Nachruf - Alfons Hauck, Gründer einer Akzidenzdruckerei und des Aquarell-Verlags, starb im Alter von 96 Jahren Unternehmer mit großem Weitblick für die Kommune

Von 
Herbert Bickel
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Königshofen/Assamstadt. Er bleibt nicht nur in Erinnerung als ein erfolgreicher Unternehmer, sondern gar als eine Art „Tausendsassa“ in Ehrenamt und Politik: Der gebürtige Königshöfer Alfons Hauck, der ebenso als Naturfreund diverse Akzente setzte, nach der Zeit mit seiner zweiten Frau Hilde in Herbsthausen zuletzt wohnhaft im Seniorenzentrum Haus St. Wendelin in Assamstadt, starb vor wenigen Tagen im Alter von 96 Jahren.

Hat viele Spuren hinterlassen: 96-jährig starb der gebürtige Königshöfer Alfons Hauck. © Herbert Bickel
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Über die kleine Pflegeeinrichtung hinaus, in der er etliche besondere Gemälde hinterließ, weisen auch künftig viele breite und längst verfestigte Spuren hin auf den namhaften Sohn der Messestadt.

Weithin bekannt dafür, stets auf jeden und alles ohne Vorurteile offen zuzugehen und sich persönlich in vielfältiger Weise einzubringen, kann das ehrenamtliche Engagement des lebensfrohen Hochbetagten schon fast als „legendär“ bezeichnet werden – kein Wunder, dass man ihn mit zahlreichen Ehrungen geradezu „überhäufte“.

Geboren am 9. November 1924 in der Messestadt, gründete der gelernte Buchdrucker, der auch vierjährigen Kriegsdienst leisten musste, bereits 1952 eine eigene Akzidenzdruckerei, bald gefolgt (1956) von einem Neubau des Betriebes mit Wohnhaus in der Kirchstraße in Königshofen. Nach der Meisterprüfung 1959 in Würzburg und der Spezialisierung auf naturkundliche Kalender 1960 wurde schließlich 1965 der Aquarell-Verlag (heute Arsiris) aus der Taufe gehoben, gekrönt 1978 bei 40 Mitarbeitern mit einem neuen Druckerei- und Verlagsgebäude im Gewerbegebiet „Wöllerspfad“.

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Nach dem Tod seiner ersten Frau Elisabeth ab 1990 verwitwet, traf man den Vater von fünf Kindern sowie mittlerweile (Ur-)Opa von elf Enkeln und zwölf Urenkeln bis zu seinem 75. Lebensjahr noch regelmäßig für einige Stunden in seinem Büro an. Im Jahr 2000 trat dann allerdings Alfons Hauck nach über 50-jähriger beruflicher Tätigkeit endgültig in den wohlverdienten Ruhestand. So blieb ihm noch mehr Zeit für seine Hobbys, sei es das Fotografieren, das Sammeln von Mineralien, das Kartografieren und Beobachten von Schmetterlingen sowie besonders die regelmäßige Pflege des Alpengartens mit Gebirgsblumen, nachdem sich überhaupt bei ihm schon immer alles um Flora und Fauna drehte.

Der Königshöfer, der gerne wanderte und seinen Schoppen Wein genoss, während er lange an den Abenden mit leiser Hintergrundmusik beim Malen von Ikonen einen wichtigen Ruhepol fand, hatte sich schließlich jahrzehntelang für alle möglichen Aufgaben zur Verfügung gestellt.

Im Gemeinderat engagiert

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Alfons Hauck, der 27 Jahre dem Gemeinderat angehörte (von 1953 bis 1971 in Königshofen und von 1975 bis 1984 in Lauda-Königshofen), fungierte außerdem insgesamt 15 Jahre als stellvertretender Bürgermeister (von 1965 bis 1971 und 1975 bis 1984), saß von 1972 bis 1975 im Kreistag, mischte mehr als zwei Jahrzehnte lang als Mitglied im Messeausschuss mit, hatte von 1963 bis 1975 Sitz plus Stimme im Verwaltungsrat der Sparkasse (danach Beirat) und engagierte sich ab 1980 für 13 Jahre als Arbeitgebervertreter bei der AOK.

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Der ehemalige Schöffe am Amtsgericht Tauberbischofsheim (vier Jahre) und am Verwaltungsgericht Stuttgart (von 1973 bis 1981) setzte auch jeweils achtjährige Akzente als Vorsitzender des Gewerbe- und Industrieverbandes Königshofen sowie des Gesangvereines Eintracht, wie man ihn über fünf Dekaden als Mitarbeiter der entomologischen Vereinigung Stuttgart (Insektenkunde) im Verbund mit dem Naturkundemuseum in der baden-württembergischen Landeshauptstadt schätzte, wobei er sich ebenso als Mitwirkender bei der Aufstellung der südwestdeutschen Schmetterlingsfauna einen Namen machte. Für den Mitbegründer des Vogel- und Naturschutzvereines Königshofen sowie des Heimat- und Kulturvereines Phönix 1980 in der Messestadt blieben somit verschiedene Auszeichnungen nicht aus, beispielsweise die Ehrung für weit mehr als 50 Jahre CDU-Mitglied (inzwischen zur Senioren-Union gewechselt) oder die Urkunde für rund 60-jährige Zugehörigkeit zur Kolpingfamilie Königshofen.

Die Krönung für Alfons Hauck, der darüber hinaus in einem weiteren Dutzend von kulturellen und gemeinnützigen Vereinen beziehungsweise Verbänden auf der jeweiligen Mitgliedsliste stand, bildete jedoch zweifellos die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande, das er 1993 aus den Händen des damaligen Landrates Georg Denzer entgegennahm.