen des Vorsitzenden Gerhard Glöckner und des Vorstandskollegen Leo Köhler bei der Begrüßung der vielzähligen Besucher angesichts des (fast) komplett vollen Saals. Zugleich würdigte Strube ebenso stellvertretend für den Vorstand sowohl die vier musikalischen Künstlerinnen und Künstler für deren hohes Engagement als auch Stiftungsratsvorsitzende Cornelia Müller-Reiter, die das Benefizkonzertes mit initiiert und organisiert hatte.

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Geradezu überwältigend war jedoch nicht nur der Besucherzuspruch, sondern auch die musikalische Leistung der vier jungen Nachwuchsmusiker. Diese kristallisierte sich speziell im ersten Konzertteil bei dem sehr anspruchsvollen Schubert-Werk heraus, das von dem Streichquartett ebenso mit Bravour gemeistert und dargeboten wurde wie auch im zweiten Abschnitt jeweils die Streichquartette von Dvorák und Borodnin sowie eine abschließenden Zugabe.

Zu den besonders herausragenden Passagen zählten beispielsweise äußerst filigrane und sensible Sequenzen mit zahlreichen Tempo- und Dynamikwechseln im zweiten Satz von Schuberts „Der Tod und das Mädchen.“

Ovationen im Stehen des begeisternden Publikums. das zuvor schier gebannt regungslos und leise gelauscht hatte, waren absolut verdiente Anerkennung sowohl für die faszinierende künstlerische Darbietungen der vier nichtprofessionellen Hobbymusiker aus Leidenschaft auf zumindest annähernd professionellem Qualitätsniveau als auch für das durchaus gelungene und ansprechende Repertoire des Quartetts für das Konzertprogramm.

Zweckgebundene Spende

Diese Auswahl bot gleichzeitig eine kleine Reise durch die Welt der Klassikmusik – speziell nach Österreich und Deutschland, Tschechien und in die USA sowie Russland und St. Petersburg als auch bei der Zugabe nach Ungarn und Italien mit dem berühmten „Csárdás“ des neapolitanischen Komponisten Vittorio Monti. Der Erlös des Benefizkonzertes sowie der Pausenbewirtung mit Getränken kommt der Bürgerstiftung Lauda-Königshofen auf Wunsch des Quartetts als zweckgebundene Spende für das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) Lauda-Königshofen zur musikalischen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu Gute.

Das SBBZ erhielt bereits mehrmals von der Bürgerstiftung Zuwendungen oder Spenden zur Förderung professionellen musikalischen Unterrichts für die Schüler, der in Zusammenarbeit mit der Schule für Musik und Tanz im Mittleren Taubertal geboten wird sowie ohne diese Unterstützungen nicht erfolgen könnte. Aus Anlass seines 50-jährigen Bestehens präsentiert das SBBZ voraussichtlich am 29. März 2020 (15 Uhr) ebenfalls in Kooperation mit der Musikschule in Lauda ein Schülermusical mit dem Titel „Kunterbunt“.

„Musik verbindet und erweitert den Horizont. Wir wünschen dies sehr vielen und insbesondere auch jungen Menschen“, hatte Max Müller-Reiter, maßgeblicher Initiator der konzertanten Benefizsoiree, zu Beginn bezüglich des Spendenzwecks erläutert. Unterstützt wurde die Benefizveranstaltung durch die Stadt Lauda-Königshofen durch deren kostenfreie Verfügungsstellung des Rathaussaals.